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„Rick’s rhythmischer Räumungsverkauf“ – Neues zu ENT-Staffel 3

Rick Berman ist gerade aus den Osterferien zurück, schon berichtet er wieder Neues von der 3. ENT-Staffel. Zur Einweihung seines neuen Konzeptes ließ er auf einer Pressekonferenz hübsche Models mit Bikinis aus Schlachtabfällen auftreten und verloste zur Feier des Tages einen Fiat Punto mit integriertem Flugzeugträger. Was das alles bedeutet, lest ihr in diesem Artikel…

Aussage Nummero eins zum Thema „Außerirdische greifen Erde an“:

„Die Zuschauer erfahren dabei, das dies ein Präventivschlag einer Rasse Ausserirdischer ist, welche unter dem Namen Xindi (gesprochen Zin-dee) bekannt sind. Sie haben Kenntnis davon erhalten, das die Erde ihre Heimatwelt in 400 Jahren zerstören wird. „

Ach, dieser schöne temporale Krieg… Neue Völker bis zum abwinken, Völker, die irgendwann abwinken, die Sommerzeitumstellung treibt die Future Guys in Scharen zu Grillpartys hinaus, der einst schnurgerade Zeitstrahl wird eine Mischung aus Wollknäuel und LAN-Party und mittendrin der Zuschauer… – Zeitreisen sind oft schon in normalen Folgen nichts für Papier&Bleistift-Verächter. Ich befürchte daher angesichts dieses ausschweifenden Plots, dass schwere Logikfehler und Unverständlichkeiten dafür sorgen werden, dass die Dame von der Zeitansage demnächst als bibberndes Wrack auf meinem Fußabtreter nächtigen wird…

Wenn ich eines dieser seltsam benannten Neu-Völker wäre (Xindi bis Roma? Cindy und Bert?). würde ich doch dem Zefram einfach einen bereits entzündeten Molotowcocktail auf den Schreibtisch teleportieren. – Zwei Minuten und ein geröcheltes „Eees ist einfach stäärker als iiich!“ später dürfte das in der Geschichte das erste Mal sein, in dem eine Magenschleimhautentzündung mal Arbeit erspart und nicht nur für obskure Brückentage herbeizitiert wird. Denn: Warum der Aufwand mit der Walsonde? „War against Terrorism“ kann man doch auch mit feinfühligen Einzeloperationen durchführen!

Mal ehrlich: So sehr wir Zeitreisen lieben, hier wird möglicherweise derbe übertrieben! Ich weiß genau, wie ENT endet, später, in der achten DS9-Staffel: Future Guy I und II liefern sich einen Faustkampf im Lavasee, in einer klingonischen Bettnässerdimension entpuppt sich Archer als sein eigener Vater, während die Suliban auf der Erde des Jahres 1998 das Borgkollektiv gründen („Wir haben jetzt den Neuen Markt, Leute! Das wird DER Renner! Die Leute werden uns lieben!“). Und drei weitere zeitreisende Rassen überwachen das ganze Treiben bei Kaffee und Kuchen („Psss, nicht ansprechen. Ignorieren sie uns bitte. – Zeitlinie, you know?“)…

Zu erwartender Zeitreise-Logikfaktor:


„Wir erfahren ferner, das die Xindi-Sonde nur einen Test darstellt und die Xindis dabei sind, eine noch mächtigere Waffe zu entwickeln.“

Klingt nach Dramatik pur! – Tot, töter am tötesten! Rick geht in die Vollen und schrieb (wegen des damaligen Erfolgs) seine ersten Pressemeldungen zu ST 10 kurzerhand um! Nach dem Motto: Große Waffen kommen immer an. Vor allem, wenn sie so groß sind, dass man sich mit Kirk und Picard in den Luftschutzkeller begibt und sich ängstlich fragt, ob wir gleich vielleicht niemals geboren sein werden…

Das Schöne an der 5. Trek-Serie war schließlich schon immer: Man hatte keine Ahnung, in welche Richtung sie das zukünftige ST-Universum weiterentwickeln wird…

(…)

So viel Hypospray kann man sich gar nicht in`s Augenlid jagen, um meinen Zwinkerinstinkt nach dieser Aussage überhaupt wieder ruhigstellen zu können…

Immerhin steht uns zum Ausgleich die ganze Delphic Expanse zur Verfügung (eine mysteriöse Ausdehnung, aus der nichts in das zukünftige Franchise dringt), um an etwaigen Planeten Lexx`sche Umgestaltungsoperationen vorzunehmen…

Superwaffenpotenzial:


„So erfahren wir, das die Enterprise NX-01 für den Krieg umgerüstet wird und wir einen ersten Blick auf den Gebrauch von Photontorpedos erhalten, den es in der Geschichte von Starfleet gibt.“

„Klopf, Klopf.“

„Wer ist da?“

„Hallo, mein liebes Schäflein! Ich bin die wehrlose Enterprise und suche nur nach einem Unterschlupf. Ich bin so einsam, kaum bewaffnet und hier draußen in großer Gefahr! Lass mich bitte herein!“

„Ach so. Na gut, wenn das so ist. Klingt nach einem interessanten Konzept. Komm rein, Freund!“

*Voyager steht vor der Tür und beamt sich gerade noch ein Stückchen Kreide in die Sprachroutinen*

„HARRHARRHARR! Du hast wohl nicht auf die Uhr gesehen, du dummes Ding! Es ist Viertel vor 3! Und wir reden hier immerhin von ST-Staffeln! – MUHAHAHAHAAA!“

Tja. Sieht so aus, als wenn die einst spackelige Enterprise demnächst zum Kampfstern Galaktica des Altertums heranreift. Wäre doch geweint, wenn unser aufgerüstetes Atom-U-Boot ein paar läppischen Aliens mit zukünftiger Technologie nicht mit ein paar flotten Sprüchen einheizen könnte!

„Das effektvolle Nachglühen unserer Phaserkanone sieht wirklich toll aus. Nur schade, dass es außer uns niemand sehen kann…“

*traurig Metallsplitter von Uniform schnipp*

Realitäts-Faktor:


„Mehr noch, die gefährliche Delphic Expanse, ähnlich dem Bermuda Dreieck, verursacht bei Personen, welche sich im Einflußbereich befinden, anatomisch gesehen eine Umwandlung (Organe außen, Haut innen).“

DAS ist doch mal wirklich interessant! Als eingefleischter Fahrerflüchtler sehe ich das im Rückspiegel ja immer nur so klein…

Nichtsdestotrotz ist das wohl das schwachsinnigste Weltraumphänomen, von dem ich je gehört habe! Wie soll das denn bitteschön aussehen?? Ist UPN etwa auf den jugendschützenden Sendeplatz um 23:00 Uhr scharf, um sich das nervtötende Ermitteln der Quoten entgültig zu ersparen? – Oder sehen wir wieder so alberne Kaugummi-Flickenteppiche wie die Vidiianer? Sahen damals eher wie der Boden gut besuchter Fußgängerzonen aus, denn wie unfreiwillige Organspender in der selbigen: „Zu Hülf, zu Hülf! Haltet den Dieb! Er hat meine Nase!“

Nun ja… Solange sie nicht „I love you!“ fiepen und Babys in den Turboliftschacht fallen lassen…

Tztz. Organe außen… Ja, wo baumeln sie denn? Kann mir ja durchaus vorstellen, wie sich ein hübsches Alienweibchen eine Haarsträhne aus den Augen wischt… Aber eine Herzklappe??

Klingt nach revolutionären Schwachsinn, sinnloser Effekthascherei und dem selten beknackten Bemühen von Raumanomalien.

Was soll ich noch weiter sagen? – Ihr kennt mich: Ich liebe das!

Spaßfaktor:


„Und schließlich wird Jolene Blalock`s Charakter `T`Pol`, aufgrund ihres Austrittes aus dem vulkanischen Oberkommando mit einer neuen Frisur und einem neuen Anzug in der neuen Staffel eingekleidet.“

Das Beste gibt`s wie immer zum Schluss! Gut, dass Rick das nicht zu erwähnen vergaß! Ich persönlich wollte mir schon die neueste ENT-Staffel ersparen, weil ich mir dachte: „Pöh! Immer die selben Klamotten! Das stinkt doch irgendwann. Und langweilig werden die Storys dadurch ja auch irgendwie!“

Wobei ich mir nicht sicher bin, was man unter den sicherlich gleichbleibenden Vorgaben (enganliegend, wenig Nähte, Anstecker und sonstige Verzierungen, damit die natürliche Form des Körpers nicht beeinträchtigt wird) groß ändern soll… Bauchfrei? Schulterfreie Ausgehwurstpelle? Mütze auf? Klappe zu?

Qualitätsrelevanz für die Serie (Gesamtbevölkerung):

Nur Männer:


Insgesamt wirkt das neue Konzept bisher sehr durchwachsen. Doch wenn die Feinarbeit (Hoshis neuer Overall) wenigstens einigermaßen gelingt, kann es trotz aller Verschlimmbesserungen eigentlich nur interessanter werden. – Und wenn man sich nach den gehaltlosen TNG-Patches der letzten zwei Staffeln auch nur (endlich!) mal wieder so richtig aufregen kann…

*Janeway-Hasskappe aufsetz, größeren Sandsack kauf und mit Sahara füll*

(Quelle: Nicht zu ermitteln, da stets wörtlich abgeschrieben – www.treknews.de soll hier daher erst mal reichen…)


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Artikel

von Klapowski am 03.05.03 in Star Trek

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Kommentare (6)

  1. nakedtruth sagt:

    Um was wollen wir wetten das T'Pol dann im roten Badeanzug über die Brücke hüpft? Oder doch im Tomb Raider Look mit Hot Pants, Top und Zopf? Rick, wir lieben dich. Ehrlich. Rein platonisch, versteht sich.
    Ansonsten muss ich Klapowski (ganz ganz ganz ) Ausnahmsweise mal Recht geben.

  2. Gast sagt:

    Meine Güte! Kann denn der Rick nicht endlich zugeben, daß er von tuten und blasen keine Ahnung hat, und sich 'nen Profi mieten (wie z.B. Micheal Piller oder so…)?

    Statt mit Ach krach zu versuchen die "neue Zielgruppe" (Kin… Jugendliche, die XXX und Matrix cool finden) an sich zu binden, sollten sie lieber die "alte Zielgruppe" zurückholen.

    Aber das könnte G. Bush ja mit dem alten Europa verwechseln, und Paramount verbieten, sich auf Machenschaften der Schurkenstaaten einzulassen… blablabla…

    Steff

  3. Gast sagt:

    auch,wenn es nicht recht zum thema passt:
    hab mir"cogenitor"angesehen und wenn klapowski dieser folge nicht eine 2- (oder besser!)dampfhämmert,dann weiss ich auch nicht,was er will…
    oder er hatte einfach nur was im auge*g*
    dani

  4. Gast sagt:

    ich habe die 5. serie trotz aller mankos bisher sehr gerne gesehen, aber ich fürchte, mit der nächsten folge (ich sag nur borg) ist die grenze vom """realistischen""" (man beachte die deutlich wiederholten Anführungs- und Schlusszeichen)zum absolut zum schreien unlogischen überschritten.

    ich glaube deshalb, dass rick berman das in dieser situation einzig richtige tut: er lässt die enterprise so sehr aus der bisherigen zeitlinie heraustanzen, dass am schluss ein Q auftaucht und die enterprise aus der geschichte tilgt – weil ihm die enterprise zu langweilig war. das wäre dann ideal: offiziell ist nichts passiert, die leute haben viel unterhaltung ( = sinnlose action) gesehen, und zukünftige (ältere) Star Trek Serien lassen sich doch noch verkaufen. so oder ähnlich…

  5. Gast sagt:

    warum denn unrealistisch?
    dass borg aus der sphäre in first contact überlebt haben und nun gefunden werden ist doch gut möglich.
    ich bin halt nur gespannt,wie man das ende handhabt…
    etwa genauso einfallslos wie bei"acquisition"?
    nach dem motto:"man sieht sich!"?
    dani

  6. Gast sagt:

    Vielleicht wird ja endlich der Minirock für die Ladies eingeführt.
    Damit hat man für mich genug Kontinualität erreicht.

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