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„Alle doof… außer mich!“ (Teil 1) – Genmanipulierte Nahrungsmittel

allebloed-kleinIn unserer neuen Reihe „Alle doof… – außer mich!“ geht es um zukunftsweisende Technologien oder zumindest um Menschheitsprobleme, die demnächst einer technologischen Lösung bedürfen. Denn gerade im Wahlkampf wird ja gerne einiges vereinfacht und mit den Ängsten von Leuten herumgespielt, bis diese Themen wieder ausgeleiert in der Spielecke der Politik herumliegen, einer neuen Angstmachersitzung harrend. – Heute beginnen wir also mit dem Thema „Genmanipulation“. Macht verändertes Essen wirklich alle nette Menschen tot?

Viele Menschen haben große Angst vor genmanipulierten Lebensmitteln. Steht z.B. auf einer Dose, dass die gekauften Sojasprossen vererbungstechnisch leicht nachjustiert wurden, tauchen vor dem geistigen Auge dieses Personenschlags sofort Bilder von diabolisch lachenden Wissenschaftlern auf, die dem Lieben Gott am Bart ziehen und dann auf Ziegenbeinen davonlaufen. „Natur Pur“ ist das Gebot der Stunde, vor allem bei dem ängstlichen Deutschen, dem man am besten niemals verklickert, dass er selber massenweise mutierte Gene in sich trägt (Genmanipulation!) und sein Körper aus reichlich Atomen besteht (Atomkraft!).

Naturwissenschaftliches Grundlagenwissen ist hier in etwa so erwünscht wie ein türkischer Kassenwart in der NPD…

Kein Wunder: Immer wieder höre ich in den Medien, dass genmanipulierte Lebensmittel eine größere Gefahr darstellen als vulkaninduzierte Erdbeben mit gelegentlicher Flutwellenuntermalung. Wer eine böse, MANIPULIERTE Tomate isst, die größer und (erzwungenermaßen) nährstoffhaltiger daherkommt als die trockenpflaumige Wald- und Wiesen-Rotfrucht, KÖNNTE sich schwere Schäden zuziehen. Den Kopf vielleicht ausgenommen, denn der ist in der Regel bereits irreparabel geschädigt, wenn man sich zu viele Gedanken über DNA-Stränge macht, die angeblich über die selbige schlagen könnten.

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„Wir sind gegen Gen-Food, weil… weil… wissenschaftlich noch lange nicht erwiesen ist, ob Greenpeace und die Grünen überhaupt noch Spendengelder bekämen, wenn es ihnen egal wäre!“ – Mit Hilfe tiefgründiger Bildbotschaften wird in uns der Gedanke geweckt, dass Genmais irgendwie gefährlich sein könnte. Um den seriösen Effekt zu verstärken, würde ich allerdings empfehlen, dem Kolben noch ein KILLERSPIEL© in die Monsterpranken zu drücken.

Wer ernsthaft glaubt, dass ihm ein fremder (=Definition?) DNA-Schnipsel schadet oder sich dieser sogar in das eigene Erbgut einbaut (Wie schrecklich die Vorstellung, dass meine Kopfhaut demnächst gegen den Kartoffelkäfer immun sein könnte!), sollte seine persönliche Risikoabwägungsprozesse vielleicht nicht mehr über seinen schmierigen Versicherungsberater und -andreher festlegen lassen. – Meine Meinung: Wenn ein Biologe mal gerade 5 Bits auf dem Erbgut ändert, ist das nicht weniger krank und „unnatürlich“, als wenn ein grauhaariger Züchterzausel nach 50 Jahren endlich mal einen Apfel gezüchtet hat, der nicht von der mitteldeutschen Waldgiraffe angefressen wird.

Und was heißt schon „natürlich“ und „gesund“? Jeder Apfelbaum hat schließlich andere ererbte Eigenarten, der eine oder andere kommt vielleicht sogar eher nach dem Papa! Und kann ich wirklich wissen, ob ein wild gewachsener Früchtespender mich nicht vielleicht vergiften „will“, weil die tschernobyl’sche Reststrahlung (der heiße Sommer / ein falsch gezielter Furz des Bauers / eine Laune der Natur, ect.) ihn einen tödlichen Giftstoff produzieren lässt? Schließlich ist es nicht das primäre Lebensziel eines Karottenbusches oder Birnenstrauchs, mich mit kostbaren Vitamin C und A anzureichern, nur weil die „Apotheken Umschau“ diese Nahrungsmittel stets beispielhaft als Illustration verwendet. – Sieht ja auch schöner aus als Vitamin-Brausetabletten auf dem Cover…

Das einzige, was mich bei genmanipulierten Lebensmitteln interessiert, ist deshalb: Entstehen neue, chemisch nachweisbare Stoffe? Ein Test auf die 10-20 häufigsten schädlichen Substanzen dürfte völlig ausreichen. Dass eine Bananenstaude durch den Erbguteingriff plötzlich Kugelfischgift, Zyankali oder Quecksilber in Massen produziert, möchte ich auch erst mal großzügig ausschließen.

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„Aaah! Diese armen Menschen! Dieser Genmais ist ja sogar NOCH gefährlicher als diese neumodische Rockmusik!“ – Als Oma Platuschke dieses Bild sah, fiel es ihr wie Propagandamaterial von den Augen: Gene gehen gar nicht! Gut für sie, dass auf den Pappaufstellen nicht doch Volksmusiksänger zu sehen waren, wie ursprünglich von den Planern in Erwägung gezogen…

Und das Argument „Und was ist, wenn sich die Genmanipulierten Gemüse- und Obstsorten in der Natur ausbreiten?“ kann ich ebenfalls nicht ganz nachvollziehen. Der Apfelbaum z.B. hatte vor Tausenden von Jahren ebenfalls nur Früchte von der Größe eines Frauenpopels, welche erst durch die menschliche Mutantenbevorzugung zu den eingefärbten Blauwalhoden wurden, die wir heute kennen. Wer sich ernsthaft Sorgen macht, dass beispielsweise eine resistentere Birne die zahlreichen(?!) naturgegebenen Birnenbäume in Wald und Flur verdrängen könnte, sollte demnächst auch dem lieben Gott mit vorwerfen, unzulässig in die Ökologie einzugreifen:

Die asiatische Hornisse verdrängt neuerdings unsere eigenen Stechbiester und die Herkulesstaude überwuchert – aus Osteuropa kommend – ganze Gärten und andere Gartenzwergkolonien (Achtung, Übertreibungsalarm!). Es kommt aber noch schlimmer: Irgendein Teufel hat die deutschen Zecken in den letzten Jahren reihenweise mit Borreliosebakterien verseucht, so dass die Chance, nach einem Biss lebenslange Krankheitssymptome zu zeigen, deutlich über der Wahrscheinlichkeit liegt, demnächst von einem Illuminaten unterwandert zu werden. – Ihr versteht schon. Aus Gründen der Speicherplatzersparnis auf unserem Server verschweige ich die restlichen 2.819 Bio-Beispiele an dieser Stelle auch einfach mal…

Und wer immer noch glaubt, der eigene Körper würde in einen gelben Kolben transformiert, weil man genmanipulierten Mais gegessen hat, sollte einfach mal in der Krabbelgruppe nachsitzen, Thema: „Ursache und Wirkung“. Der Mais wird NICHT manipuliert, um unseren Körper zu zersetzen, sondern um der Pflanze einen freundlichen Stups in Richtung „gesundes Wachstum“ zu geben. Wer jedoch lieber mit Insektiziden eingenebelte Tomaten isst, statt eine „einprogrammierte“ Schädlingsresistenz zu bevorzugen, sollte mit dieser seltsamen Einstellung bezüglich Gesundheitsgefahren vielleicht auch demnächst die Bremsen im Auto weglassen. Schließlich bremst es sich doch „viel natürlicher“, wenn man die Kiste einfach von alleine ausrollen lässt.

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„Nein, mit Dir schlafe ich nie wieder, Freundchen! Du hast mir verschwiegen, dass bei Dir 9 Gene mutiert sind! So einen Schrott will ich nicht in mir haben!“ – „Aber… aber… ich kann aus dem Stand über ein Hochhaus springen und 13 Sprachen!“ – „Ich sag’s doch: Schrooo-hott!“ – Was die Bäuerin nicht kennt, schluckt sie nicht: Gegen die deutschen Ängste wirkt die X-Men-Trilogie fast noch wie ein Charakterdrama…

Und kommt mir nicht mit: „Man weiß ja nicht, was genmanipulierte Nahrungsmittel LANGFRISTIG für Auswirkungen haben!“ – So was sagen auch Leute, die ihren täglichen Hamburger mit extra viel Schokoladensoße bestellen und seit 20 Jahren die Antibabypille als Bonbonersatz zu sich nehmen. In vielen Regionen der Welt wird Chlor ins Leitungswasser gekippt, ohne dass übermäßig viele Menschen an ihrem Kaffee- und Teekonsum verrecken würden.

Davon abgesehen kann ich Euch sogar recht eindeutig sagen, was genmanipulierte Pflanzen LANGFRISTIG für Auswirkungen haben: Mehr Ertrag pro Quadratmeter, Pflanzen, die weniger Wasser benötigen, mehr Hitze vertragen, schneller wachsen und höhere Konzentrationen bestimmter (positiver!) Substanzen aufweisen. Interessiert Dich nicht? – Dann bist Du vermutlich KEIN Afrikaner in der Äquatorialgegend.

Okay, zugegeben: Es ist vermutlich nicht alles Gold, was mein rhetorischer Rundumschlag hier erst mal glänzen lässt. Große Unternehmen diktieren Preise, Anbaumethoden und biologische Eigenheiten von Nutzpflanzen so sehr, dass viele Bauern in eine unangenehme Abhängigkeit getrieben werden. ABER: Wir würden ja auch nicht auf den Strom aus der Steckdose verzichten wollen, nur weil die Manager von E-ON, Vattenfall & Co, zufälligerweise immer zusammen aufs Klo gehen („Nix Preisabsprachen. Nur pillern, ehrlich!“), oder?

Und wer immer noch Angst vor der reinen Fremd-DNA hat (wobei jedes Salatblatt unserem Körper erst mal „fremd“ ist): Untersuchungen haben ergeben, dass das Erbgut von genmanipulierten Pflanzen nach einigen Verdauungssitzungen in einer handelsüblichen Kuh nicht mehr nachzuweisen ist… (siehe vorletzte P.M.-Ausgabe)

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„Komm, wir machen das Licht im Wohnzimmer aus und lesen vorm Aquarium!“ – Laut Wikipedia sind diese „GloFishs“ (fluoreszierenden Zebrabärblinge) die ersten genmanipulierten Haustiere, die man käuflich erwerben kann. Außer einem „Hübsch. Gibt es die auch in blau?“ fällt mir dazu aber nichts ein, was eine potenzielle öffentliche Erregungsdebatte anheizen könnte…


Fazit: Ich sage ja nicht, dass es keinen Regelungsbedarf gibt, aber in unseren Breitengraden sind genmanipulierte Kartoffeln nicht gefährlicher als stinknormale Salmonellen in der Mayonaise, völlig natürliche Schimmelpilze am Brot oder die drohende Alkoholvergiftung auf der Betriebsfeier.

Es ist zwar gut, dass Leute auf ihr Essen achten, jedoch ist das Thema zu komplex, um mit Schwarz-Weiß-Denken daran zu gehen. So ist beispielsweise zu wenig Cholesterin im Körper schädlich und Fettzellen sorgen im Körper für wichtige biochemische Prozesse.

Auf die gentechnische Veränderung von Menschen konnte ich leider nicht mehr eingehen. Aber das liegt daran, dass ich dort auch etwas vorsichtiger bin und dieses Thema nicht mehr richtig zu „Alle doof… – außer mich!“ gepasst hätte.

Und jetzt entschuldigt mich. Ich muss noch ein paar Pappaufsteller basteln, die einen (genmanipulierten?) Maiskolben mit Kussmund und keckem Augenaufschlag zeigen…


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von Klapowski am 25.08.09 in All-Gemeines

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Kommentare (19)

  1. Flyan sagt:

    „(siehe vorletzte P.M.-Ausgabe)“

    Leider hängen solche Informationen immer davon ab, woher man sie bekommt. Ich wünsche mir in Fällen wie diesen immer, so genau Bescheid zu wissen wie in anderen Bereichen. Ich meine, wenn man in den letzten Jahren durchschnittlich 5 Minuten am Tag mit PCs zu tun hatte, treiben einem Computerbild und Media Markt Verkäufer auch Trauer- und Lachtränen in die Tränenkanäle.

    Da ich jedoch gerade im Bereich der Genforschung auch von ganz anderen wissenschaftlichen Ergebnissen und Versuchsreihen gehört habe, bin ich hier gar nicht so sehr auf deiner Seite. Es ist eben nicht so, dass man eine für den Menschen (oder in erster Linie ernährungstechnisch für das Tier) schädliche oder gar tödliche Reaktionen mit Röntgengemüse ausschließen kann.

  2. Klapowski sagt:

    Wissenschaftlich fundiert wird das hier wohl keiner letztendlich beantworten können. – Jedenfalls nicht, bis das „Galileo Mystery“-Team sich nicht abschließend mit dem Thema beschäftigt hat.

    Somit ist das hier natürlich nur meine eigene Vermutung/Meinung.

    Ich finde es aber definitiv nervig, dass diese sehr interessante Technologie automatisch auf eine Antipathie-Stufe mit AIDS, Uranbrennstäben und Schweinegrippe gestellt wird.

    Seit 10 Jahren verfolge ich die Berichterstattung zu dem Thema quasi nebenbei, doch bislang kam nicht ein wirklich überzeigender Grund dabei heraus, der die derzeitige (deutsche) Ablehnung rechtfertigen würde.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Transgener_Mais

    Beispiel „Genmais“:

    Laut Wikipedia gibt es bislang nur unklare Bedenken („unzureichend abschätzbare Folgen“) und eine kleine Allergiewarnung, die anscheinend nicht zutraf. Positiv ist auch die Reduzierung von Pestiziden und Schimmelpilzgiften auf dem Mais. Okay: Nach einer Dauerfütterung mit dem Mais KÖNNTEN Mäuse in der 4. Generation weniger Nachkommen gebären, was auch nicht sicher zu sein scheint.

    Ähnliche Ergebnisse sind aber sicherlich auch feststellbar, wenn die Viecher und die Kontrollgruppen jeweils ausschließlich(!) mit Bananen, Schokotorten oder anderen Substanzen gefüttert würden.

    Mein (gesunder?) Menschenvertsand sagt mir, dass die Natur von sich aus so viele Wege gefunden hat, sich auf bizarre Weisen an neue Gegegebenheiten anzupassen, dass unsere mickrige Spielerei an ein paar Genen dagegen wie Kinderkacke wirkt. Die Geschwindigkeit und der Auslöser (der Mensch) mögen ungewöhnlich erscheinen.

    Aber da wir in 50 Jahren vermutlich per Internet Samen bestellen können, deren daraus wachsende Pflanze wahlweise ein „Happy Birthday“ oder ein „Ich mach Schluss!“ auf den Blättern trägt, sehe ich DAS hier wirklich als Nebensache an.

    Jedenfalls nichts, wofür man sich plakateschwenkend vor einem Dorf-Rathaus anketten müsste.

  3. Mieze sagt:

    in 50 Jahren? … http://www.styleon.de/detail.c1959.p54037.html
    *ggg*

    .. was den Artikel betrifft .. ich sehe in der Genmanipulation von Lebensmitteln auch eher Chancen als Risiken. Und gegen Panikmache habe ich sowieso prinzipiell was.
    Und wenn in zig Jahren die Menschheit von riesigen Monster-Bananenstauden gefressen wird .. dann hatte ich halt unrecht. Ist mir dann auch egal ;)

  4. DJ Doena sagt:

    Was mich an dem ganzen Gengeraffel am meissten stört, ist, dass das erste, was sie weggegent haben, die Fortpflanzungsfähigkeit war. Auf diese Weise müssen die Bauern auch brav jedes Jahr neue Samen von den Herstellern kaufen, da die Pflanzen selbst keine abwerfen.

    Und so kann man auch schön den afrikanischen Markt ausnehmen – wäre ja noch schöner, wenn die Bauern da unten sich das Geld für den Genweizen nur einmal aus den Rippen schneiden müssten, nene, wozu hat er denn 24 Rippen?

  5. Hiramas sagt:

    Nicht fortpflanzungsfähiges Saatgut ist ein alter Hut.
    Es gibt so gut wie nirgendwo im Agrarbereich mehr Pflanzen mit dessen Samen man weiterzüchten könnte. Das Monopol haben die Saatguthersteller schon lange.
    Da empfehle ich übrigens „We feed the World“, mal eine kritische Doku die nicht gleich impliziert das geheime Gesellschaften eine neue Weltordnung anstreben.
    Wirklich sehenswert. http://www.youtube.com/watch?v=41mi9igl5Kk
    http://www.youtube.com/watch?v=ssP_Bjh6kK0&annotation_id=annotation_552207&feature=iv

    Ich glaube nicht das die Pro-Genmais-Leute dafür sind das zeug einfach so auf die Menschheit los zu lassen. Kontrolle muss sein, das ist klar.
    Aber was jetzt der Unterschied zwischen einem Gezielt geänderten Gen und dem jahrelangen Genroulette bei der konventionellen Züchtung..

  6. Will Smith sagt:

    Mein Hauptkritikpunkt:

    Bei den Genmanipulierten Pflanzen geht es nicht um die höheren Erträge, sondern lediglich darum um den Saatgutherstellern ein Monopol zu sichern.

    Besonders negativ fällt hier Monsanto auf.

    Wer sich dafür interessiert: hier ein Link zu der Doku „Monsanto: mit Gift und Genen“ von ARTE.

    http://video.google.de/videoplay?docid=-7781121501979693623

    Da werden einige Nachteile der Gentechnik bei Pflanzen aufgeführt, bzw. welche Vorteile eben nicht gebracht werden.
    So ist es zum Beispiel nicht der Fall das Genmanipulierte Pflanzen weniger Pestizide benötigen.

  7. Corny sagt:

    Da muss ich mich mal zu Wort melden! Denn neben meinem Lieblingshobby Star Trek promoviere zufälligerweise in dem Bereich „molekulare Biologie“ … wers genau wissen will: Genregulation bei Prokaryonten in meiner Diplomarbeit und aktuell arbeite ich an HeLa Zellen (menschliche Krebszellen).

    Eins sag ich gleich: Diese Hetzjagd gegen Gentechnik ist sowas von absurd. Da wird absichtlich mit der Unkenntniss der Menschen gespielt und Panik verbreitet. Ganz üble Sache.

    Für mich persönlich ist eins ganz klar: Kontrollierte Gentechnik muss sein!!! Vorher darf das nicht auf den Tisch kommen.

    @ Flyan

    „Da ich jedoch gerade im Bereich der Genforschung auch von ganz anderen wissenschaftlichen Ergebnissen und Versuchsreihen gehört habe, bin ich hier gar nicht so sehr auf deiner Seite. Es ist eben nicht so, dass man eine für den Menschen (oder in erster Linie ernährungstechnisch für das Tier) schädliche oder gar tödliche Reaktionen mit Röntgengemüse ausschließen kann.“

    Schauen wir uns doch mal die Entstehung unserer HEUTIGEN Nutzpflanzensorten an. Diese wurden ja schon seit Jahrhunderten gezüchtet, gekreuzt und manipuliert. Also haben wir hier ja schon seit ewig ganz bewusst in dem Genpool der Sorten eingegriffen. Bewusst? Nicht wirklich, man weiß ja erst seit einigen Jahrzenten von „Genen“.

    Mit der Entdeckung der Radioaktivität wurde das Ganze dann erheblich beschleunigt. Das geht ganz einfach: Mann nimmt nen Haufen Samen, bestrahlt diesen bis zur Schmerzensgrenze (jetzt mal übertrieben gesagt), säht das aus und das was einem vom Phänotypen (also vom Aussehen her gefällt) hat man weiterverwendet. KEIN SCHERZ! Da werden Chromosomen gespalten, munter rummutiert und ein wirr warr im Genom gemacht das es nicht mehr lustig ist.

    Die Gentechnik setzte sich das Ziel das kontrollierter und genauer zu machen. Also punktiert eine „Verbesserung“ bzw. Veränderung der Pflanzensorten zu erreichen und einfach auch zu verstehen wie das ganze eigentlich funktioniert. Grundlegende Erkentnisse können auch in Zukunft bei einer Haufen an menschlichen Erbdefekten mehr als nützlich sein … aber das ist ne andere Geschichte.

    Während man also bei der „traditionellen“ Geschichte gar nicht weiß was da genau passiert und es gar nicht unwahrscheinlich ist das hierbei allergene Stoffe oder noch schlimmeres als Nebenprodukt entsteht, weiß man bei Gentechnik aufgrund des gezielten Eingriffs wenigstens schon einmal nach was man suchen muss.

    Am besten lässt sich das mit dem bild des Nadels im Heuhaufen vergleichen. Bei der Gentechnik nimmt man hierbei nen Magneten zu Hilfe und sucht gezielt das was man will.

    @ Will Smith

    „Mein Hauptkritikpunkt:

    Bei den Genmanipulierten Pflanzen geht es nicht um die höheren Erträge, sondern lediglich darum um den Saatgutherstellern ein Monopol zu sichern.

    Besonders negativ fällt hier Monsanto auf.“

    Das stimmt nur bedingt. Klar will Monsanto agressiv den Markt beherschen… aber nebst diesen gibt es auch einige interessante Forschungssachen die „for free“ konzeptiert wurden:

    Ein interessantes Beispiel ist hierbei der „goldener Reis“ (siehe Wiki) der wesentlich mehr Vitamin A enthält. Warum das interessant/ gut ist? In vielen Entwicklungsländern ist Reis das einzigste Nahrungsmittel … nur fehlt da halt leider Vitamin A. Ohne Vitamin A kommt es zu vielen Erkrankungen und häufig zu Erblindungen von Kleinkindern.
    Das ganze wurde dann kostenfrei zur Verfügung gestellt, ist nachweislich unschädlich (wie eigentlich so vieles, aber ich schweife da jetzt ab) UND hat nicht einmal evolutionäre Vorteile für die Reissorte.
    Trotzdem hat Greenpeace die Schiffsladungen mit dem golden Rice abgefangen und vernichtet mit der Argumentation, man würde ja das natürliche Gleichgewicht zerstören.
    Ist das Irsinn? Ja es ist Irsinn!

    Und dann kommt natürlich das klassische Totschlag Argument: Ist Gentechnik 100 % sicher? Natürlich NEIN. Wie kann ich denn als „Wissenschaftler“ mit etwas zu 100 % sicher sein. Und damit kämpfen wir von vorneherein auf verlorenem Posten. Denn in egal welcher Diskussion kommt irgendwann die „100 % sicher Frage“.

    Und im allgemeinen bin einfach der Meinung mann sollte mit diesem Thema sinnvoll und verantwortungsbewusst umgehen.

    Vor kurzen wurde ja Bayern von der Staatsregierung als „Gentechnikfrei“ erklärt … schön das ich dann morgen trotzdem wieder in einem S2 Labor innerhalb Bayerns arbeiten darf. ;-)

    P.s. Die Sachverhalte hier sind natürlich etwas vereinfacht dargestellt!!!!

    Wenn noch Fragen existieren sollten, nur her damit. Wenn ich kann antworte ich sehr gerne drauf.

    Und entschuldigt die sprachlichen Ungenauigkeiten und Rechtschreibfehler … es ist ja immerhin auch schon 3 Uhr Nachts ;-)

  8. Klapowski sagt:

    Diesen Text fand ich sehr interessant und aufschlussreich! Gerade die Sache mit dem Golden Rice hatte ich schon fast wieder verdrängt, gab aber ein vorzügliches „Klapo-hat-Recht“-Beispiel ab. – Und aus irgendeinem komischen Grund habe ich diese Art von Beispielen am allerliebsten.

    Eine Frage hätte ich da noch: Könnte man denn – selbst wenn man WOLLTE – aus einer normalen Tomaten-DNA ohne weiteres eine gefährliche Killerfrucht basteln? Wie bringt man eine potenzielle Wunderfrucht (nie wieder Krebs dank Ketchup intravenös?) dazu, giftige Stoffe in großen Mengen zu produzieren? Ich behaupte mal, das das gar nicht mal sooo einfach ist, denn schließlich sind wir alle stark auf giftige Stoffe angewiesen! Also ICH möchte nicht auf meine (verseuchten) Computerbauteile verzichten!

    Da wäre es doch toll, wenn es schon jetzt Apfelbäume gäbe, die (zur weiteren Verarbeitung) Schwermetalle aus den Böden holen oder chemische Substanzen herstellen, mit denen man Arzneimittel und Teppichreiniger herstellen könnte! Oder? Oder nicht?

    Anderes Thema: Polemisches Hickhack.

    Gefühlte 94,3% aller Beiträge zur Bioethik sind vom Partei-Hickhack geprägt. Von wissenschaftlichen Aussagen keine Spur. Gerade heute hat wieder irgend so ein Torfgesicht irgendwas Unvorsichtiges über Kartoffeln geäußert:

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,645370,00.html

    Auf die angeblichen Gefahren wird mit keinem Wort eingegangen. Alles, was hängen bleibt, sind feixende Langhaarträger und und das Echo vom Wahlkampfgetöse. Was ist denn jetzt so blöde an der Gen-Kartoffel?

    Muss Kollege Corny gar erst in die Politik gehen („Die Aufklärer-Partei“?), damit mir so etwas mal befriedigend beantwortet wird?

  9. Hans_Wuest sagt:

    Ja, ja die Gentechnik! Sie gehört zu jenem neumodischen Kram, der den Politikern in diesem Lande den Angstschweiß auf die Stirn treibt – genauso wie schon die Informationstechnologie (= Killerspiele & Internet).

    zum Ketchup i.v.:
    Medikamente werden schon seit Jahrzehnten gentechnisch Hergestellt. Allerdings benutzt man dafür normalerweise keine Tomaten.
    Aber warum sollte jemand gezielt eine
    giftige Pflanze herstellen wollen?

    zu Amflora:
    Die Kartoffel selbst ist nicht für den Verzehr bestimmt, sondern so modifiziert, dass sie nur Amylopektin (Bestandteil normaler Kartoffelstärke) produziert, was offensichtlich für industrielle Anwendungen von Vorteil ist.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Amflora
    Das Problem mit Amflora ist, dass die Pflanzen ein Gen enthalten, dass sie gegen ein betimmtes Antibiotikum (Kanamycin) resistent werden lässt. Dies dient normalerweise dazu, die gentechnisch veränderten Pflanzen von den ursprünglichen Pflanzen zu unterscheiden, indem man sie auf antibiotikahaltigem Boden wachsen lässt. Notwendig wird dieser Prozess, weil die aktuellen Methoden der Gentechnik nur in wenigen fällen zum Erfolg führen.
    Nun bestünde die THEORETISCHE Möglichkeit, dass dieses Resistenz-Gen irgendwie auf „wild lebende“ Bakterien übertragen wird, wodurch diese dann nicht mehr mit genau diesem Antibiotikum bekämpft werden können. Und resistente Bakterien stellen aktuell tatsächlich ein gewaltiges Problem für die Medizin dar. Aus diesem Grund sieht es die EU nicht gerne wenn Pflanzen mit Resistenzgenen angepflanzt werden. Allerdings gibt es auch Gutachten, die auf die geringe Wahrscheinlichkeit einer Gen-Übertragung von Pflanzen auf Bakterien hinweisen und Amflora als unbedenklich einstufen.
    Im Übrigen hat jeder, der bei einer Erkältung schon mal ein Antibiotikum genommen hat (Erkältungen werden durch Viren verursacht) weit mehr resistente Bakterien gezüchtet, als es eine gentechnich veränderte Pflanze je könnte.

    Dass die Parteien das Ganze so für ihren Wahlkampf ausschlachten, liegt wohl daran, dass Menschen das Unbekannte gerne fürchten. Und die Gentechnik ist für den normalbürger nun mal sehr obskur und unbekannt.

  10. Hiramas sagt:

    Da grübeln die, ob Gentechnik die Bauern abhängig macht, obwohl das schon längst der Fall ist.
    Das Agrarunternehmen Europlant hat einfach die Anbauerlaubnis für die wohl sehr beliebte Kartoffelsorte „Linda“ zurückgegeben, kurz bevor die „Patentzeit“ abgelaufen war. 30 Jahre lang mussten die Bauern Lizenzgebühren bezahlen und kurz bevor sie die Kartoffel kostenlos hätten Nachzüchten dürfen, stampft der Konzern die Lizenz ein, so das die Sorte gar nicht mehr angebaut werden darf.
    Ein Bauer hat Gott sei dank eine Lücke im System gefunden, aber trotzdem eine Schweinerei sowas.
    http://www.derwesten.de/nachrichten/nachrichten/wirtschaft-und-finanzen/2009/8/28/news-131012111/detail.html

    Mal ehrlich: Wir machen uns da sorgen um Gentechnische abhängigkeit?

  11. Tom sagt:

    @Klapowski

    Es ist eben nicht nur eine harmlose Spielerei an ein paar Genen. Der Mensch maßt sich an besser machen zu können wozu die Natur Jahrmillionen gebraucht hat. Das Resultat: die Genpflanzen sind bereits ab der zweiten Generation unbrauchbar, da nahezu ertraglos. Es muss also imme Nachschub vom Hersteller gekauft werden. Zudem muss die erste Generation bereits mit massiver Chemie am „Leben“ gehalten werden, das passende Gegenmittel gibt es wieder beim Hersteller. Ein riesen Geschäft für diesen! Ein gutes Beispiel dafür ist die Baumwolle aus Indien von Monsato. Wenn alles so super wäre, würden sich dann soviel mehr Bauern dort selbst umbringen als wie noch vor einigen Jahren ohne genmanipuliertes Saatgut? Nur leider können sie nicht auswählen was sie kaufen, es gibt dort nur noch Genware.

    Eine andere Seite sind die unklaren Auswirkungen auf den Mensch. In Tierversuchen gab es mit Genfutter verstärkt Unfruchtbarkeit und erhöhte Sterberaten. Aber der Mensch wird es erst begreifen, wenn es mal wieder zu spät ist.

  12. Klapowski sagt:

    Dass die Hersteller-Methoden teilweise extrem fragwürdig sind, bezweifle ich auch nicht. Aber dafür kann die Technologie im Grunde ja nichts. Wenn es eine brandneue, saubere und unerschöpfliche Energiequelle gäbe, würde ja auch keiner sagen: „Ooooch nöööö! Was die Firma Montezuba damit anstellt, ist ja wirklich nicht in Ordnung! Diese Technologie sollte der Staat mal ganz schnell für immer verbieten!“

    Und auch die Genforschung schreitet voran! Irgendwann werden Staaten (und keine Firmen, jedenfalls nicht NUR) die Patente besitzen und diese an ihre Bevölkerung freigeben. Und da wir hier ja ZUKUNFTIA heißen, denke ich nicht in ein paar Jahren, sondern gleich in Dekaden.

    Was die unklaren Auswirkungen angeht, stehe ich zu meiner Meinung: Wenn man Tiere ihr ganzes Leben lang mit (Gen-)Mais füttert, wundert es mich nicht, wenn es seltsame Auswirkungen gibt. Aber wenn ich einmal die Woche Gen-Mais oder alle drei Tage Gen-Kartoffeln futtere, wird sich das Risiko wohl da einpendeln, wo uns unsere mehr oder wenige gesunde Lebensweise (Fett, Alkohol, Zucker, Rauchen, ect.) eh schon hingeführt hat.

    „Der Mensch maßt sich an besser machen zu können wozu die Natur Jahrmillionen gebraucht hat.“

    „Besser“ und „Schlechter“ gibt es in der Evolution ja gar nicht. Das Umfeld entscheidet, was gerade gebraucht wird. Und das können wir für die Pflanzen ja nun wirklich sehr schnell ändern. Und schon ärgern wir uns, dass am Nordpol keine Tomaten wachsen. Bis die Evolution endlich die „gute“ Frosttomate erfunden hat, würde es aber dann doch etwas zu lange dauern!

    Und die Natur hat ja nicht Jahrmillionen dafür gebraucht, um uns Essen zu erschaffen, das uns möglichst gut tut! Die riesigen Äpfel unseres Jahrhunderts haben ja auch nur deswegen einen evolutionären Vorteil, weil wir Menschen sie so gezüchtet haben. Für die kleinen Samen bräuchte der Baum gar nicht so eine dicke Fruchtschicht drum herum.

    Im Gegenteil: Es wäre ja für die Apfelbaumverbreitung sinnvoller, kleinere Vögel würden eine kleine Frucht komplett fressen und irgendwo wieder auskacken, wie das bei (kleinen!) Kirschen auch der Fall ist.

    Wie auch immer: „Die Natur hat das alles schon ganz doll für UNS eingerichtet!“ halte ich für kein gutes Argument. Die alte Bratze hatte nämlich schon immer andere Sorgen. Da vertraue ich einer Horde Biologen und Genetiker, der 5 Jahre lang seriös eine Kartoffel auf ihre Unschädlichkeit getestet hat, dann fast noch mehr.

    Und wenn die Scheiß Natur nicht so egoistisch und chaotisch wäre, müsste ich beim Pilzesuchen nicht die Hälfte der Kremplinge wegen Giftigkeit wieder wegwerfen.

  13. Corny sagt:

    @ Tom

    Ja sag mal wo hast du diesen kompletten Schwachsinn her?

    „Der Mensch maßt sich an besser machen zu können wozu die Natur Jahrmillionen gebraucht hat.“

    1. Die Natur hat Jahrmilliarden gebraucht um das alles zu machen … wenn schon dann gscheit ;-)
    2. Wir maßen es uns nicht an, wir machen es… und das schon seit immer… Klapo hat es am Beispiel des Apfels perfekt dargelegt.
    Ohne den Menschen gäbe es in Deutschland keine Wiesen, keine Tannen etc… Deutschland ist ökologisch und klimabedingt ein reines Gebiet für Eichen. Scheiße nur das die so langsam wachsen und ihr Holz so hart ist ;-) Darum hat der Mensch das hier so schön kultiviert … schon seit der Römerzeit und davor. Und die Wiesenpflanzen sind eingeschleppte Arten aus der Mittelmeergegend ;-)

    „Die Genpflanzen sind bereits ab der zweiten Generation unbrauchbar, da nahezu ertraglos. “

    Falsch –> schon die 1. Generation = SAAT ist unbrauchbar da ABSICHTLICH die Pflanzen so gezüchtet wurden das ihre Keimlinge nicht mehr keimen. Das hat 2 Gründe: Erstens kauft der Bauer immer (und das schon seit den 60ern) das Saatgut bei dem Großhändler ein — find ich jetzt alles auch ned so tolle, das geb ich komplett zu. Und zweitens will man ja gerade nicht das sich die „Genpflanzen“ vermehren. Also wurde das so gemacht das eine Verbreitung NICHT MÖGLICH ist. –> und somit nur das wächst was angesäht wurde!

    „Zudem muss die erste Generation bereits mit massiver Chemie am “Leben” gehalten werden, das passende Gegenmittel gibt es wieder beim Hersteller.“

    FALSCH! Genau das Gegenteil ist zumeist der Fall. Ich weiß nicht wo du diese Fehlinformation herhast.

    „Ein gutes Beispiel dafür ist die Baumwolle aus Indien von Monsato. Wenn alles so super wäre, würden sich dann soviel mehr Bauern dort selbst umbringen als wie noch vor einigen Jahren ohne genmanipuliertes Saatgut?“

    Bitte poste mal dazu die Veröffentlichung wo dieses behauptet wird. Falls du auf das hier ansprichst:

    „Die Verheißungen sind groß: Der Einsatz der Schädlingsbekämpfungsmittel könne auf ein Drittel gesenkt, die Ernte bis zu 50 Prozent gesteigert werden. Und das nur, weil die Monsanto-Baumwolle ein Bacillus thuringiensis (Bt) genanntes Bakterium in sich trägt, das für die ungewollten Insekten giftig ist. Präparate auf Bt-Basis sind sogar im ökologischen Landbau erlaubt. »Die technischen Vorteile der Bt-Pflanzen sind schwer zu bestreiten«, schreiben US-Wissenschaftler in der Fachzeitschrift AgBioForum. »Die Bt-Baumwolle wäre für Mali zweifellos ein Gewinn«, sagt Monsanto-Sprecher Colin Merritt. “

    (aus google mal schnell bei Zeit online gezogen)… dann ist das a) Richtig: Weniger Schädlingsbekämpfungsmittel und b) Falsch da hier KEIN Bakterium inseriert wurde sondern nur ein Gen welches für Bt-Toxine kodiert. Und c) Ja sie müssen dann wiederum neues Saatgut von Monsanto einkaufen, dafür fallen Ihre Ernten aber garantiert auch deutlich besser aus. Da stellt sich die einfache Frage: Mehr Ernte = bessere Lebensbedingungen und Kapazität für neues Saatgut. ich find dieses Saatgut kauferei auch totalen Mist.

    „Nur leider können sie nicht auswählen was sie kaufen, es gibt dort nur noch Genware.“

    Wiederum FALSCH.. aktuell gibt es dor noch KEINE Genware … sie kämpfen gegen die Einführung dieser. Und da bin ich der Meinung das des jeder selbst entscheiden sollte.

    „Eine andere Seite sind die unklaren Auswirkungen auf den Mensch. In Tierversuchen gab es mit Genfutter verstärkt Unfruchtbarkeit und erhöhte Sterberaten.“

    So also jetzt muss ich eins mal deutlich sagen: Wenn man keine Ahnung über ein Gebiet hat dann sollte man mal deutlichst die Klappe halten. Bei so einer Aussage krieg ich die echte Wut!!! Ich kenne KEINE EINZIGE STUDIE die bisher SOWAS gezeigt hat. NICHT EINE!!!

    Und jetzt mal im Klartext: Warum sollte es da ne erhöhte Sterberate geben? Wenn ein neues Menschenkind gezeugt wird, dann kommen nicht nur die Gene von Mama und Papa da frisch zusammen… NEIN, bei der Reproduktion findet das sogenannte „Crossing-over“ statt. Dadurch werden bestehende Gene frisch kombiniert… Warum? Um die Mutationsrate zu erhöhen und eine erhöhte Variabilität zu erschaffen. Das ist in jedem von uns passiert und passiert schon seit Anbeginn der Menschheit und ist überhaupt der Grund warum die Evolution so rasant funktioniert. Und dank „alternativen Spleißens“ entsteht aus einem Gen ja nicht ein Protein sondern tausende von verschiedene Proteinisoformen. 80 % des humanen Genoms werden alternativ gespleißt.
    Warum sollte da EIN GEN zu einer erhöhten Sterblichkeitsrate führen?

    Kann das sein? JA, natürlich, man kann nichts ausschließen. Aber hat man solches bisher beobachten können? Nein. Ich kenne wie gesagt nicht eine Studie wo dieses dargelegt wurde. Also lieber Tom, falls du diesbezüglich eine Studie vorliegen hast würde mich diese brennend interessieren. Aber ich werde diesbezüglich nur Quellen von seriösen Stellen akzeptieren, mit fundierten wissenschaftlichen Hintergrund.

    Und entschuldigung wenn ich so grantig reagiert habe … aber wenn einfach etwas in den Raum gestellt wird was keinerlei fundierte Grundlagen hat und nur Panik unter den Nichtwissenden verbreiten soll… dann werde ich extrem sauer. Das erinnert mich extrem an die „Kinderpornographie“ Debatte von unserer lieben Familienministerin. Aber das ist ne deutlich andere Thematik

  14. einer der "doofen" sagt:

    Also so einen wissenschafftlich absolut unfundierten und schwachsinnigen schrott habe ich echt noch nie gelesen.
    ich muss mich wirklich fragen ob sich der verfasser dieses artikels überhaupt mit dem thema genmanipulation an sich auskennt oder ob der ganze artikel gar ironisch gemeint ist !

    „Jeder Apfelbaum hat schließlich andere ererbte Eigenarten, der eine oder andere kommt vielleicht sogar eher nach dem Papa!“ – ich weiss nicht ob ihnen bewust ist wie gentechnik angewendet wird aber ganz sicher nicht durch kreutzung unter den arten! sondern durch vermischung von pflanzen arten die sich in der natur NICHT verbinden würden!

    „Davon abgesehen kann ich Euch sogar recht eindeutig sagen, was genmanipulierte Pflanzen LANGFRISTIG für Auswirkungen haben(ach ja? basierend auf welchen langzeit studien?): Mehr Ertrag pro Quadratmeter (in der zeit wo die äcker sich von der verödung durch extreme nährstoffentnahme erholt haben), Pflanzen, die weniger Wasser benötigen (einfach falsch genau das gegen teil trifft zu), mehr Hitze vertragen, schneller wachsen und höhere Konzentrationen bestimmter (positiver!) Substanzen aufweisen( wo ist der fakt das diese gensorten ein vielfaches der pestizide benötigt nachdem sie 1-2 jahre etwas weniger verbraucht haben?).

    Ich habe gerade eine derartige wut auf den verfasser und sein blankes unwissen und seine dummheit dass ich wirklich nicht jeden satz, der vor dummheit nur so strotzt, korrigieren möchte.

    Gentechnik mag ein vortschritt sein aber nur wenn man 100% aller wirkungen kennt und nicht wenn man produckte aus profitgier einfach auf den markt ballert.

    Genau so war es doch auch bei kontergan? ich würde zugerne wissen ob der verfasser dieses artikel vorher auch geschrieben hätte “ ich weiss garnicht warum sich alle so aufregen is doch ne prima sache “

    Und an die biologischen „wissenschaftler“ die sich hier zu wort melden: wie könnt ihr behaupten dass Genfood unschädlich ist wenn ihr nur in einem mikroskopisch kleinen teilbereich der biologie forscht … es is lächerlich zu sagen: „ich kenne mich in meinem teilbereich aus und hier sind keine schäden zu erkennen“ kommt mal von dem hohen ross der allwissenden wissenschaft runter!

    an #12937 von Will Smith am 26.08.2009 um 14:58 Uhr
    das ist richtig aber wenn man ein genprodukt entwickelt, dass gegen ein pflanzenschutzmittel immung ist, welches jede andere pflanze umbringt und nicht weiter die auswirkung auf mensch und umwelt prüft wird man immer sagen können „wir waren nicht schuld wir glauben genug geforscht zu haben bevor wir es auf den markt brachten.“

    #12963 von Tom am 3.09.2009 um 20:02 Uhr
    einer von wenigen der eine annehmbare meinung vertritt

    an alle die denken, dass der genfood „quatsch“ nur eine verschwörungstheorie sei, zerstöhren damit die arbeit vieler menschen, die viel schweiss und blut investiert haben um diese missstände aufzudecken !

    P.s. für jegliche schreibfehler beschwehren sie sich bitte bei unserer bildungsministerin !

  15. einer der "doofen" sagt:

    wer mir und meinen rechtschreibfehlern keinen glauben schenkt der kann sich ja mal hier umsehen
    http://umweltinstitut.org/gentechnik/

  16. Klapowski sagt:

    „ich weiss nicht ob ihnen bewust ist wie gentechnik angewendet wird aber ganz sicher nicht durch kreutzung unter den arten! sondern durch vermischung von pflanzen arten die sich in der natur NICHT verbinden würden!“

    Erst mal brauchen Sie… äh, brauchen Du mich nicht zu duzen, denn immerhin sind wir ja alle Spinner und somit unter uns.

    Zu dem Apfelbaumbeispiel: Das ist ja alles total knorke, wie Du das hier aufgedröselt hast und mir gleichzeitig unterstellst, ich würde Genmanipulationen mit Opa Mendels langweiliger Kreuzungsarbeit verwechseln. Es interessiert aber auch keine Sau (jedenfalls mich nicht), ob die Genveränderung durch vermischte verwandte Arten, artfremde Arten, durch natürliche Mutation, ein per Hand reingeprokeltes Gen oder der Laune vom Lieben Gott ausgelöst wurde.

    Das versuche ich ja die ganze Zeit zu erklären: Der Unterschied zwischen natürlicher Evolution/Züchtung und ein paar veränderten/eingeschleusten Gene ist vom Ergebnis her eher gering. Bei beidem können die dollsten bzw. gefährlichsten Dinge entstehen. Nur, dass im Labor jahrelang geprüft und geschaut wird, bevor man eine Frucht auf die Menschheit loslässt, wohingegen der fremde Apfelbaum auf der Waldlichtung ja gesund sein MUSS, denn schließlich hat der liebe Gott ja reichhaltig seinen Segen drüber gegossen, oder?

    Dass mein Artikel wissenschaftliche fundiert ist, will ich übrigens nicht behaupten, vielmehr stellt er eine ernstgemeinte und auf den (aktuell bekannten) Tatsachen basierende Meinungsäußerung dar. Selbst (verfeindete) Wissenschaftler untereinander werfen sich immer gerne mal Unwissenschaftlichkeit vor, so dass wohl niemand auf der Welt Wahrheiten verbreiten kann, ohne von irgendwoher als als Querkopf und Spinner bezeichnet zu werden.

    Sie… Du schreiben weiter:

    „Pflanzen, die weniger Wasser benötigen (einfach falsch genau das gegen teil trifft zu), (…) und höhere Konzentrationen bestimmter positiver Substanzen aufweisen( wo ist der fakt das diese gensorten ein vielfaches der pestizide benötigt nachdem sie 1-2 jahre etwas weniger verbraucht haben?).“

    Ich habe selber keine Studien vorgenommen, behaupte aber einfach mal, dass Gen-Pflanzen, die MEHR Wasser benötigen und X-FACH so viele Pestizide wollen (unterstellen wir mal einfach, dass Du Recht hast), von einer ganz anderen Art „Natürlicher Selektion“ ausgerottet werden: Der freien Marktwirtschaft.

    Wenn die Gen-Pflanzen also – Deiner Meinung nach – nur den ganzen Tag faul in der Sonne rumfaulen und auch sonst anfälliger, pflegeintensiver und teuer sind, sollte sich das Thema also in ein paar Jahren erledigt haben. Die Bauern sind ja nicht so doof, immer wieder mieses Saatgut zu kaufen, oder? Insofern Danke für die Aufklärung, in 5 Jahren gibt es dann wohl nur noch das BESSERE Oldschool-Gemüse mit ohne Gen drin.

    „wie könnt ihr behaupten dass Genfood unschädlich ist wenn ihr nur in einem mikroskopisch kleinen teilbereich der biologie forscht …“

    Per se behaupten kann man nichts. 100% Sicherheit gibt es nur selten. Aber die Hysterie, die an den Tag gelegt wird, kann nur als übertrieben betrachtet werden. Wir fahren uns mit Autos tot, inhalieren Feinstaub und zerstören die Atmosphäre, sehen aber ein gigantisches Problem darin, von festeren Tomaten dahingerafft oder von unempfindlicheren Maiskolben gekillt zu werden. Ich sehe da eher ein psychologisches Phänomen, lasse mich aber gerne überzeugen, wenn z.B. Genmaisesser (und die müssen dann mindestens Monate lang nix anderes gegessen haben!) zum Beispiel 10% häufiger Krebs bekommen.

    Das selbe sagte man früher übrigens auch dem ganz normalen Kaffee nach (unmanipuliert!), doch das interessierte Ökofreaks wie Dich vermutlich auch eher weniger, oder?

    Auf Deiner tollen Öko-Webseite habe ich leider auch nur die üblichen halblosen Blabla-Behauptungen gefunden. Die sind auch nicht wissenschaftlicher als mein Geschreibsel, haben dafür aber dolle Angst:

    „Warum ist die Gentechnologie eine Risikotechnologie?
    Bei der Gentechnologie handelt es sich um eine sehr junge Wissenschaft, die noch in den Kinderschuhen steckt. Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht neue Erkenntnisse bekannt werden. Häufig werden einstige Dogmen widerlegt. Viele Prozesse sind noch nicht verstanden. Das Einbringen von Genstücken in fremdes Erbgut ist bisher nicht steuerbar und vieles ist dem Zufall überlassen. Bei der Manipulation am Erbgut werden aber fundamentale Steuerprozesse des Lebens verändert. Die Wahrscheinlichkeit, dass hier Fehler gemacht werden, ist sehr hoch. Die Folgen sind unabsehbar, nicht zu kontrollieren und unumkehrbar.“

    Ersetzt man das Wort „Gentechnologie“ zu Anfang durch „natürliche Mutationen“, hat man übrigens mit dem gleichen Text auch die „gesunde“ und „ursprüngliche“ Natur beschrieben…

  17. Corny sagt:

    Ich möchte an dieser Stelle eigentlich gar nichts mehr an Klapowskis Ausführungen anfügen da er eigentlich so ziemlich alle Punkte aufgegriffen hat die ich auch angesprochen hätte und ähnlich beantwortet hat.

    Nur ein paar Kleinigkeiten würde ich dann doch noch gerne erwähnen
    Zum Thema:
    „Gentechnik mag ein vortschritt sein aber nur wenn man 100% aller wirkungen kennt und nicht wenn man produckte aus profitgier einfach auf den markt ballert.“

    Wie schon mal früher von mir erwähnt: Hier kommt mal wieder das klassische Totschlag Argument. 100 % Sicherheit gibt es nicht! Kein „Wissenschaftler“ würde sowas in den Mund nehmen. Aber jetzt stelle ich mal eine Gegenfrage an den Fragensteller:

    Wie kann man dann noch überhaupt auch normale „Züchtungen“ auf den Menschen loslassen? Ist man sich da 100 % sicher das da alles in Ordnung ist? Hast du eine Ahnung was mit den guten alten Genen beim Sex passiert? Da bleibt kein Baustein mehr auf dem anderen liegen.

    Zu dem Thema:
    „“ich kenne mich in meinem teilbereich aus und hier sind keine schäden zu erkennen” kommt mal von dem hohen ross der allwissenden wissenschaft runter!“

    Mal eine Gegenfrage: Gehst du wenn du eine Krankheit hast zu dem Arzt deines Vertrauens oder fragst du deinen Postboten der zufälligerweise an der Tür klingelt was der rote Ausschlag eventuell zu bedeuten hatt?
    Für was haben wir den Fachleute, also Personen die sich auf bestimmte Fachgebieten spezialisiert haben? Ich äußere mich hier nicht zu der Bankenkrise (hab ich keine Ahnung davon), ich äußere mich auch nicht wie man am besten Gulasch kocht oder wie man Wasserrohrleitungen verlegt. Ich äußere mich auf einen Gebiet auf dem ich, mit Verlaub bitteschön, eine doch nicht zu geringe Ahnung habe. In Laufe meiner „Berufskarriere“ habe ich übrigens sowohl mit Bakterien, Antibiotika, Pflanzen und humanen Krebszellen gearbeitet. Bis auf Tierversuche habe ich also damit so ziemlich ALLES abgedeckt was es auf diesem Gebiet gibt. Und ich möcht eigentlich in dieser Diskussionsrunde nur mal auch die Sicht von jemanden einbringen der auf diesem Gebiet tätig ist, aber nicht für ein bekanntes oder unbekanntes Pharamunternehmen arbeitet sondern sich der leidenschaftlichen Forschung an den Hochschulen verschrieben hat.

    Bitte erkläre mir folgende Aussage:
    „das ist richtig aber wenn man ein genprodukt entwickelt, dass gegen ein pflanzenschutzmittel immung ist, welches jede andere pflanze umbringt und nicht weiter die auswirkung auf mensch und umwelt prüft wird man immer sagen können “wir waren nicht schuld wir glauben genug geforscht zu haben bevor wir es auf den markt brachten.”“

    Ich verstehe da den Satzbau/Zusammenhang nicht ganz. Wie kann einen Pflanze die gegen Pflanzenschutzmittel immun ist (mal abgesehen davon das das unlogisch ist, du meintest eher: Die gegen Parasiten immun ist, oder?) …. oder halt meintest du ein „Unkrautvernichtungsmittel“? Aber selbst dann überwachsen doch diese Pflanzen aus zwei einfachen Gründen nicht die „Natur“: 1) Es gibt keine fruchtbaren Nachkommen –> keine Verbreitung (das wird ja auch immer explizit von den „Gegner“ der Gentechnik angeführt, da dies ja eine Ausbeutung der Bauern wäre.. aber auf der anderen Seite würden die Pflazen in kurzer Zeit alles überwuchern… das gibt für mich einfach nie eine logische Folgerungskette). 2) Wie du ja gesagt hast: es findet keine Kreuzung zwischen den Arten statt –> folglich kann diese „Resistenz“ auch nicht auf eine andere Pflanzenart „überspringen“ und diese dann den Planeten „killen“ (um es mal in deiner Wortwahl auszudrücken).

    SOOOOOO und jetzt zu dem eigentlichen Hauptproblem:
    „Per se behaupten kann man nichts. 100% Sicherheit gibt es nur selten. Aber die Hysterie, die an den Tag gelegt wird, kann nur als übertrieben betrachtet werden.“

    Und genau das ist es. Wie oft lese ich: „Genfrei“ … z.B. Genfreie Tomaten. Sowas GIBT ES NICHT. Sonst wär das rote matschige Teil ein Stein und der wäre doch „etwas“ unverdaulich ;-). Ich weiß und kann es (aufgrund meiner niederbayrischen Heimat, da wo die ÖDP aber leider auch die REP stark sind) auch verstehen das einige Menschen Angst haben. Hier hat auch ganz klar die Politk versagt den Menschen klar zu machen was ihnen persönlich die „Gentechnik“ an Vorteilen bringt. Ich stelle an dieser Stelle nur eine Frage:

    „Stell Dir vor: Du hättest Diabetis. Würdest du dir dann Insulin spritzen lassen? Obwohl du weißt das Insulin von gentechnisch veränderten Lebewesen hergestellt wird?“

    Und dann noch kurz zu der verlinkten Seite, zu dem Abschnitt den Klapo erwähnt hat:

    „Bei der Gentechnologie handelt es sich um eine sehr junge Wissenschaft, die noch in den Kinderschuhen steckt.“
    –> Naja 1953 wurde schon die DNA-Helix Struktur entschlüsselt. Ich würde 50 Jahre jetzt nicht als sooo junge Wissenschaft bezeichnen, aber im Vergleich zu Mathematik losen wir da schon ab, das geb ich gerne zu ;-)

    „Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht neue Erkenntnisse bekannt werden. Häufig werden einstige Dogmen widerlegt.“
    –> Stimmt, die Erde ist ja auch keine Scheibe mehr .. und „Dogma“ ist übrigens ein recht netter Film.

    „Viele Prozesse sind noch nicht verstanden.“
    –> Welche Prozesse? Meine Magendarmprozesse verstehe ich auch oft nicht wirklich.

    „Das Einbringen von Genstücken in fremdes Erbgut ist bisher nicht steuerbar und vieles ist dem Zufall überlassen.“
    –> FALSCH. Seit Anbeginn der Molekularbiologie ist die gezielte Insertion möglich gewesen. Zu Beginn Dank des Lambda Phagens, seit den 80ern dank den sogenannten „Restriktionsenzymen“. Diese erkennen eine spezifische palindromische DNA Sequenz und man kann seine gewünschten DNA Fragemente zu 100 % gezielt einbauen. Dies wird dann über sogenannte „Sequenzierungen“ nachgewiesen. D.h. es wird auf das BASENPAAR GENAU überprüft ob alles korrekt eingebaut ist. D.h. ich kann Dir genau sagen was ich wo geändert habe und das auf das NUKLEOTID GENAU. Genauer gehts also gar nicht mehr ;-)

    „Bei der Manipulation am Erbgut werden aber fundamentale Steuerprozesse des Lebens verändert. Die Wahrscheinlichkeit, dass hier Fehler gemacht werden, ist sehr hoch. Die Folgen sind unabsehbar, nicht zu kontrollieren und unumkehrbar“

    Das ist die typische Panikmachensteigerung. Auf diesen Satz kann ich aufgrund der zahlreichen inhaltlichen Fehler und vorallem Fehlinformationen gar nicht mehr eingehen. Dieser Abschnitt lässt vom Verfasser schon gar keine Diskussionsbereitschaft erkennen. Tut mir aufrichtig leid.

    Leider ist Gentechnik ausserdem ein sehr breites Spektrum. Würde denn wirklich jemand bei einer ernsthaften Lungenentzündung zu seinem behandelnden Arzt sagen: „Nein das Antibotikum will ich nicht? Das Bakterium wurde gentechnisch verändert das es um das 1000fache davon herstellt, damit ich das dann haben kann?“. Ich glaube nicht. Und wer kann einem anderen das Recht auf eine Gentherapie verbieten die die körperlichen Leiden dieses Patienten lindern oder sogar heilen würden.

    Und was ist die eigentliche Angst vor der Gentechnik? Es ist die Angst vor uns selbst, das der Mensch in seiner Habgier und Unbescheidenheit keine Grenzen mehr kennt. Das dies nicht passiert sollten wir im Auge behalten und dabei aber auch nicht übersehen welche wirklichen Segen uns der Fortschritt in der Gentechnik bringt. Ich bin froh, wenn ich eines Tages Diabetis bekommen sollte, das ich dann sorgenfrei noch viele Jahre leben kann und darf. Ich bin froh das ich nicht mehr an einer Lungenentzündung oder einem bakteriellen Infekt sterben muss. Ich bin froh das Dank der Gentechnik der „Schweinevirus“ schon entschlüsselt wurde und aktiv an einem Wirkstoff gearbeitet wird und sogar schon hergestellt wird. Und das alles bevor Millionen von Menschen an diesem Virus eventuell sterben müssen. Ich glaube 1918 wären die Menschen froh gewesen unseren heutigen Wissenstand zu haben und würden sich über unsere Diskussionen nur wundern.

  18. flyan sagt:

    „Und was ist die eigentliche Angst vor der Gentechnik? Es ist die Angst vor uns selbst, das der Mensch in seiner Habgier und Unbescheidenheit keine Grenzen mehr kennt. Das dies nicht passiert sollten wir im Auge behalten und dabei aber auch nicht übersehen welche wirklichen Segen uns der Fortschritt in der Gentechnik bringt.“

    Die Gentechnik ist schon soweit fortgeschritten, dass man sie überall drin hat. Sei es über Verunreinigung oder als Futtermittel. Die deutschen Bauern dürfen zwar erstmal kein Gensoja anbauen, aber das Tierfutter besteht doch praktisch nur daraus. Und das wirklich schlimme aus meiner Sicht ist, dass die veränderten Sorten ohne Prüfung, ohne Studien einfach auf den Markt gebracht werden können. In welcher anderen Industrie ist sowas bitte möglich? Die Habgier und Unbescheidenheit muss eben nur auf eine handvoll Menschen beschränkt sein, um vielen Menschen zu schaden. Meines Wissens sterben täglich mehrere Menschen alleine in den USA an den Folgen von Fehlern in der industriellen Nahrungsmittelproduktion, vor allem Kleinkinder.

    „Ich bin froh, wenn ich eines Tages Diabetis bekommen sollte, das ich dann sorgenfrei noch viele Jahre leben kann und darf.“

    Seitdem die Nahrungsmittelproduktion in den USA zu großen Teilen auf hochgradig raffinierten Maissirup basiert, ist die Anzahl der Diabetes Typ II Erkrankungen rapide in die Höhe gegangen.

    Ein weiterer Punkt, der mich an der Gentechnik-Geschichte mächtig stört ist die Macht der Leute, die entsprechend verändertes Saatgut verkaufen. Ein amerikanisches Unternehmen namens Monsanto ist jetzt schon quasi-Monopolist für Soja-Saatgut und hat mit dieser Macht erreicht, dass Saatgut aus der eigenen Ernte aufzubewahren faktisch illegal ist. EIN Unternehmen bestimmt damit de facto den Weltmarkt. Da habe ich kein Vertrauen.

    „Ich glaube 1918 wären die Menschen froh gewesen unseren heutigen Wissenstand zu haben und würden sich über unsere Diskussionen nur wundern.“

    Damals hatte man viel weniger Gründe, die technische Entwicklung zu hinterfragen, da es keinen Grund gab anzuzweifeln, dass mehr Nahrung, bessere Medizin und mehr Komfort sowie allgemein gesellschaftlicher Fortschritt damit einhergehen würden. Obwohl es natürlich schon damals solche Öko-Hippie Sturköpfe wie Huxley, Lang und Hesse gab, die aber zurecht in Vergessenheit geraten sind. Oder so ähnlich. Im Jahre 2010 sollten wir allerdings besser verstehen, dass technische Entwicklung nicht immer nur Gutes hervorbringt, besonders wenn man da an falsche Hände denkt. Klar ist es aus wissenschaftlicher Sicht ganz toll, dass die Atombombe funktioniert und dass Atomkraftwerke ein Lächeln auf den elften Zeh zaubern, aber waren das (als krasse Beispielaufsteller) wirklich die besten Entwicklungen, die der Menschheit passieren konnten

    Ich möchte nicht sagen, dass Gentechnik wirklich grundsätzlich böse ist, aber bei der derzeitigen realen Entwicklung sind Kritik und eigentlich auch Proteste hochgradig angebracht.

  19. Paulin sagt:

    HM, ok du hast schon eine krasse Meinung.
    Allerdings sind nicht alle Angaben in deinem Text richtig. Z.b. wir der Gen-mais, meistens gar nicht von uns gegessen, sondern an die Tiere, die wir dann essen, verfüttert. Des Weiteren hast du vergessen, dass die Böden im Regenwald durch die exterm ERhöhte Nutzung von Herbiziden ausgerodet werden und sämtliche Insektzenarten durch Bt- Pflanzen sterben.
    ja…durch Erhöte Herbizidnutzung wird aber auch das unerwünschte Unkraut immer resistenter gegen Herbizide und man muss wiederrum mehr, anstatt weniger benutzen.
    Also deine Argumente lassen mich wirklich darauf schließen, dass du wenig Ahnung hast, wovon du schreibst.
    Ach ja, ausßerdem werden gentechnisch veränderten Pflanzen auch ein Antibiotikumrsistenzgen eingepflanzt, d.h je mehr du davon zu dir nimmst, desto weniger wird dir Antibiotika bei einer Krankheit helfen.
    Ich denke aber der größte Nachteil daran ist, dass die Firma Monsanto schon fast das Gen Monopol besitzt und wenn das sich in dem Maße weitersteigert, hat der europäische Verkäufer keine Auswahl mehr an verschiedenen Mais oder Reissorten, da der Bt, Mais und Reis sich auf alle anderen Mais und Reissorten überträgt und da Monsanto das Patent für „dieses Gen“ hat, müssen dann die Bauern, die noch normale Pflanzen anbauen, ihre Felder an Monsanto geben, wenn das kein mieses Geschäft ist.
    Des WEiteren ist es fraglich, warum Monsanto Gene gegen Herbizidrsistenzverkauft und gleichzeitig aber auch die Herbizide??
    Wenn du mich fragst sind gentechnisch veränderte Lebensmittel Ausbeutung und nichts als Geldgier.
    Grundsätzlich habe ich nichts gegen die biologische Forschung, doch ich will nicht wissen wie weit der Mensch es noch treiben wird, es geht ihr um eine ethische und moralische Grenze..irgendwo hat der Mensch nicht mehr das Recht in die Natur einzugreifen. Der Mensch glaubt fälschlicherweise sie gehöre ihm.

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