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„Flash-Men 2: Tag der Abrechnung“ (Drei Reviews)

2009 war ohne Frage ein mieses Jahr. Warum? – Na, kaum DREIER-REVIEWS! Und so mussten wir unseren dreifaltigen Review-Thron leider an andere Seiten abgeben, die nicht selten mit dreisten Fälschungen aufwarteten. Für den gebildeten Laien waren diese meist schon dadurch zu erkennen, dass diese nur EINE Filmbesprechung statt derer drei besaßen. Nun denn: 2010 startet bei uns selbstverständlich mit „Terminator 2“ (für eine bessere Produktivität), „X-Men 2“ (Minderheitenschutz) und „Flash Gordon“ (Förderung geistig Benachteiligter).

INFORMATIONEN:

Regie: James Cameron
Jahr: 1991
Budget: $102 Mio.

Poster
Der wahre Mann aus Stahl oder doch nur ein rostiger Schluff?

Auch wenn Arnold dafür viel Spott und Hohn erntete, so hat sich doch niemand so sehr um die… öh… „Weiterentwicklung“ des Zwei-Wort-Satzes („Du fährst!“ / „Mach Platz!“) verdient gemacht wie er. Sein schauspielerisches Talent mag dem einer (muskelbepackten) Parkuhr entsprechen, aber wenn man ehrlich ist, hätte man die Rolle des wortkargen Metallmannes mit niemand anderen besser besetzten können. Vielleicht noch mit Sylvester Stallone, aber warum hätten die Maschinen einen Kampfroboter mit schiefer Nase und Vietnamvergangenheit erschaffen sollen?

Mit Nackenmuskeln wie überdimensionierte Buchstützen wirkte es absolut glaubhaft, wenn Arni wieder mal ein nerviges Menschlein durch die Scheibe warf oder mal gerade durch die Tür ging, die man bis eben noch „solide Wand“ nannte. Dabei immer einen kultigen „Jede Silbe kostet extra“-Spruch wie „Hasta la vista“ oder „Ich brauch mal Urlaub“ auf den androiden Lippen habend. Kurz(!) gesagt: „Terminator 2“ war für die nachfolgenden Actionfilme so prägend wie „Matrix“ für die Erfindung der Zeitlupenparodie.

T2 ist Kult, T2 ist Wumms. Die Story dürfte bekannt sein: Sarah Connor leidet – nach ihrer Scheidung von Marc Terenzi – in einer Nervenheilanstalt an ihrem Wissen um den nahenden Atomkrieg, während ihr Sohn – ein zukünftiger Widerstandskämpfer – abwechselnd von einem Terminator verfolgt und von einem anderen beschützt wird. Gemeinsam ist man die meiste Zeit auf der Flucht vor dem Pflegepersonal, der Polizei, dem formwandelnden Kampfroboter, der Zukunft und der filmischen Langeweile (erfolgreich)! Obwohl das Ganze für heutige Verhältnisse etwas lahm beginnt (Arni: „Muss Prämisse des Films erklären. Priorität eins!“) steigert sich das Ganze später zu Actiondimensionen, die man heute zwar besser hinbekommen könnte, aber halt auch nicht sonderlich viel. Gegen das Finale wirken Teil 3 und 4 noch heute wie eine gemütliche Kaffee&Motoröl-Runde, wobei vor allem der vierte Teil das feurige Stahlwerk-Ambiente mehr schlecht als recht kopierte.

„Ich habe dem Typen schon 4 Mal ins Gesicht geschossen und er steht immer noch. Seltsam.“ – „Das ist ein Rhododendron-Busch, Du geistloses Update-Notstandsgebiet. Und jetzt nimm die verfluchte Sonnenbrille ab!“ – Wegen Verdunkelungsgefahr von der Polizei gesucht: Nicht nur die DDR hatte langanhaltende Probleme mit irgendwelchen Schießbefehlen an irgendwelchen Mauern…

Okay: Die damals hochgejubelten CGI-Effekte rund um die antagonistische Quecksilber-Matschbirne mit Morphingfähigkeiten wirken heute fast so antiquiert wie Matte-Painting und Bluescreen. Hat man sich aber erst an den Playstation3-Look des zähflüssigen Bösewichtes gewöhnt, so muss man sich immerhin eingestehen, dass es z.B. viele Fernsehserien bis heute nicht grundlegend besser machen. – Die ständig im Hintergrund lauernde Bedrohung durch den rastlosen T-100 sucht in Actionfilmen sowieso noch immer seinesgleichen. Dagegen wirkte die Terminatrix aus dem 3. Teil wie das Fotomodell, das sie eigentlich auch war. Emanzipation gut und schön, aber grimmige Kampfroboter müssen arische Kerle sein, in deren Iris der Kruppstahl glitzert.

Die sonstigen Charaktere erfüllen ebenfalls ihren Zweck, vor allem Sarah Connor mimte die weibliche Heldin dank den großzügig von DHL verteilten Muskelpaketen sehr glaubwürdig. Von ihrem leidenden Dackelblick aufgrund der nahenden atomaren Umgestaltung der Erde ganz zu schweigen. Der junge John hat zwar ein paar Nervmomente („Hey, Termi! Mach mich mal nach! Blblbl!“), ist später aber gottlob cool genug drauf, um im Kampfeinsatz nicht die Saugfähigkeit seiner Unterhose unter Beweis zu stellen.

Es wird gesprengt, die Lastwagenliebhaber unter den Zuschauern ausgiebig gequält, ein Hubschrauber verheizt, Zivilisten mittels kaltem Stahl zerteilt oder ihrer Kniescheiben beraubt, flüssiger Stickstoff kreativ eingesetzt und der eine oder andere Schuss verfeuert (Achtung, Untertreibungsalarm!). Nach dem etwas bräsigen Beginn im antiquierten 90er-„Was sind wir cool und fortschrittlich“-Look war ich sehr überrascht, wie sehr mich der olle Oldschool-Radau dann doch wieder gefesselt hat. Trotz und gerade wegen der sehr gradlinigen Story, die auf pseudophilosophische Exkurse und verzichtbare Nebenfiguren nicht den geringsten Wert legt. – Nebenfiguren gehören erschossen, nicht beleuchtet, rrrrichtig so!

Ich jedenfalls verspürte noch 24 Stunden nach dem Sehen den unwiderstehlichen Drang, zu langsam gehende Passanten ins nächste Schaufenster zu werfen („Fliegen steigert Fortbewegungseffizienz!“). Und was kann einen Qualitätsfilm mehr auszeichnen als das Wecken von Gewalt- und Nachahmungstrieben beim Zuschauer?

Fazit: James Camerons „Ab jetzt kann ich alles“-Visitenkarte überzeugt noch heute mit schnörkelloser SF-Kämpfen, bis einer weint – oder mit appen Arm durchs Stahlwerk kriecht. Aufgrund der ersten Alterserscheinungen wollte ich erst nur 5 Gummiohren vergeben, doch objektiv gesehen gibt es wenig, was man heute an diesem Werk verbessern könnte (MetallSPRITZER beim Beschießen von Mister Quecksilber?). Daher: Volle 6 Punkte auf einer Skala von „Ist sofort zu terminieren“ bis „Uneingeschränkt positiv“!


INFORMATIONEN:

Regie: Bryan Singer
Jahr: 2003
Budget: $110 Mio.

Poster
Das Mutantenstadl ist zurück!

Da sind’se also wieder: Die ausgiebigen Esser von Genreis und manipulierten Sojasprossen. In dieser Ausgabe von „Ich bin gefährlich, aber hab‘ mich trotzdem lieb!“ geht es um Professor Xaviers Cerebro-Maschine, mit deren Hilfe er alle Menschen der Erde töten könnte. Das ist natürlich ebenso schwachsinnig wie verheißungsvoll für die Guten und die Bösen. Doch: Wer ist wer und woher sollen ausgerechnet die Amis so etwas wissen?!

Das Drehbuch ist ganz Okay, trotzdem aber nur eine überbezahlte Rechtfertigung, jeden der gefühlten 48 Kämpfer mindestens ein- bis zweimal seine jeweilige Spezialfähigkeit einsetzen zu lassen. Das haben japanische Poke-, Digi- und andere Blödimon-Serien ja schon seit mindestens einem Jahrzehnt drauf und wird durch diesen amerikanische Superhelden-Massenauflauf („Bitte weitergehen, hier gibt es nichts Unsichtbares zu sehen!“) auch nicht frischer.

Dank Unverwundbarkeit, Eis-, Feuer- und Wettermanipulatoren, telepathisch und telekinetisch begabten Spezialkräften, Metallbeschwörern, Verwandlungskünstlern, Laserbrillenträgern, Energieabsorbern, Kurzstreckenteleportern und anderen Next-Uri-Gellern dauert es meist nur ein paar Sekunden, bis das aktuelle Problem irgendwie behoben wurde. Da ist es für den Zuschauer fast schon herausfordernd, den jeweils für eine Aufgabe passenden Mutanten herauszusuchen, bevor es der Film für einen tut. – Für angehende Führungskräfte, die noch Probleme haben, ihre Mutant… Sesselpupser entsprechend ihrer Fähigkeiten einzusetzen, ist das sicherlich ein schönes Schulungsvideo.

Ein weiterer unangenehmer Nebeneffekt ist der, dass bei diesem riesigen Latex-Zoo fast alle Figuren zu kurz kommen. Zwischendurch hat man bestimmte Zauberkünstler schon fast wieder vergessen, bis diese dann Just-In-Time in der Festung des Oberbösewichts um die Ecke stiefeln und mit einem gebrummelten „Zur Seite!“ ankündigen, gleich ein weiteres Stückchen vom CGI-Budget abzwacken zu wollen.

Apropos CGI: Die Effekte sind ausreichend, aber heute auch wirklich nichts Weltbewegendes. Apropos „Bewegte Welten“: Gerade bei der realistischen Darstellung von fließendem Wasser hat es in den letzten Jahren – siehe Emmerichs „2012“! – allerlei Fortschritte gegeben. Gerade der zerdepperte Staudamm am Ende der verfli-x-ten Men wirkte doch etwas peinlich in seinen Auswirkungen: Da gab es nur eine lahme Gischtwolke zwischen ein paar Bäumen, als würde man Zuhause nach einer heißen Dusche den Vorhang wegziehen. Und als das Opferlamm-des-Films™ das Non-Wasser zu zwei Wänden teilte, sah das auch ziemlich Ernüchternd aus: Zwei schnell vorbeiwabernde Matschtexturen auf der Flucht vor dem genaueren Hinsehen. Da ist man von „Die 10 Gebote“ (1956) doch etwas mehr gewohnt.

„He, Professor! Ich danke ihnen sehr für den Ratschlag, mich auf etwas zu konzentrieren, was mir WIRKLICH Spaß macht, um mich selbst zu finden. Ich glaube, ich muss nur noch 4 oder 5 dieser Leichenberge aufschichten, um zu einem tieferen, buddhistischen Verständnis meiner selbst zu finden.“ – Die oberste Dermatologenregel für Krallenträger lautet: Egal, wie sehr etwas juckt, NIE länger kratzen, als es der Internist empfiehlt!

Und konnte man die zeitlich versteinerten Menschen zu Beginn nicht irgendwie digital zum Stillstand bringen? Bei Statisten, denen vor lauter Muskelanspannung („Gnah! Darf mich nicht bewegen! Gnarrr!“) fast die Haut vom Körper springt, bekomme ich traditionell nämlich einen mutierten Lachanfall.

Was mir jedoch gefallen hatte, war der telepathische Zweikampf zwischen Professor Picard und dem stummen Rollstuhl-Psycho („Du musst alle Mutanten töten.“ – „Klaro… Ich muss mich dafür nur leider so lange konzentrieren, bis mich meine Leute hier rausholen.“) und andere Kleinigkeiten. So fand ich den Ausbruch von Magneto aus dem Plastikgefängnis sehr clever („Heda, Wärter! Sie haben wohl zu viel Eisen im Blut?!“) sowie einige kleine gesellschaftskritische Einsprengsel (Mutter zu ihrem Sohn: „Hast du denn schon mal versucht, KEIN Mutant mehr zu sein?“).

Insgesamt also ein sehr fragmentiertes, überfrachtetes Charakterdrama auf Actionfigur-Niveau. Durch die vielen unterschiedlichen Elemente wird der ganze Zinnober jedoch erst dann langweilig, wenn der Abspann gelaufen ist und einem wieder das Hauptmenü der DVD entgegendudelt. Tja. Und wieder einmal bestätigt sich bei der „X-Men“-Filmreihe das, was mir schon bei den „Phantastischen Vier-tklässlern“ in den anästhesierten Sinn kam: Zu viele Helden verderben den Einheitsbrei.

Fazit: Kriegt gerade noch die Kurve zur soliden Unterhaltung, schwächelt aber bereits jetzt aufgrund der 97 verschiedenen Themen, die mal mit der Kettensäge, dann wieder vorsichtig mit dem Skalpell angeschnitten werden. Das beste, was man dem zweiten Teil zugute halten kann: Er ist NICHT Teil 3. Denn da blickte man wirklich nur noch durch, wenn man mit Röntgenblick UND einem elefantösen Personengedächtnis gesegnet war…


INFORMATIONEN:

Regie: Mike Hodges
Jahr: 1980
Budget: $35 Mio.

Poster
Flash ist der Größte! Denn nur wahre Helden tragen schließlich T-Shirts mit dem eigenen Logo drauf.

Ein Film aus den 80ern, der den Namen „Flash Gordon“ trägt, muss natürlich gewisse Erwartungen erfüllen. Und diese werden auch erfüllt: Der Streifen sieht nämlich definitiv aus wie ein Film aus den 80ern, welcher den Namen „Flash Gordon“ trägt… Es dominieren Gelb- und Rottöne, die so aussehen, als wäre ein Vulkan unter einem Lagerhaus für Plastikspielzeug ausgebrochen und hätte alles in eine krebserregend-bunten Lavastrom verwandelt. Die Actionfiguren zum Film könnten selbst, wenn man versuchen würde, die Originale noch etwas mehr zu stilisieren, nicht viel anders aussehen stark geschrumpfte Ausgaben der Bösewichter. Denn nicht nur Tränen, auch Gussformen lügen nicht.

Die Handlung dürfte selbst denen bekannt sein, die nie einen Flash Gordon-Film oder eine der Serien gesehen haben dürfte. Denn genau die selben Space-Storys habe ich auch als 6-Jähriger mit meinen Legoraumschiffen immer und immer wieder durchexerziert. Die Geschichte ist praktisch die Verkörperung einer Urangst, die so alt ist, dass man vermuten könnte, dass schon der Urmensch davon geträumt hat, mit Laserkeulen auf Bösewichte von Außerhalb loszugehen:

Ein außerirdischer Diktator namens Ming (Ein Asiate, wer sonst?) sucht die Erde heim und lässt auf Knopfdruck Erdbeben und Unwetter auf die Menschheit los. Flash Gordon (Sportler) und Trulla Trullerbü (Journalistin) werden von einem verrückten Professor (der absolute Klassiker!) in einer Rakete zum außerirdischen Planeten befördert. Dort gerät man chronisch in Gefangenschaft (Auch unter „Stargateritis“ bekannt), denn das vorherrschende Problem ist fortan die drohende Freiheitsentziehung. Die grundgesetzwidrige, wie ich hinzufügen möchte!

Zu diesem Zweck haben die Bösen etwas, was auch reale Physiker „Teilchenzoo“ zu nennen pflegen: Strahlenwaffen für jeden Zweck! Zum Verschwinden lassen von Gegenständen, zum Töten, zum Paralysieren, zum Hirn-Entleeren und für das sexuelle Hörigmachen der holden Weibischkeit. Sogar zum Pissen scheint es hier einen eigenen Strahl zu geben, was beim genaueren Hinsehen aber vielleicht auch nicht soooo ungewöhnlich ist …

„Professor Sarkow! Können sie uns bitte wissenschaftlich erklären, warum der Kerl neben uns Flügel trägt?“ – „Sobald ich mir den Hintergrund der Elfen und des Drachens am Kronleuchter zusammenreimen konnte, werde ich mich mental gerne darum kümmern, Flash!“ – Rot ist die Farbe der Hiebe: In Mings Palast trägt fast alles diese grelle Bonbonfarbe. Wobei er sie natürlich eher mit „frischer Blutwurst“ vergleicht, dieser Fiesbold…

Wir sehen also schnell: Hier kommt Trash frisch auf den Tisch! Allerdings muss ich an dieser Stelle einräumen, dass hier das C-Movie-Optimum nicht ganz erreicht wurde und der Film irgendwo im ironischen Niemandsland zwischen B- („Vielleicht wird’s ja doch ein Kassenerfolg?“) und C-Klasse („Na ja, vermutlich aber eher nicht, aber Hauptsache, wir haben Spaß.“) herumkreuchte. So fehlten definitiv ein paar Briten in der Produktion, die den Humor hätten noch weiter „verschrägen“ können. Für witzige 70er/80er-Jahre-Sprüche muss man sich weiterhin an den dicken Italiener mit dem Vollbart wenden und gegen den bizarren Drogenrausch „Barbarella“ wirkt „Flash Gordon“ streckenweise schon fast seriös.

Am besten hat mir immer noch die Szene mit dem unbeabsichtigten Football-Spiel gefallen: Flash kegelt ein paar blöde Bösewichter um, die Kleinwüchsigen unter den Zuschauern bekommen immerhin große Augen und der Chef der geflügelten Aliens verkloppt in unbeobachteten Momenten auch mal eines der anwesenden Stehaufmännchen. Eben Humor für Leute ohne Humor. Davon hätte ich gerne mehr gesehen, denn nach TV-Serien wie „Xena“, „Buffy“ und „Stargate“ ist man es eigentlich gewohnt, humorige Action für anspruchsvolle(!) Doofe mindestens im 5-Minuten-Rhythmus zu sehen.

Einzig, nicht artig: Lasst Euch von der fluffigen Blödigkeit nicht täuschen: Der Rest des Films ist nicht ganz so selbstironisch und temporeich. Dabei hätte ein Tennis-Match und ein Minigolf-Duell zum Schluss bestimmt noch den einen oder anderen Pluspunkt bedeutet!

Die Kulissen außerhalb von Mings Palast können sich heute noch durchaus sehen lassen (tun sie aber eher selten, da der Film nie den Sprung zum Kult geschafft hat und somit praktisch nie zu sehen ist), wirken aber ähnlich deplaziert, als würde man eine Currywurst von einem 5-Sterne-Koch servieren lassen. Die Charaktere sind bloße Archetypen, dabei aber auch nicht überzogen oder selbstironisch genug, um wirklich witzig zu wirken.

Nachdem Sparkiller mir diesen Film vor einigen Monaten wärmstens empfohlen hat (sieht es deswegen dort so schwul aus?), war ich dann doch etwas enttäuscht von der lahmen Erzählweise und der teilweise langweilig-konservativen Ernsthaftigkeit, mit der diese Geschichte zwischen den heiteren Einsprengseln weitererzählt wird. Wahrscheinlich muss man so etwas als 10-Jähriger geliebt haben, um sich Jahrzehnte später noch fast 2 Stunden auf eine Horde 80er-Jahre-Power-Ranger konzentrieren zu können. Ich selbst habe es auch nur geschafft, nachdem Sparkiller einen „Sitzen bleiben und Fresse halten“-Strahl über meinem Sofa installiert hat…

Fazit: Nach geschichtlichen Gesichtspunkten ist diese Variante von „Einer flog übers außerirdische Diktatorennest“ sicherlich interessant. Liebenswert wirken die teilweise doch recht aufwendigen Kostüme und Kulissen auf jeden Fall, dafür lege ich sogar meine Hand ins Feuer und/oder vor einen Plastiklaser.

Allerdings zieht sich die inhaltsleere Klischeeparade dann teilweise doch wie ein Kaugummi aus rotem Latexstrampelanzügen. Hier hätten noch mehr Tempo und Witz wahre Wunder des „Hingucken-Wollens“ bewirken können…


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Artikel

von Klapowski am 02.01.10 in Film-Review

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Kommentare (9)

  1. bergh sagt:

    tach auch !
    #
    Nach dem Flash flash muß ich mich erst einmal erhgolen.

    Wo bleibt debnn der Doctor Teil 2 ?

    BTW : Lasterliebhaber kommen in T3 doch noch mehr auf Ihre Kosten oder ?

    Gruss BergH

    AXO:Erstör

  2. JJ sagt:

    Was haben allen gegen X-Men 3, so schlecht fand ich den gar nicht. Apropos Flash und schwul, bei dem Film den Song von Queen nicht zu erwähnen ist ziemlich sträflich, sorgt der allein doch schon für mindestens ein Gummiohr mehr. ;)

    PS: Ich warte auch auf das Review von End of Time Part 2.

  3. Wurstsuppe (Jetzt mit WURST) sagt:

    Warum nochmal hat sich eigentlich Professor Picard für die dämliche Verfilmung hingegeben? Oder hat der Regisseur ein Filmtape vom P gefunden, auf dem er mit dem Rollstuhl rumfährt, und das dann „kreativ“ reingeschnitten?

    Verwundernd,
    Wurstsupp‘

  4. JJ sagt:

    Naja, so wählerisch ist „Professor Picard“? verwechselt du das jetzt mit Sir Patrick? :D mit seinen Filmrollen wohl nicht, sonst hätte er auch nicht in Nemesis mitgespielt. X-Men ist dagegen eine Offenbarung. (alle Teile)

  5. Anonymus (Bosch) sagt:

    Also, da muß ich doch mal arg widersprechen, was „Flash Gordon“ angeht.
    Wenn man bedenkt, dass man hier eine Vorlage aus den 20er Jahren hat und die ganz Story zu der Teit auch schon als Staffel einer Serie verfilmt wurde, ist das Erzähltempo durchaus nicht zu lahm! Oder ist der werte Herr Klapowski doch endlich dem „Schnelle Schnitte-Wahn“ verfallen, den er früher immer so bemängelt hat?
    Also ich habe mich beim letzten sehen jedenfalls keine Sekunde gelangweilt, dazu istder Film viel zu bunt.
    Was das Extra-Ohr für den Soundtrack angeht, stimme ich ebenfalls voll zu.
    Aber bitte auch eins für die fantastische Prinzessin Aura (ebenfalls sehr schnuckelig in „Gib dem Affen Zucker“ mit Celentano), für den König der Lüfte und natürlich für Max von Sydow als Ming… Natürlich sind das Stereotypen, aber wer hat denn ernstlich was gegen Popcornkino einzuwenden?
    Lustig am Rande: Ist das eigentlich Absicht, dass zwischen den beiden Doctor Who Reviews schon wieder ein Film mit Timothy Bond (diesmal mit Porno-Bart) besprochen wird?

    Ach so, bei den anderen Reviews stimme ich vor allem dem Fazit sehr zu… Gut im Vergleich zum Nachfolger! Punkt!

  6. Klapowski sagt:

    „Flash Gordon“ ist vermutlich – wie bereits angedeutet – einer dieser Filme, die man nur mit einer gehörigen Portion „Weißt du noch, früüüher?“ ertragen kann. Wenn man als Grundschüler dann aber doch nur Star Trek gesehen hat, hat man doch das Gefühl, das alles irgendwo schon mal ertragen zu haben. Bei „Raumschiff Enterprise“ war schließlich auch alles so hübsch rot und manchmal passierte sogar etwas mehr, als dass irgendwelche Heimscheißer irgendwo freiheitsberaubt wurden.

    Schnelle Schnitte müssen auch für mich (noch) nicht sein, aber wenn es einfach nichts Tiefgründiges zu erzählen oder zu zeigen gibt, kann an manchen Stellen des Filmes einfach mal Langeweile aufkommen.

    Apropos X-Men 2 und Nachfolger:

    http://www.zukunftia.de/artikel/1463/10000-blade-men-3-reviews/
    (Review zum dritten Teil Inside)

  7. Sparkiller sagt:

    Hurra! Dass meinem unwerten Kollegen Klapowski in Sachen KULT manchmal so einiges an Gespür abgeht, scheint endlich auch bei den hier anwesenden Kommentatoren (welche nicht nur unheimlich gut aussehen, sondern auch noch einen TOLLEN GESCHMACK besitzen!) angekommen zu sein.

    So gehört „Flash Gordon“ nämlich zu MEINEN absoluten Lieblingsfilmen, neben solchen Werken wie den „Blues Brothers“ oder auch „Ghostbusters“. Ich wage sogar zu behaupten, dass ich den 80er-Flash von ALLEN Filmen am häufigsten gesehen habe!

    Denn gerade das durchgehend ernsthafte Auftreten der Charaktere in dieser wundervoll trashigen Umgebung (So trägt Flash eine ganze Weile ein Flash-T-Shirt, siehe Bild oben!) verschafft dem Ganzen erst diese ganz besondere Stimmung, wo man sich beim Gucken noch wohlig kichernd in seine Kuscheldecke schmiegen kann. (Wer stattdessen ein plumpes „Hach, ist das alles lustig hier!“-Auftreten bei den Schauspielern erwartet, der sollte lieber „Disaster Movie“ gucken, höhö.)

    Und wo sonst gibt es in einem Film so einen klasse Soundtrack von Queen (da habe ich mich über Klapos Ignorieren auch gewundert, ist „Radio Gaga“ doch sein Lieblingslied!) und einen wundervoll-perversen Bösewicht („Und sie wird mich heiraten zu MEINEM Vergnügen!“), der zuvor als schwedischer Darsteller in eine asiatisch anmutende Klunkertunte verwandelt wurde?

    Dazu noch die genialen und gewollten Trash-Effekte, Marke „Knapp vorbei an der sichtbaren Schnur“, und eine rattenscharfe Ornella Muti, wo selbst ich mal sagen muss: „Mann, ist die SCHNUCKELIG! (Lechz!)“.

    Fazit: Selbstironischer Sci-Fi-Kult und wohl auch Heute noch eine der besten Comic-Umsetzungen. Dabei aber nichts für Leute, die Filme mit Monokel und einer an der Stirn festgetackerten Nase gucken, damit man diese auch durchgängig rümpfen kann. Note: 1-

  8. Donald D. sagt:

    Ich schließe mich meinen Vorschreibern an. Die Gummiohren-Skala bei „Flash Gordon“ MUSS um ein Gummiohr nach oben korrigiert werden, denn das ist der QUEEN-Soundtrack allemal wert, hat diese Gruppe doch mit Freddie Musik jenseits des bekannten Universums geschaffen.
    Ich empfehle als nächstes eine Rezension zu „Highlander“. Ebenfalls im Kino gefloppt, auf Video zu Kult geworden und ebenfalls ein phantastischer Soundtrack von QUEEN (und Michael Kamen).

  9. Avery Bullock sagt:

    Das Sir Stewart bei jeder Rolle/Synchro für nur ausreichendes Geld mitmacht, sollte einem spätestens seit American Dad klar sein.

    Wach auf Wurstsuppe!

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