Das ernsthafte Medienmagazin

Fünf vor 12… äh… elf…

Wer käme schon auf die Idee, ein gewohnt actionhaltiges Staffelfinale mit der amerikanischen Außenpolitik zu vergleichen?? WIR ganz sicher nicht, sind wir doch vor intellektuellen Betrachtungen gefeit! – Doch da haben wir die Rechnung ohne den Betriebswirt gemacht: Berman, Braga und Bakula, versprechen sich durch den 11. September klingelnde Kassen…

Die Tripple-B`s zeigen überdeutlich, wie sie die zukünftige Staffel gedeutet haben möchten: Denn eine relativ niedrige Primzahl und ein Frühherbstmonat spielen in ihren Interviews eine stets wiederkehrende Rolle…

Daher beschäftigen auch wir uns nur mit einem: Kann die dritte Staffel von Enterprise es mit den Zuschauerzahlen des Blockbusters (und wir reden hier von Wohnblöcken) „11. September“ aufnehmen?

Vieles spricht dafür: Der Überraschungserfolg von 2001 brillierte schließlich auch durch das Schauspiel von Scott Bakula, der sogar ohne Maske auskam, um wie der US-Präsident auszusehen. Bakula zu dem Remake (Übersetzung aus dem Englischen sponsored by deutschen Trekseiten): „Viele meiner Freunde haben gesagt, dass ich es wieder machen soll. So mache ich es wieder also. Obwohl ich Bedenken besaß, eine identische Rolle zu spielen, wie bevor 2 Jahren. Aber das neue Drehbuch hat mich dann doch überzeugt… – haben!“

Auch das grandiose Schauspiel von Max Cromwell (Zefram Cochran) in seiner Rolle als Ronald Rumsfeld ebnete damals den Erfolg… Für den Nachfolger konnte der vielbeschäftigte Schauspieler jedoch aus privaten Gründen nicht mehr gewonnen werden.

Auch Jeffrey Combs, Rekord-Aliendarsteller von Vorta über Ferengi bis hin zum Andorianer, wird nicht mehr mit von der Partie sein: „Ich liebte den ersten Teil wirklich sehr! Aber jeden Tag diese 4 Stunden in der Maske, die zerrten schon sehr an den Nerven. Sie werden mir nicht glauben, wie viel Arbeit so ein Bart macht! – Außerdem war ich unzufrieden mit meinen kurzen Bar… Parts!

Die Höhlenkulissen waren noch aus „Geheime Mission auf Celtris III (TNG)“ und die Bildqualität unverständlich schlecht! Von der mangelnden Weiterentwicklung meines Charakters ganz zu schweigen. – Wenn ich es mir recht überlege, würde ich den ersten Teil wohl doch nicht so sehr lieben, wenn eine gewisse Vertragsklausel betreffend Interviews nicht wäre… (Raschel, Knirsch) Wir reden besser drinnen weiter, wir sind hier nicht sicher.“

Angesichts all dieser Tatsachen ist es nur angebracht, die Remake-Pläne mit dem unschlagbaren Original (und der ihm nachfolgenden Geschichte) zu vergleichen und abzuschätzen, ob der Nachfolger dem Klassiker das Wasser reichen kann. Freuen wir uns also auf die 3. ENT-Staffel, oder, wie wir Fans sie nennen: „11. September – Reloaded“…


„Der erste Angriff auf die Erde ist in etwa so wie der 11. September. Jetzt versuchen wir einen weiteren Angriff zu verhindern.“ (Braga, in einem Interview)


Der Präventiv-Faktor:

Die Xindi greifen die Erde an, um einen Angriff auf sich selber abzuwehren. Folglich greift Archer die Xindi an, um einem erneuten Angriff zuvorzukommen. Und nicht zu vergessen die Fraktionen im temporalen Kalten Krieg, die sich mit unproduktiven (Stichwort: „Warum nicht in die Ursuppe spucken?“) und teilweise unlogischen Zeiteinmischungen aufhalten, damit 700 Jahre später der Benzinpreis stagniert. Ergo: Präventiv bis zum Hals… Und dabei ist die Krebsvorsorgeuntersuchung da noch nicht mal mit drin!

Kegelclub, 3289: „Heinz-August war imma zur Vorsorge. Hat nischt festjestellt, der Doktor! Dann kriegt der doch tatsächlisch Krebs! Weil sein Vadder da schon anfällich war! – Watt? Ne, behandelt ham` sie den Heinz nich! Ham` einfach früher von seinem Vadder den Urgroßoppa abgetrieben. Und watt soll ich sagen: Seitdem keeeeine Beschweeeerdeeen mehr!“

Fazit: Irak, go home! Mehr “Präventiv“ geht bei ENT kaum! Nicht zu verwechseln mit „Präservativ“. – Denn im regulären Pon Farr (bald in der 3. Staffel zu sehen!) ist die Verhütung schon mit drin!

11. September (und Folgen):

3. Staffel Enterprise:


„Oh, wir nehmen die Katastrophe vom 9/11 zum Anlaß, um daraus Nutzen zu ziehen.“ (Scott Bakula, ironisch gemeint)


Der Massenmord-Faktor:

Wenn der 11. September das Gebäude ist, auf dem ENT zusätzliche Etagen hinzufügt, handelt es sich bei dieser Immobilie wohl um „Ground Zero“… Sowohl am „Elften“ als auch im Pilotfilm zur „Dritten“ kann man sich vor sinnlosen Todesopfern kaum retten. Hysterisch kriechen in ENT angesengte Menschen durch den neuen Grand Canyon, nicht zuletzt auch durch den ihres (hier politisch korrektes Kirchentags-„Schnüff!“) Herzens, gebildet durch die spaltende Naturgewalt von Hass und Rache… (Jaaa, DAS ist gut! Johannes-Paul, räum dein Platin-Höckerchen!)

Was den 11.-September-Opfern an Fotogenität fehlte, macht ENT durch Anonymität wieder wett! – Ob nun 100, 1000 oder eine Million: Egal! Nichts bietet schließlich so aufrüttelnde visuelle Schmankerl wie das beobachten eines verpuffenden Baggersees aus 10 Kilometern Höhe!

”Ja, schön ist es schon… Aber pass` mal auf: Kurz vor Feierabend hört die Sonde meistens auf zu scheinen!“ – Die Kugel gegeben: Am Sternenflotten-Hauptquartier werden wieder mal Dacharbeiten vorgenommen…

Fazit: Nach reinen Zahlen siegt ENT (noch) haushoch.

11. September (und Folgen)

3. Staffel Enterprise:


„Die Idee von Außerirdischen, die die Erde zerstören wollen, gibt es schon viel länger als 9/11.“ (Rick Berman)


Der Explosionen-Faktor:

Dank Irak- und Afghanistan-Krieg ist der Vorgänger nur schwer zu toppen!

Doch die Enterprise hält nun Kurs auf Waffen, die `reinhauen: Nachdem die bisherigen Photonentorpedos bei ENT (in eine Pappschachtel eingesperrtes Sonnenlicht, sofort abgefeuert) nur Kollateralschäden an den Quoten verursachten, reitet man nun auf hand(feuerwaffen)festen Bunkerbustern in die Quotenhölle. – Vermute ich jedenfalls.

Vorstellbar ist aber natürlich auch, dass die gesammelten Schwarzpulvervorräte vom neuen Kampfstern Ga-Flak-tica die Zuschauer locken, wie Soldatenuniformen verehrende Teenieschnecken. Denn selbst unsere Oma wusste es schon: „Großvater sah in seiner Uniform so verflixt schmuck aus! Natürlich vor dem russischen Geschützfeuer“!

Fazit: Das Wort „Explosion“ stammt eigentlich aus dem Japanischen und heißt ohne klischeehaften Aussprache-Gag eigentlich „Ex-Pro-sion“ (hahaha). Auch hier siegt die Wirklichkeit vor dem Nachahmer. Quantität statt Qualität…

11. September (und Folgen):

3. Staffel Enterprise:


„Wir waren bereits mitten in den Arbeiten am Drehbuch, als wir die Parallele sahen.“ (Rick Berman, lügend)


Der Menschlich-berührt-sein-Faktor

„Noch nie zuvor hat es eine solch verheerenden Anschlag auf das freiheitlich-westliche Denken gegeben! Bestürzung ist alles, was wir angesichts dieser Tat zum Ausdruck bringen können…“ (Daniel Klapowski, 2004, Resümee 3. Staffel)

Klar, noch ist es nicht soweit… Doch selbst wenn sie nur die bisherigen 2 Staffeln gleichermaßen weiterführen, hapert es an Identifizierungsmöglichkeiten mit der Crew. Nur selten war es mir so egal, in welche stinklangweilige Richtung sich die Figuren bewegen werden… Ob Tucker nun aus Trauer um seine Schwester Totenköpfe in die „Photonic Torpedos“ schnitzt, oder aber Witze erzählend an einem Ikearegal herumschraubt, ist mir reichlich Schnuppe…

Und ob T´Pol in die identitätskriselnden Fußstapfen von Seven, dem Holodoc, Odo und Data tritt, dabei den 3. Vulkanier nach Spock und Tuvok darstellt UND es dabei auch noch schafft, sexy auszusehen (Dax, Seven), ist einem nach 600 Folgen Star Trek auch irgendwie merkwürdig einerlei…

Mit dem 11.-September-Szenario versucht man nun krampfhaft, dem bisherigem, traurigen `Rumgefliege einen emotionalen Anstrich zu geben. – Wenn`s nur nicht so widernatürlich nach Farbe riechen würde…

“So, Herr… äh… Xindi! Sie sind definitiv zu schnell gelegen! Wenn sie dann bitte einmal in dieses Gerät pusten würden?“ – Sat.1 kündigt neuen Comedy-Filmfilm an: „Oh, Sama! – Immer Ärger mit dem Schupo!“

Fazit: 09/11 nahm und nimmt mit, ENT begnügt sich in Sachen Mitnahme jedoch mit ein paar Anhaltern… Dazu ein aufgesetzter Raumkampf, fertig ist die „Expanse“ zwischen Zuschauer und TV-Figuren. Schade.

11. September (und Folgen):

3. Staffel Enterprise:


Fazit gesamt:

Die nervtötende und penetrante Art und Weise, mit der die ENT-Macher in mehreren Interviews unablässig über den 11. September plaudern (und das nicht nur, wenn sie danach gefragt werden), ist der geistige Tiefpunkt seriösen Trekmarketings … Und ICH muss es ja wirklich wissen! Haben wir doch schließlich vor drei Jahren damit aufgehört, unser damaliges Webprojekt (www.startrek-maskenshop.de) mit Vietnam-Fanfiction zu schmücken!

In diesem Sinne: Live long and… Prost!

*Dünnsinn mit Weißbier fortspül*


Weitersagen!

Artikel

von Klapowski am 07.06.03 in Star Trek

Ähnliche Artikel


Kommentare (1)

  1. Gast sagt:

    Wer Schreibt so spät noch bei Nacht und Grauem Haar?
    Der Klapowski ists mit seinem Kommentar!
    Er hält die Kommunity heroisch aufmerksam,
    Er fast sie sicher,er hält sie sorsam.

    Meine Kommunity was birgst du so bang dein Gesicht?
    Siehst Daniel du den Kommerzkönig nicht?
    Den König mit Goldstaub?
    Mein Daniel, es ist Gedankenraub.

    Du liebe Kommunity komm glaube mir.
    Gar schöne Episoden geb ich dir.
    Manch bunte Bilder sind darin,
    Meine Schreiber haben manch gülden Sinn.

    Mein Daniel,mein Daniel, und hörest du nicht?
    Was Kommerzkönig mir leise verspricht?
    Sei ruhig, bleibe ruhig, meine Kommunity,
    In seinem dürren Hirn säuselt Gaukelspiel.

    Wilst feine Kommunity mir dienen?
    Mich mit manch feiner Kritik bedienen?
    Mein Irrsinn führet den Narrentanz,
    Und Schwingt und Singt in völliger Ignoranz.

    Mein Daniel,mein Daniel und siehst du nicht dort
    Kommerzkönigs Zukunft am düsterem Ort?
    Meine Kommunity, meine Kommunity ich seh'es genau:
    Es errscheint das Irrenhaus so Grau.

    Ich lieb euch alle,mich reizt euer schönes Geld
    Und seid ihr nicht willig so brauch ich Gewalt!
    Mein Daniel, mein Daniel jetzt greift er mich mit schlechten Epsioden an!
    Kommerzkönig hatt mir ein Leid getan.

    Dem Daniel gruselts er schreibt wie der Wind,
    Er rüttelt in den Armen die Blinde Kommunity geschwind,
    Erreicht das Enterprise serien ende mit müh und Not,
    In seinen Armen die Kommunity war Tot.

    Hmm nicht alles was man so früh morgens Schreibt muss Mist sein ^^
    Möge mir der Alte Goethe diese verschandelung verzeien,aber da ich dieses Gedicht in der Schule auswenig lernen musst war eine kleine Rache angebracht :)
    Nichtsdestrotz hatt Klapowski ja schon früher erschreckend genaue Vorraussagen über Star Trek gemacht,was wohl das alter der Zielgruppe von ST am ende von Enterprise sein wird?
    Aber keine sorge wir können immer noch Beten das ein Meteor(oder Gene Roddenberrys Urne?) diese Verbrecher an der Logik die sich "Ent-autoren" nennt aus dem Leben ruft…..
    Dieses Machtwerk wurde von Silverfox verbrochen,mein Account ist leider noch nicht Freigeschaltet :(

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Brandneues
Gemischtes
Newsletter
Arschiv
Zum Archiv unserer gesammelten (Mach-)Werke.
Büchers
Jenseits der Goetter

Jenseits der Macht