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Star Trek Enterprise – 3.02 – „Anomalie“ („Anomaly“) Vorab-Review

Nur wenige Stunden nach dem Testmuster von „The Xindi“ erreichte uns bereits die 2. Folge der 3. Staffel! Nur rein physikalisch natürlich, nicht unsere Herzen… Lest also hier den schnell zusammengeschusterten VORAB-HAMMER, mit dem wir uns eine volle Phaserbreitseite weit vor unseren Webkonkurrenten bugsieren wollen!

Wie sehr freute ich mich doch darüber, dass es in dieser Folge um eine „Anomaly“ gehen sollte. Nicht wissend, dass hier nach 10 Minuten nur die Anomaly gehen sollte…

Schade, dass die netten, wenn auch wenig innovativen Expanse-Effekte (Stromausfall, noch MEHR Spielereien am Schwerkraftregler, Materialermüdung, ect.) nur am Anfang der Folge auftreten… Zu schnell geht der Fokus auf die hundsgemeinen Weltraumpiraten über, die mit bemalter ST-Einheitsstrumpfmaske (sollten die Aliens laut Braga nicht zukünftig faszinierender aussehen? Keine Gnubbelköpfe mehr?!) durch das Schiff toben…

Irgendwie wirken die dauernden piraterischen Übergriffe („Marauders“, „Aquisition“, „The Catwalk“) inzwischen wie Antithesen zu den ständigen Entführungsfolgen: Wenn der Prophet nicht in`s Berggefängnis kommt, muss das Berggefängnis eben zum Propheten kommen! Leicht schmutzig und sichtbar BÖSE lassen die Diebe alles mitgehen, was nicht niet- und kulissenfest ist…

Da ST jedoch noch immer zu einem Großteil aus patentierten Charakterelementen© besteht, will Archer natürlich nicht quoten… ähem… tatenlos zuschauen… In Folge dessen regt sich unser Captain verständlicherweise ein wenig auf, wodurch den grandiosen Archer-Charaktermomenten der Vergangenheit wieder ein paar zusammengetackerte Augenbrauen hinzugefügt werden… Dass unser Lieblingscaptain nicht gerne bestohlen wird, kann man als Trekkie natürlich problemlos nachvollziehen… – Womit der Schriftzug „Unbedingt notwendig: Zuschaueridentifikation!“ im Handbuch „Dramaturgische Drehbücher“ auch schon erfolgreich abgehakt werden kann…

Schade nur, dass John seit einigen Wochen unter der Zwangsneurose leidet, nicht cool und entschlossen genug zu sein. Doch dank Scott Bakula`s energischer Kritik in der an das Paramountgebäude angeschlossenen Fischfabrik spendierten ihm B&B bekanntlich eine „härtere Fassade“…

Was hier jedoch zu Auswüchsen führt, die die alten ST-Fans unwiederbringlich aus dem Franchise jagen werden: Archer ist nämlich nicht mehr der Nice Guy, sondern ein schizoider Gewalthansel, der spuckenderweise herumschreit, Gefangene bis an die Grenzen des Trek-erträglichen unter Druck setzt und überhaupt ziemlich entschlossen aus der Wäsche blickt…

Dabei hatte der Quotenrückgang in der letzten Staffel ganz sicher NICHTS mit mangelnder Entschlossenheit zu tun! Entschlossenheit ist doch nur ein Fehlen von sympathieträchtigen Schwächen, die oftmals viel mehr Quoten bringen als Ballermann&Söhne: Sogar eigentlich hohlen Superhelden wie Spiderman, den X-Men und vielen mehr wurde NUR durch alltägliche Pickelprobleme und Angst vor der eigenen Macht zu emotionalen Tiefen (und Kassenerfolg!) verholfen!

Gut, die Effekte und die Produktionsmittel an sich sind wieder einmal gut gelungen… Das erzwungene Andocken der Piraten nebst Aufschneiden eines Teils der Hülle ist mindestens als „nett“ einzustufen… Da auf mich dieses Attribut momentan aber eher weniger passt, muss ich ganz frech fragen: Was sollte das Ganze? Was war die Aussage der ganzen Herumrennerei mit Phasern, an der sich ENT-Soldaten und Augenklappenliebhaber so inbrünstig wie schmalbrüstig beteiligten?

Hätte man die Phaserduelle nicht gegen eine zünftige Partie Brenn-, Völker- und Maskenball tauschen können?

Und warum hält sich Archer mit dem Verhör von Pepp-befreiten Gastdarstellern auf? Wen interessiert schon WAS, WER und WOFÜR? Lasst die Jungs doch mit dem Kaffeeautomaten ziehen, wenn wir dafür nur diese überraschungsarme Folge nur endlich beenden können!

Einziger Licht(im wahrsten Sinne des Wortes)blick: Das Ausnutzen der Expanseeffekte, um diese gegen die Piraten zu verwenden. Wobei einem hier aber sicherlich auch noch schönere Kombinationen eingefallen wären!

Fazit: Alles schon mal da gewesen. Und da. Und da. Und noch mal (Seufz!) da. – Alleine schon nach dem Studium der kurzen Inhaltsangabe in der Programmzeitschrift würde man sich um die verlorene Lebenszeit ärgern… Hier gibt es nichts zu sagen, nichts zu ergründen, nichts Neues, aber auch nichts angenehm Gewohntes aus Star Trek (siehe unsäglich lange Verhörszenen).

Daher: Einfach nur langweilig.

Punkt.

Note: 4


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Artikel

von Klapowski am 13.09.03 in Star Trek - Enterprise

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Kommentare (12)

  1. bergh sagt:

    tach auch.
    Erster !
    SCNR

    Wirklich soooo schlimm ?
    Schade !

    Gruss BergH

  2. nakedtruth sagt:

    Es gibt nur einen Rick Berman, es gibt nur einen Rick Berman, es gibt nur einen Rick Bermaaaaan…!

    Brüder und Schwester, kniet nieder und dankt dafür.

  3. urangeschoss sagt:

    ich kann diesen SCHEISSENDRECK NICHT MEHR HÖREN…
    DIESE REDE von Einem TIEFPUNKT..
    ICH KANN DIES SCHEISS NICHT MEHR höeren… Klapowski will unterhaltung… DANN SOLL ER DIE DOCH MACHEN.. und kein ENTERPRISE…

    So ich mach mich mal mit 3 weizen und nem joint so richtig locker…

  4. Klapowski sagt:

    Aber, aber… Wer wird denn gleich die Last Frontier seines Blutdrucks erforschen wollen?

    Außerdem war die Episode 3.03 ("Immer die Last mit den Schotten") schon bei weitem besser!

  5. ObiJan sagt:

    Gebrauchsanleitung zum Genuß einer neuen Enterprisefolge. Setzen sie sich bequem hin und decken sie sich mit genügend koffeinhaltigen Getränken und zuckerhaltigen Speisen ein.Konsumieren sie diese im überdruß und schauen sie vor der ENT-Folge mindestens eine Stunde nur Verbraucherinformationen, auch Nachrichten über den eigenen Kiez sind gut geeignet. Wenn ihr Geist anfängt zu schreien, daß er diesen Mist nicht mehr sehen will, sind sie endlich bereit, sich die neue ENT-Folge anzuschauen. Vergessen sie jetzt unbedingt nicht den Konsum der Getränke und Speisen. Ignorieren sie sämtliche Dialoge und achten sie mehr auf die neue Gardrobe von T-Pol. Freuen sie sich auf die Lichteffekte in den Schlachten und machen sie mit Hilfe des mittlerweilen hohen Blutzuckerspiegels doch einfach mit ! Wenns den kleinen Kindern Spaß macht, warum nicht auch ihnen ? Atmosphäresteigernd ist es hier, die passende ENT-Uniform dabei zu tragen und im Besitz des 9 Stufen Phasers zu sein. Evtl. wird ihr Nachbar davon auch begeistert sein und gleich mitspielen wollen, in dem er wegen dem SChlachtlärm die Green-Shirts zu ihnen vorbeischicken wird. Begrüßen sie diese freundlich und lassen sie sich von ihnen als neuen Kontakt, die White-Shirts vorstellen. Fallen sie nicht gleich aus den Latschen, wenn sie feststellen, daß die White-Shirts schon im Besitz eines Holoraumes mit gepolsterten Wänden sind. Lassen sie sich eine Dosis Romulanischen Wein verabreichen und erleben sie im Holoraum die beste ENT-Folge aller Zeiten.Wir wünschen ihnen ein langes und erfolgreiches Leben !

  6. Schukow sagt:

    @ObiJan
    Wenn man deine Vorschläge beherzigt, heißts wieder, die Trekkies wären fett und verfressen. So kann man auch seine Vorurteile bestätigen.
    Ansonsten saufen die Romulaner Ale und keinen Wein!
    *Heul du haßt die Trekkies beleidigt.Schief"

  7. bergh sagt:

    tach auch !

    Dazu kommt der wohl inzwischen übliche erotische Effekt zum Quoten und Zielgruppen- Einfang.
    Steht hier jemand auf Blondienen in Militär-Unterwäsche ?
    Das war PEINLICH für ST.

    Ansonsten hat es mir eigentlich ganz gut gefallen.
    Obwohl der Wieder einmal Effekt wie von Klapowski beschrieben schon nervt.
    Das die Enterprise den Todestern findet, war auch so la la.
    Und wir sind hier in der [ ] und müssen
    Kanibalisieren gab es bei Voy auch schon mal.

    Kann nicht mal einer die alten Drehbücher verbrennen ?

    Seufz

    Gruss BergH

  8. Klapowski sagt:

    So, nachdem ich die Folge jetzt auch WIRKLICH gesehen habe (dieses Review war selbstverständlich nur aus Erfahrungswerten und einer frühen Zusammenfassung mit 4 Sätzen hochgerechnet), folgt an diesem Wochenende auch noch der offizielle Real-Hammer!

    Mein Notenwürfel schwankt aber schon wieder bedenklich in Richtung einer gewissen Primzahl…

  9. ObiJan sagt:

    7 ? >An der Birne kratz..>

  10. Gast sagt:

    auch wenn ich die folge mal wieder nicht sehr anspruchsvoll fand, hab ich doch einige imho positive punkte gefunden: zum einen wirkt archers "ausflippen" in dieser folge wesentlich echter als trips "ausraster" der letzten folge, und zum anderen scheint zumindest der xindi-gesamthandlungsbogen schon im vornherein etwas besser ausgedacht als der bisherige serienverlauf

  11. Gast sagt:

    ich will das auch endlich im fernsehen sehen.
    ein drängelnder genervter ungeduldiger hype
    ich weiss, das war nicht witzig

  12. Igelnasefingerspitze sagt:

    Läuft im Fernsehen nicht schon genug Mist? Ach so, ich verstehe, du willst, dass noch mehr Leute ihren Kommunikationsverhinderer permanenterweise mittels hochbogigem Schwung aus einer Rahmenwandaussparung werfen… na dann, weiter so!

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