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Von „A“ wie Adolf bis „Z“ wie Zaddam…

Adolf Hitler ist tot. Zumindest versucht man uns das mit Nachdruck weiszumachen. Aus diesem aktuellen Anlass möchte ich einmal auf das Böse im Menschen eingehen, wenn es das selber schon nicht tut. Nämlich endlich eingehen.

Kürzlich habe ich die Information zugesteckt bekommen, dass der werte Hörr Hitler (Preisfrage: darf man Hitler „wert“ nennen??) sich heute „Helge Schneider“ nennt und durch einen Film turnt, den alle Juden und ordnungsliebenden Deutschen mies finden. Ein darmluftgeplagter, impotenter Seitenscheitler – so das Argument – würde die Hitlerfigur verharmlosen. Allein das lässt der NPD eigentlich schon keine Wahl, dieses Werk demnächst als Propaganda auf Schulhöfen zu verteilen. Ich bin sicher, dass man das Werk nur mit entsprechenden Slogans und Untertiteln vermarkten muss, um die Jugendlichen endlich wieder für Politik im Allgemeinen und den Nationalsozialismus im Besonderen zu begeistern: „Unser Adi – Feuer, Eis und Dosenbier“ oder auch „Da wird auch die Eichel braun – wenn der kleine Führer hängt“ oder eher schlicht: „Mein Pups“. Vermutlich wird das der absolute Kracher.

Apropos Kracher: Von Saddams Genick (darf man Diktatoren jovial mit Vornamen nennen?) hat man ja – dank Internet mit Ton – kürzlich auch nichts Gutes gehört. Auch dieser Herr ist ja eher von der Fraktion der Bösen… Das einzige Problem, das ich damit hatte, war, dass mich auf einer Familienfeier ein 10-Jähriges Mädchen fragte, ob „er denn jetzt im Himmel“ sei. „Natürlich nicht“ wollte ich empört ausrufen und dem niedlichen Kind das Konzept von ewiger Verdammnis, Höllenqualen bis in alle Ewigkeit und einem Chefanheizer mit genetischen Defekten an die roten Schleifchen binden. Aber da ich nicht weiß, ob sich Saddam nicht in der letzten Minute doch noch bekehrt hat, wollte ich da niemandem vorgreifen. Der christliche Errettungsgedanke ist schließlich unbarmherzig.

Viel interessanter sind für mich jedoch die Fragen, wie böse Menschen den Alltag erleben. Seit Jahren frage ich mich beispielsweise, ob ein Mörder und Vergewaltiger beim Nachtspaziergang Angst vor Mördern und Vergewaltigern hat. Oder ob diese sich bei einem Psychothriller am Ende stets aufregen, dass der Serienkiller wieder mal so negativ dargestellt wurde. Und was wäre, wenn ein wahrer Unhold in der Straßenbahn jemanden versehentlich auf den Fuß tritt. Tut es ihm dann niemals leid, egal, wie oft ihm dies bei dieser Fahrt passiert?

Daher bin ich auch gegen die Todesstrafe: Diese Fragen wird man nur im ausführlichen Dialog mit jenen Straftätern beantworten können, den sie aus Gründen der Eitelkeit ja auch ruhig mit sich selber führen können. – Denn wenn es erst mal am Galgen geknackt hat, wird nie wieder ein Ex-Knacki draus…


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Artikel

von Klapowski am 13.01.07 in All-Gemeines

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