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DS9: Fight Club – Folge 29 – „Das Monster, das ich liebte…“

Noch immer tyrannisiert ein furchtbares Monstrum Fleischkopf-Müller und seine Crew. Mondamin, der um seinen Arbeitsplatz bangt und in dem Fremden eine Rationalisierungsmaßnahme Gottes sieht, um sein organisiertes Regime der Anarchie entbehrlich zu machen, trifft eine Entscheidung: Dieser Furz muss raus!

In einem Anfall ungewöhnlichen Einfallsreichtums kam Udo jedoch noch im Fluge die rettende Idee: Kurz vor dem monstriösen Kopf der Kreatur verschwamm der bräunlich herumflitzende Schatten und feierte seine Wiedergeburt in der Gestalt eines Klaviers…
Knallend zerbarst der gerade erst entstandene, edle Flügel an dem Körper des Wesens in seine Einzelteile… Doch Udo war noch nicht am Ende seines Lateins und im selben Moment, in dem er als herumsausende Eichenhölzer durch die Gegend wirbelte, verwandelte er jeden einzelnen Teil seines Ich`s in schnorrende Punks und Lotterie-Postwurfsendungen, die das Monstrum attackierten…

Doch die Angriffe perlten an dem schwarzen Panzer des Ungeheuers ab, wie „Aufhören, sein Genick ist gebrochen“-Rufe von Mondamin…

Udo gab jedoch nicht auf: Mit einem Kampfesschrei, der wie Schlagsahne im Ventilator klang, verwandelte er sich mit einem letzten Aufbäumen in eine Horde herabstürzender Ambosse, Toaster, Kaffeemühlen und Brockhaus, Band 1-172…

Nur leicht benebelt wankte das Wesen polternd hin- und her…
Udo beeilte sich, zu seinem Herrn zurückzufließen, wobei seine Schleimspur einige Umwege in Kauf nehmen musste, um sich selber aufzusammeln…

Um 5 Zentimeter geschrumpft stand Udo eine Minute später auch schon wieder vor seinem Meister, während einer der Punks unbemerkt schnorrend und heiser lachend um die Ecke verschwand. „Captain, es hat keinen Sinn, es ist einfach zu schwarz und böse. Wie die Lichtverhältnisse hier. Man sieht ja kaum den Schleimausläufer vor Augen… – Captain, was haben sie?“
Mondamin`s Augen kniffen sich nun abermals zusammen und diesmal rannen dicke Tränen der Anstrengung hervor, begleitet von einem immer roter werdenden Gesicht… Wild puckernd trat bereits die Halsschlagader hervor, wie ein sich windender Wurm auf LSD. Zähne knirschten, Augen schielten, Fäuste und Genitalien ballten sich nun an Mondamins angespannt dastehenden Körper… Nur ein „Grrrnggnnnnrg!“ trat hinter des Captains blutig zerbissenen Lippen hervor…

Einen Moment später entlud sich die Spannung des Geschehens in einem finalen, dröhnend niederhallenden „PPPRRFFTSCHHH!“, das den Captain wie durch Geisterhand einen Zentimeter in die Luft schob… Noch bevor das metallische Echo in den finsteren Gängen verklungen war, stand Mondamin jedoch wieder auf seinen Beinen…
„Oh, GOTT! VERDAMMTE BOHNENKACKE! Schmeckt Scheiße und macht Scheiße! Und nochmal ess` ich den Dreck nicht mit den Händen! Verdammter Löffelmangel noch eins!!“

Von Mondamin unbemerkt hatte sich im Raum eine tückische Methanwolke gebildet, die unsichtbar am Boden entlang kroch und größer wurde, wie ein schnell aufgepumpter Ballon mit Allmachtsphantasien…

Das blutrünstige Wesen entschied zu diesem Zeitpunkt, dass es den Helden unter einem Fadenscheinigen Vorwand (Benommenheit) genügend Zeit für eine Planänderung zugestanden hatte und wandte den interessierten Blick vom Aussichtsbullauge ab…

„Schnell, ein Feuerzeug!“ rief Mondamin ebenso schnüffelnd wie triumphierend.

„Eine sehr gute Idee, Captain!“, lobte Udo und klackerte sofort als Luxusartikel der Werbegeschenkindustrie zu Boden, mit den leicht abgeschabten Worten „DiÄßNein – DIE Krankenversicherung, die dir Krankheit versichert. – Und das reichlich!“ als Beschriftung und einem Emblem aus zwei gekreuzten Baseballschlägern.

Während sich der Captain mit einem genüsslichen „Aaah, Danke, Glibbergnom! Das habe ich gebraucht!“ mit dem Feuerzeug im Ohr popelte, waren die Methanschwaden verraucht, die Wut des Wesens jedoch nicht…

So kam es, dass Mondamins Verstand sich einen winzigen Moment aus dem Urlaub zurückmeldete und im Hawaiihemd durch die Pforte seines Geistes schritt. Zeitgleich stakste auch sein echter Körper wütend auf das Monster zu, tadelnd mit dem Zeigefinger in der Luft herumwedelnd und dabei schreiend: „He, den Schaden, den Sie da an meiner Station verursacht haben, bezahlen Sie aber! Handwerker sind ganz schön Teure, diese unverschämten Scheißkerle. Sehen Sie sich nur mal an, was Sie da mit dem Heizungsrohr gemacht haben!“

Wild gestikulierte Mondamin auf ein Rohr, in das das Wesen mit seinem blitzschnell herausgeschossenen Gebiss ein großes Loch gerissen hatte, als es den Schädel des Partygastes durchstoßen hatte. Nun trat beängstigender Wasserdampf aus, der von den roten Lichtreflexen der Warnlampen durchzuckt wurde. „Wissen Sie eigentlich, was so ein Wasserschaden kosten kann, Sie Arsch?! Das war mutwillig, da dürfen Sie selber bezahlen, keine Haftpflicht übernimmt so was. Ha! Will mal sehen, wie Sie da gedenken, wieder `raus zu kommen. Jetzt machen Sie ein ganz schön dummes Gesicht, wie? Ja, auch das Zweite, in ihrer Fresse!“

höhnisch keifte er weiter und ruderte dabei mit den Armen herum. Dabei verfing er sich in mehreren achtlos abgestellten Wischmobs und Besenstielen, die er mühelos mit sich riss, ohne es groß zu bemerken. Wenn er erst mal in Fahrt war und sein Temperament mit ihm durchging halfen auch keine Das-ist-jetzt-schon-der-vierte-Schädelbasisbruch-er-ist-wirklich-tot-Rufe. Mit dem Besen in der einen und dem Wischmob in der anderen Hand, fuchtelte Mondamin vor dem jetzt sichtlich irritierten Monstrum herum. Es wich langsam zurück. In seinem überschwänglichem Eifer knallte der Captain gegen einen Hebel, der unschuldig an der Wand angebracht war und jetzt mit einem harmlosen „Klick“ umgelegt wurde…

… und abbrach.
„Krrzzz Zzzsst Tslllsslls knarrz ssmmss spffststt …rei, … zwei, … eins“, kam es aus den Stationslautsprechern.
„Was is?“, Dr. Bleibhier schwante Übles. „Was soll das heißen?“ Er war gerade damit beschäftigt gewesen, seine Hosenbeine aufzukrempeln, denn das Wasser stand schon auf dem ganzen Promenadendeck einige Zentimeter hoch.

Doch weit kam der Captain nicht. Nach wenigen Schritten spürte er plötzlich keinen Boden mehr unter den Füßen. Den anderen erging es nicht anders. Alles, was nicht Niet-und-Nagelfest war (aus Mondi’s Sicht gehörte auch und gerade Flex dazu), erhob sich in die Luft.
„Mondamin, die Schwerkraft wurde ausgeschaltet. Wir schweben!“, erfaßte Flex die Situation ganz richtig.

Der Cpt wollte direkt Antworten, als ihm eine Hustenattacke traf. Er hatte gerade etwas von dem umherschwebenden Wasser verschluckt.

Zu dem Husten kamen noch würgende Geräusche aus der Richtung des Monsters. Es war wohl noch nie der Schwerelosigkeit ausgesetzt gewesen. Auf jeden Fall fraß er jetzt Rückwärts. Da kam ein Teil des Latexianers mit einem Schuß Magensäure aus seinem Maul, was sich sogleich mit dem umherschwebenden Wasser vermischte…

Sofort verwandelten sich die unterschiedlichsten Flüssigkeiten in eine faszinierende Welt von herumschwebenden, glänzenden Riesenkugeln… Mondamin strampelte und blubberte wütend in einer besonders Großen herum, noch immer mit Putzeimern und Wischmöppen herumfuchtelnd… Von seinem Mund stieg eine nicht unerhebliche Zahl von Luftblasen auf, die beim blubbsenden Verlassen von Mondamins runden, wässrigen Gefängnis Wortfetzen wie „Löffelficke!“ oder „Schwanzlutscher!“ preisgaben…

Der Doktor schlug die Hand vor`s Gesicht, als sich die schlimmsten Phantasien eines mit Wahnsinn ausgestatteten Comiczeichners wie Pistolenschüsse vor seinem Gesicht entluden.

„Ein Irrenhaus… Ich lebe in einem Irrenhaus! Nein, halt: Ich „lebe“ in einem Irrenhaus…“

Doch trotz des Chaos schrie Bleibhier geistesgegenwärtig zu seinem Captain hinüber: „Captain, hinter ihnen ist die Kontrolltafel des Großlager-Transporters! Dieses Wesen schwebt gerade über der Transporterplattform hinweg! Beamen sie es jetzt ins All heraus, bevor es uns alle umbringt!“

In diesen Moment zerplatzte die Wasserblase um Mondamin und formte sich umgehend in mehrere Kleinere… Mondamins Bauch hatte übrigens während seiner Schimpftriade eben stetig an Volumen zugenommen… Auf Bleibhiers Einwand hin hatte der Captain dann damit begonnen, kleine Wasserblasen hochzuwürgen und blubbernd aus seinem Mund zu entlassen…

„VERDAMMT, ICH BIN BESESSEN! WELCH ÜBLE BRUT ENTWEICHT AUS MEINEM MUNDE?“

„Captain! Der Transporter!! Hinter ihnen!!! – Passen sie auf!!!“

Mit einem hohlen Knacken donnerte der Kopf Fleischkopf-Müllers gegen die Kontrolltafel der Konsole…

Unter einem Sirren und Schimmern löste sich das inzwischen nur noch leise und verwirrt wimmernde Monster in Luft auf…

Szenenwechsel:

Cpt. Cock drückte mit einem leicht angeheiterten Gesichtsausdruck den letzten Rest des durchsichtigen Gels aus seiner Tube… Unter dem plätschernden Brausen seiner Dusche wirkte das dabei entstehende Geräusch wie ein obszöner Fremdkörper… Entspannt und die lange Mähne hin- und herschüttelnd (Cock hatte ein Faible für jugendliche Frisuren, wie sein lila gefärbter Pferdeschwanz auch vermuten ließ) ließ er das erfrischende Nass über sein Haupt laufen… Sanft stieg der Wasserdampf auf und ließ dem Captain sein morgendliches Bad wie eine religiöse Zeremonie erscheinen… Ja, sollte das Außenteam seines Schiffes, der „U.S.S. Kondensat“ ruhig alleine auf DiÄßNein beamen…

Erst vor ein paar Minuten waren sie an der Station angetroffen… Der Notruf, der bis vor kurzem noch zu vernehmen gewesen war, war mit ihrem Erscheinen jedoch bereits wieder verstummt… Keine Ahnung, was dort passiert war. Auf jeden Fall waren alle Lichter auf dem nun dunklen und Einzelteile verlierenden Weltraumkreisel gelöscht und daß Einzige, was einen Anhaltspunkt auf das Geschehene hätte geben können, war eine pilzförmige Wolke, die noch immer unter der Station herumdümpelte…
Cock griff entspannt grinsend und mit schmerzender Seife in den Augen nach seinem Handtuch außerhalb des Duschvorhanges… Doch statt etwas Flauschigem ertastete er etwas Glattes, Großes und Rundes…
Nur leicht Verdutzt schob er den Vorhang zur Seite… Sollte sich doch tatsächlich wieder eine dieser hübschen weiblichen Fähnriche ohne was an in sein Bad verirrt haben? Wieder mal, um ein 2 „Augen“-„Gespräch“ über anstehende Beförderungen zu führen?…

Statt weiblichen Milchdrüsenerweiterungen schwang jedoch nur eine gräßliche, schwarze Fratze vor seinem Gesicht herum…

Cock schrie panisch, akustisch die gesamte sexuelle Frustration eines ganzen unbefriedigten morgens beinhaltend, in die feuchte Badezimmerluft…

„Verdammte Inzucht!“ beschwerte sich Mondamin beim Schicksal. „Egal, wo ich bin, egal was ich mache und egal wie laut ich brülle oder anderen auf den Kopf haue, überall bricht Panik und Entsetzen aus und dann noch diese lästigen Katastrophen. Das muß anders werden. Udo! Stellen Sie mir mal schnell fest, ob hier jemand die Station sabotiert! Mir scheint, von Anfang an war da jemand, der mir Knüppel zwischen die Beine geworfen hat! Und das macht er immer noch, er wurde nur noch dreister dabei.“

Verschwörerisch deutete Fleischkopf-Müller auf die diversen Putzutensilien, wie Besen und Wischmob, die zwischen seinen Beinen herumlagen.

„Na los Udo, sind Sie nun hier der Oberschnüffler oder nicht, Sie Gelatinenflade!“

Udo duckte sich unter diesen verbalen Attacken in Sicherheit, reagierte aber sofort auf die Worte seines Herren und Meisters:

„Ja, mein Captain. Ich möchte ihr natürliches und hervorragend ausgeprägtes Talent der Kombinationsgabe nicht in Frage stellen, aber ich glaube nicht, dass da jemand Sabotage begangen hat. Viel eher könnte es unter Umständen daran liegen, dass Sie nun…äh…ja…also…solche Umstände irgendwie anzie…“

Fleischkopf-Müller grölte gegen den leisen Protest an und setzte dabei sein ganzes Gewicht in die Stimme. – Das heißt: Er sprang Udo an, begrub ihn unter seinen Körpermassen und sprang wieder und wieder mit seinen Springerstiefeln auf dem Hechselbalg herum, bis dieser an die umliegenden Wände und Personen gespritzt wurde.

„ICH…WILL…DASS…SIE…SOFORT
…AUF…DIE…SUCHE…GEHEN…
UND…
WEHE…SIE…LIEFERN…MIR…
KEINEN…SABOTEUR…VERSTANDEN?
…UND…JETZT
…MACHEN…SIE…DASS…SIE…
IN…DEN…NÄCHSTEN
…AUSGUSS…KRIECHEN…ODER…ICH…WERDE
…BRUTAL!!!“

Udo´s Körperflüssigkeit rann in einer Wasserrinne zusammen, wie ein billiger Werbefilmefekt und schwappte hastig davon, um in einem Gulli zu verschwinden. Der Captain hatte sich wieder etwas beruhigt.

„So, und jetzt gehen wir mal zur Hops und schauen mal nach, wie die Lage aussieht. Mir nach, Männer.“ schon stampfte er von dannen, wobei er noch einmal fluchend über einen widerspenstigen Wischmob stolperte. Die anderen folgten ihm kreidebleich und in einem gewissen Sicherheitsabstand, der sich aufgrund der Erfahrungen, die sie mit dem Captian gemacht hatten, schon oft ausgezahlt und die exakte Differenz zwischen Leben und Tod ausgemacht hatte…


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Artikel

von Klapowski am 09.10.02 in Fight Club

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