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Weltrettung für Sonderschüler

Ich noch mal. Ich weiß, ich habe gerade erst einen Artikel zum Thema CO2-Ausstoß verfasst. Und normalerweise hätte ich auch weiterhin ruhig in meine Plastiktüte geatmet, wenn das Thema nicht noch immer auf Platz 1 der politisch korrekten Hitparade wäre (Demnächst übrigens als Single erhältlich: „Ich behalte Dich, hab’ Dich so lieb, Du bist mein Kohlendioxid“). So habe ich kürzlich lesen müssen, dass die Deutschen sich große Sorgen wegen des Klimawandels machen. Oder wegen des „Wandels“ allgemein, das weiß ich aber nicht mehr so genau…

Mütter, Omas und Embryonen finden sich plötzlich in Stuhlkreisen in der Fußgängerzone zusammen und beobachten argwöhnisch, ob nicht morgens bereits eine verräterische zweite Sonne aufgeht. Warum es eigentlich wärmer wird, versteht man als Zielgruppe einer 80Plus-Party ja nicht schließlich mehr so wirklich im Detail… Passanten mit Husten und/oder Triefnase werden mit Pappschilder verdroschen (Aufschrift: „Erhöhte Temperatur – Nein Danke!“) und ab und zu gibt einer der Anwesenden zu Protokoll, dass es für diese Uhrzeit tatsächlich deutlich zu warm sei.

Doch zum Glück kümmert man sich bereits seit einiger Zeit um die Angelegenheit, da wir Deutschen die Erde nun wirklich nicht für unsere Kinder zugrunde richten wollen, die wir nicht bekommen. So hat sich zum Beispiel schon vor Jahren ein komplizierter Handel mit Emissionsrechten entwickelt. Und das geht – vereinfacht dargestellt – so: Vater Karl möchte gerne in absehbarer Zeit gepflegt einen fahren lassen. Da er als entsprechende Firma bereits eingetragen ist („Fahrenheit Inc.“), hat er automatisch das Recht, 2 Kubikmeter ungefilterten Pups in die Luft zu entlassen. 2 Kubikmeter gutmütigen, erlaubten Pups, wohlgemerkt. Der tut nichts, er will nur stinken. 3 wären hingegen schon zuviel und würden das Klima mit sofortiger Wirkung in der Vergangenheit um 5 Grad Celsius letzte Woche ansteigen lassen, 2 jedoch nicht. Klingt unlogisch, ist aber so. Macht dem Klima nichts. Das will es doch auch, das Luder.

Doch plötzlich merkt Vater Karl, dass er sein internes Leitungssystem ja mal wieder sanieren könnte. Ob durch eine simple Unterleibsamputation oder den Verzicht von mit Kohl gefüllten Bohnen, ist dabei egal.

Er registriert also, dass er sein durch Gott und die Gesetzgebung gegebenes Emissionsrecht von 2 Kubikmetern nicht ausreiz(gas)en kann oder seine Ehefrau von derlei mathematischen Annäherungsversuchen sogar generell eher wenig hält. Nun hat Vatta also die Möglichkeit, auf dem Wochenmarkt für Stinkstiefel seine Emissionsrechte zum Verkauf anzubieten. „Hey“, könnte er rufen, „2 Kubik zum Preis von einem! Heute bezahlen, Morgen rückwärtig abhusten.“ – Und schon greift Opa Wolfgang zu, der sein Budget ansonsten überschreiten würde…

Jaha, toll, was? Ja? – Bringt nur rein gar nichts, wenn sich die depperten Erdenmenschen wieder mal kleine Logiklöcher in die Wangengrübchen freuen! Ist doch Jörg Kachelmann schnurzpiepe, wie viele Buchhalter auf dem Kinderspielbrett für Weltbürger ihre Fähnchen hin und her schieben. Der sagt dann einfach den nächsten Todesorkan an und gut is’! Und ob Angela Merkel nun verlangt, dass Deutschland 10, 20 oder gar 50% weniger Kohlen in die Luft schippt, ist doch Jacke wie (Wind)Hose… Nach dieser Logik könnte ich ja nun auch losgehen und jedes Jahr 5.000 geschützte Froscharten tot treten (nichts gegen Froschtottreter; jedem sein Hobby! Ist ja auch nur ein Beispiel…) Und wenn sich einer beschwert, stampfe ich 2008 halt 16,45% Quarktaschen weniger in den Boden. Sterben die Grünen halt erst 4 Jahre später aus… War sowieso schon eher für fette Krötenwanderung zu begeistern. Gerne auch in die eigene Brieftasche.

Die ganze Idee, das Klima retten zu wollen, indem wir Glühbirnen nur noch zur Hälfte in die Fassung schrauben, ist also offensichtlicher Unfug. Und die weltmännische Fassung zu verlieren, weil ein Autofahrer 200 Meter weit einen Briefkasten hat mitfahren lassen, obwohl der auch gut hätte zu Fuß gehen können, ist doch ebenfalls beknackt und offensichtlich nur für Doofe. Solche, die die Wale retten wollen, aber jeden Baum im Garten umnieten, weil’s sonst so arg nach Natur aussieht und der Hautkrebs im Sommer mangels Sonneneinstrahlung nicht mehr so richtig sprießen mag. Voll Banane. – Apropos Banane: Bis eine einzige Tonne Südfrüchte nach Deutschland hergefahren (Lkw!) und -geflogen wurde (Flugdings), ist der jährliche CO2-Ausstoß von Luxemburg schon längst verbraucht. Darum: Äpfel aus dem Garten und der Klimaschock muss warten…

Aber sollen die Menschenkinder ruhig weiter an ihren imaginären Ablasshandel im Sandkasten der „Heile-BuBu-Welt“-Realschule abziehen. Wenn der Klimawandel wirklich nicht aufzuhalten ist, können wir uns ja jetzt wirklich gemütlich zurücklehnen. Wieso sich überhaupt anstrengen, drei Milchkühe weniger auf der Weide winden zu lassen, während die Chinesen gerade mal ihre Fabriken für Säure&Ätzgas-Bedarf in die Luft jagen, Grenzwerte noch in der Maßeinheit „Quantastmillionen“ berechnen und überhaupt ziemlich stinkig sind.

Das sehe ich nicht im Geringsten ein. Nicht im Geringsten…

Und ich meine damit schon die um 21,8% verringerte Variante von „Gering“, jawohlja!


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Artikel

von Klapowski am 08.03.07 in All-Gemeines

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