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“Fanboys” – Der Film VON Fans FÜR… äh… – Boys.

fanboys-kleinWoran erkennt man, dass selbst der Vertrieb eines Filmes nicht an sein (Haus)Meisterwerk glaubt? – Nun, sie schreiben UNSERE Seite an und bitten um ein wenig kostenloses(!) Marketing(!). Dabei erstelle ich sogar seit Jahren Rechnungen für das Einstampfen aller “Enterprise”-Folgen an Rick Berman! Auch der deutsche „Fanboys“-Rausbringer bat uns vor einigen Monaten um Unterstützung. JETZT, nach dem DVD-Start, wollen wir diese Komödie dann auch gerne allen empfehlen, die nicht mehr alle Eier auf der Pfanne haben. Apropos Zukunftia-Marketing: Ich habe hier seit über einem Jahr immer noch 2 Kinofreikarten für den deutschen Knallerfilm „Der Eylandt-Report“ herumliegen. War die damals gestellte Preisfrage („Adresse, dann Karten zuschicken!“) etwa zu schweeer?!

1998, irgendwo in Amiland: Vier Star-Wars-Fans freuen sich auf „Episode 1“, der in schon in wenigen Monaten starten soll. Da ihnen das zu lange dauert, beschließen sie in einem genial eingeführten Filmprämisse („Kommt, wir mopsen den Streifen aus dem Anwesen von George Lucas!“ – „Och nöööö… Na gut, Okay!“), ihrem Onanierglück ein wenig auf die Sprünge zu helfen…

„Mann, ein Film für SF-Freunde! Das ist cool!“ – „Na klar. Dann ist ein Porno aber auch ein Film für Menschen, welche noch an die wahre Liebe glauben!“ – „American Pie“ meets „Fanfiction“ meets „Peter Steiners Theaterstadl“: Alte Trailerregel für Komödien: Nehme den schlechtesten Witz aus diesen 2 Minuten und ziehe 30% ab, um die durchschnittliche Humorigkeit des ganzen Filmes zu erhalten.

Die Idee, Nerds zu Helden eines Filmes zu machen, ist ja erst mal eine Gute: Mit fetten Haaren, dicken Brillen und fettem… Fett haben diese Gesellen gemeinhin ja alles zu bieten, was als Witzvorlage kaum zu beaten ist. Schließlich hat sich unsere Seite mit Wabbelwitzen in Richtung der hornbebrillten Honks damals ebenfalls aus dem Schmutz der Unbekanntheit hochgearbeitet. Wenn der Schmutz auch verdächtig nach Fäkalien gerochen hat und unser Altredakteur Hoffmann daher damals (mit gerade mal 73 Jahren!) stuhlgangmäßig bereits einfach hat laufen lassen, da „jetzt eh alles egal“… Somit sind wir als Experten des fiesen Nerdscherzes geradezu prädestiniert, den Witzfaktor eines ebenso ausgerichteten Filmes zu beurteilen.

Apropos Fettis: „Was ist der Unterschied zwischen einem Trekkie und einem Star-Wars-Fan?“

Na, wenn man einen Trekkie „Fett“ nennt, ist er beleidigt. Ein Warsler hingegen sagt strahlend: „Freunde dürfen mich aber auch Boba nennen!“

(Gerade selber ausgedacht. Super, oder?)

Oder der hier: „Was ist ein Trekkie, der mit dem Hintern im Türrahmen stecken geblieben ist?“

Na: Magersüchtig natürlich!

(Haha! Ich lach mich weg. Kommt ihr mit?)

Doch leider bietet „Fanboys“ nur einen müden Nachschlag am Gag-Büffet. Das Timing ist so mitreißend, als wäre Trashregisseur Ed Wood noch mal aus der Kiste gestiegen, um – strafrechtlich relevant – eine Komödie zu verbrechen. Bis da mal eine Pointe felsenfest sitzt, müssen viele Pickelcremes den Hyperraum herabfließen. – Das liegt aber vor allem den Darstellern, die mit ihrer unlustigen und untalentierten Art den Begriff des „Fanfilms“ ganz tief im Herzen Hollywoods zu verankern versuchen.

„Woher all die ganze Wolle kommt? Ganz einfach: Von jedem Witz in diesem Film, der soooo’n Bart hat, habe ich mir 1% abgeschnitten!“ – So nackt wie R2D2: Und dabei hat er zwischendurch sogar noch für die Brusthaartoupets in den Austin-Powers-Filmen gespendet! Bei diesem Film ein Haar in der Suppe zu finden, ist eher einfach. Schwer wird es nur, das ganze Knäuel wieder aus den Zähnen zu bekommen, wenn man mal kurz dran rumgelöffelt hat.

Da gibt es den verfetteten Langhaarträger, der wohl so eine Art Stifler (= „American Pie“) für beidseitig Humoramputierte darstellen soll. Doch blöd aus der Wäsche schauen und sich vor dem Dreh ein Pfund Butter an den Kopp zu klatschen, das bekomme ICH dann auch noch hin (wenn mir einer hilft). Als nächstes auf der Skala für Verhaltensgestörte ist da der Typ mit der dicken Brille, der ohne Sehhilfe nicht mal die Hand(lung) vor Augen sehen kann. Da ist natürlich ein besonderer Hammergag, wenn er zum Blind(!) Date mal ohne Nasenfahrrad auftaucht und 10 Sekunden seine Interpretation des Films „Gorillas im Nebel“ abliefert.

Und dann sieht seine Chatbekanntschaft nicht mal sonderlich gut aus! Wer hatte damit denn wohl NICHT gerechnet? Bitte Handmeldung, damit die Einrichtung des Gulags für Doofe noch in diesem Jahr vonstatten gehen kann, ja?

Wirklich zum Wegschmeißen, echt! Schade nur, dass mein DVD-Hächsler dafür schon zu voll war.

Die anderen beiden Futzi-Fressen fallen dann eher weniger durch physiognomische Anomalien auf, waren dann aber auch so durchschnittsdoof und allerweltsdarstellerig, dass man vielleicht einfach den Chefcaster als Darsteller hätte besetzen können. Weniger als ein unterdurchschnittlich motivierter 18-Jähriger kann der Typ eigentlich auch nicht gewesen sein. Überhaupt sieht der Film so aus, als wäre er für ein Filmfestival in Buxtehude schnell zusammengestöpselt worden: Look, Beleuchtung, Schnitt und Locations sind so lieblos ausgefallen, dass man durchaus über eigene Ausfallserscheinungen nachzudenken beginnt.

Aber für so was wurden halt Videothekenregale erfunden, und zwar der das Regalbrett ganz unten, kurz vor den Rubbelfilmchen. Geschätztes Budget: 1.500 Dollar für Kostüme, Statisten und einen Mietwagen zum un- oder übermotivierten Rumgurken.

„Verdammt, Baby, ich habe was vergessen!“ – „Kondome, Gleitmittel, Mindeststandards in Sachen Hygiene?“ – „Nein, einen total unangebrachten Star-Wars-Spruch, der die erotische Stimmung zwischen uns ebenso zuverlässig wie überraschend zerstören wird. Wie ging der doch gleich?!“ – Wenn Frauen wie Darth Vader röcheln: Die Macht war mal stark in Harry Hampelhoden. Bis ihr einfiel, dass sie ja auch einen gewissen Stolz hat und sich eine bessere Unterkunft suchte…

Auf dem Weg zu George Lucas’ Ranch passiert dann natürlich das eine oder andere. So müssen die 4 Freunde mal eben in einer Bikerbar für schwule Fieslinge (so viele Randgruppen innerhalb von Randgruppen muss man erst mal zusammenbekommen!) einen Strip hinlegen, was ihnen natürlich gar nicht gefällt. 10 Sekunden später dann aber doch, weil’s wohl witzig ist, wenn witzlose Gestalten in einer witzlosen Situation plötzlich einen witzlosen Gesinnungswandel hinlegen. Nennt man wohl „humorvolle Gegensätze“…

…für Witzlose.

All das wird auch dadurch nicht (nicht-)witziger, dass ab uns zu Star-Wars-Sprüche abgesondert werden, die ein paar Oberflächlichkeiten des Franchises abgrasen. Harrison Ford ist supi, die Macht machtvoll und Darth Vader eher ein Antiheld. Halt RTL2-Humor für Leute, die sich bei Karnevalsveranstaltungen rote Nasen aufsetzen und daraufhin zum Scherzvogel der Nation ernannt werden möchten. Wer mal wirklich gute Nerd-Comedy sehen möchte, sollte sich mal die 6. Staffel von Buffy ansehen: Da war eine ganz ähnliche Trümmertruppe unterwegs, die mehr Charme hatte als diese Roadtrip-Rabauken.

Aufgrund einer Reifenpanne geraten die vier galaktischen Gagsucher dann auch an einen Indianer, der ihnen Drogen gibt (Ha! Drogenwitze! Immer ein Brüller in Kinos sowie in der Wartezone der Suchtberatung!), woraufhin einen von ihnen einen Ewok sieht. Der steht aber nur für ein paar Sekunden am Lagerfeuer rum und tut nix, will nicht mal spielen. Für schräge Gags und visuelle Trips hat das Budget dann wohl nicht mehr gereicht, immerhin aber für einen Besuch im Kostümverleih. Positiv zu vermelden bleibt da nur: Diese Sequenz nach ein paar Sekunden auch schon wieder dabei, ohne durch unangenehme Lachmuskelstimulation aufgefallen zu sein.

Zumindest ICH hätte mich an dieser Stelle des Films total erschreckt, wenn mein Körper plötzlich durch seltsame Glucksgeräusche und anschließende Kurzatmigkeit aufgefallen wäre.

„Mister Lucas und ich haben lange darüber nachgedacht, wie wir sie für diesen versuchten Einbruch bestrafen können. Und dann fiel es uns wie Schuppen von den Augen: Wir lassen euch ‚Episode 1’ tatsächlich sehen, hähä!“ – Die ganze Geschichte leidet ein wenig um das Wissen bezüglich der tatsächlichen „Qualität“ des heißersehnten Filmwerkes. Oder würde ein Film funktionieren, in dem Sparki und ich in den Werkzeugkeller von Stuart Baird einbrechen, um den zusammengekloppten „Nemesis“ aus dem Schraubstock zu mopsen…?

Dass irgendwas mit dem Film nicht stimmt – so auf Kopfhöhe -, merkt man spätestens am Ende, wenn der krebskranke(!) Nerd als einziger den neuen SW-Film sehen darf. – Geht bei Episode 1 dann ja auch vermutlich als Sterbehilfe durch. Bis zu diesem Zeitpunkt dachte ich tatsächlich noch, dass mit dem Krebs wäre ein total kultiger Witz gewesen, um die unsicheren und resthirnbesitzenden Mitglieder des Teams zum Mitmachen zu überreden! Diesen ernsthaften (*Hüstel*) Hintergrund hätte man sich wirklich sparen können, nachdem freche Nutten, trashige Zuhältern und lustig gekleidete Wachmänner die Handlung unheilbar mit dem „Doof“-Virus infiziert hatten.

Was den Nerdfaktor angeht: Der ist durchaus vorhanden, wird allerdings so todgeritten wie ein… wie ein… – Wie hießen diese Reittiere bei „Star Wars“ noch mal?

Stellt Euch zum Vergleich mal vor, der Film würde nicht von Star Wars handeln, sondern von Buttercremetorten-Fans (Okay, diese Obsession ist bei SF-Jüngern sozusagen schon „All inklusive“. Aber nur mal als Beispiel). Stellt Euch dann weiterhin vor, die Hauptcharaktere würden sogar vorm Sex und in Gefahrensituationen von Buttercremetorten sprechen: „Mann, das rammt mir fast die Sahne in die Füllung, Baby!“ oder „Rennt, Leute! So wie damals bei dieser Torte, bei der Du die Erdbeermarmelade mit Chilisoße verwechselt hast!“…

Total nervig, was? Wären die Witze besser als „War DAS jetzt schon einer?“, würde man das ja aushalten. Aber wenn einer der Nerds erregt auf dem Bett liegt, die geile Schnalle sich gerade entblößt und man schon weiß, dass gleich der Jedi-Mindtrick kommt („Duuu willst dein Oooberteil auszieheeen!“), bekommt man fiese Fremdschämattacken. Nicht für die scheißesallernden Pappfiguren mit der Lizenz zum Schauspielunterricht, die’s sowieso nicht „in Echt“ gibt, sondern für den Drehbuchautoren. So, wie sich die Figuren aufführen, dürften sie sich eigentlich nicht mal mehr außerhalb einer Zwangsjacke frei bewegen…

„Ich habe schon 3 angefahren, aber sie haben einfach Energie von ihren Schutzschilden auf die Lebenserhaltung geleitet!“ – „Diese Cheater! Und weißt Du, womit sie mich eben paralysiert haben? Mit Subraum-Neutrinos aus ihrer Unterhose!“ – Krieg der Welten: Trekkies haben – kleinem Replikator sei Dank – immer noch ein Ass im Ärmel und sind für Warsler daher würdige Gegner. Aber von „Würde“ sollte man bei beiden Franchises heutzutage besser gar nicht erst zu sprechen beginnen…

Da hilft es auch nichts, dass William Shatner die Codekarte für das Lucas-Anwesen herausgibt. Warum gerade er? Vermutlich, weil peinliche Minigastauftritte für ihn ungefähr das sind, wie Schokolade für mich: Er kann einfach nicht damit aufhören, sobald sich etwas vor ihm auftut, das braun ist… Dass man da versehentlich schon mal in Scheiße greift, dürfte klar sein.

Aber auch sonst ist die Machart von mangelnder Qualität geprägt, wie oben schon angedeutet:

In George Lucas’ Lagerraum steht beispielsweise jemand im Darth-Vader-Ganzkostüm herum, wackelt ein bisschen locker in der Hüfte, wird von den Jungs aber seltsamerweise nicht als Mensch wahrgenommen. Vermutlich spielte(!) hier ein echtes Crewmitglied eine Schaufensterpuppe, um das Geld für eine “echte” Puppe zu sparen?! – Und wieso sehen wir den ganzen Film über nicht den kleinsten Ausschnitt aus einem SW-Film? Weil man die Rechte von Onkel George nicht bekam oder weil die Zuschauer empört aufgeschrien hätten, wenn ein guter Film innerhalb eines schlechten nach ein paar Sekunden nicht mehr weitergezeigt worden wäre?

Hätte man Lucas nicht wenigstens mal zeigen können (von mir aus von einem Schauspieler verkörpert, der einen arroganten Fettsack mimt), statt ihn nur als vernuschelte Telefonstimme zu präsentieren? Wieso hat man das Gefühl, dass sämtliche Schauspieler den Humor des Filmes nicht ernst nehmen (klingt komisch, muss aber sein!) und jede Sekunde losprusten könnten?

Immerhin gefiel mir die eine(!) Szene, in der sich die Warsler mit ihren Erzfeinden, die Trekkies, auf offener Straße prügelten: „Ah! Er hat mir das Ohr abgebissen!“ (*Spock-Gummiohr ausspuck*) Überhaupt hatte ich während es Films das Gefühl, dass Trekkies sich für Spott und Hohn besser eignen als die bräsigen Warsler mit ihrem überschaubaren Mini-Universum, wenn man bescheuerte Trickfilme, Comics und Romane mal außen vor lässt. Wenn es darum geht, sich peinlich zu verkleiden und sich einen Salzstreuer an die Birne zu halten, um einen Blinddarmdurchbruch zu diagnostizieren, sind WIR immer noch ganz weit vorne in der Schlange zum Psychotherapeuten!

Q’apla!

„Oh, Mann. Ich habe ganz schön krass Krebs, Jungs! Macht also mal kurz Pause mit Pimmel-, Sex- und Actionfigurenscherzen, damit ich in Ruhe die wehmütige Musik hören kann!“ – Ab ins Lagerfeuer: Wer immer noch nicht genug von Teeniekomödien bekommen kann, sollte diesem Film auf jeden Fall… KEINE Chance geben. Denn der Sperma-, Fäkal- und Omafick-Faktor kommt in anderen Werken 5x so stark zur Geltung…


Fazit: Unlustige Komödie mit unsympathischen Darstellern für Leute, die sich freuen, wenn es nach den vielen unlustigen Komödien zu Sex, Beziehungen, Kindern, der Midlifecrisis und anderem Klimbim auch mal eine humorfreie Zweiverwertung der Science-Fiction-Welt gibt. Jeder Gag ist hier ein echter Volltreffer, mitten in die Magengrube des halbwegs anspruchsvollen Zuschauers.

Aber immerhin habe ich etwas gelernt! Nämlich, dass Freundschaft und Vertrauen wichtiger sind, als… – Nein, Scherz: Ich wusste bislang nicht, dass selbst klein gemeinte Komödien so billig wirken können. Eigentlich alle Locations wirken so klein (oder einfach nur mies gefilmt?), dass man meinen könnte, das ARD hätte noch gerade eine Eigenproduktion zur Auffüllung eines Programmplatzlochs aus der Kiste im Keller gehoben.

Wenn sich ausreichend viele Menschen von dem “Guck mal, wir kennen AUCH Star Wars”-Faktor blenden ließen, sollte man in Zukunft vielleicht auch Komödien über DSDS-Verehrer drehen (“Komm, wir klauen die Aufzeichnung für die Liveshow am nächsten Samstag!”)…

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von Klapowski | 21.01.10 | Film-Hammer | Trackback

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31 Besucher-Kommentare


  1. Saw sagt:

    Dann noch lieber “Free Enterprise”. Der bessere Fanboys-Film. Gibt es davon mal ein Review? Schon allein der alte Shatner gibt genug Satirevorlage.


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