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„Daumen hoch!“ – Klapowskis TNG-Favoriten!

Oft fragt ihr euch: „Findet Klapowski denn alles blöd?“ – Nein! Höchstens das Doppelte! – Doch auch für mich gibt es ST-Episoden, die ich nie verpasse. Denn gerade TNG bietet ein wahres Füllhorn an grandiosen Folgen! – Warum ich trotzdem nur den Trash liebe, weiß kein Mensch…

Aus diesem Grunde folgt heute die Top-10 meiner beliebtesten TNG-Folgen. Übrigens: Die Aussage „Früher war nicht alles schlecht“ ist erwiesenermaßen falsch. Aus heutiger Sicht kann sich Picard mit Kirk fast die Hand reichen, was grottige Kulissen und doofes Alien-Makeup angeht. Aber man hat`s damals eben noch lieber geguckt als dieses neumodische Hip-Hopper-Star-Trek…

*Empört mit Gehstock herumfuchtel*

Um Enttäuschungen in der nachfolgenden Liste vorzubeugen: Tiefgründige Storywunderwerke verlieren mit der 5. Wiederholung irgendwie ihren Reiz und an dessen Stelle treten einprägsame Folgen von MTV-Braga: Bunt, ungewöhnlich, dumm wie Brot (ich mag Brot)… Was geht`s mich denn an, warum die Terroristen auf Rutia IV eine Verfassungsänderung von dem First Contact mit einem hochentwickelten Energiewesen abhängig machen? – Alles, was auch nach dem 10. Sehen noch Spaß macht, beschränkt sich daher auf einprägsame Absonderlichkeiten wie umgedrehte Schwerkraft und `ne Kuh als Kopf.

Die gleich beginnende Aufzählung ist so objektiv wie ein SPIEGEL-Redakteur bei der Filmkritik (Motto: Wer lobt, ist viel zu leicht zu beeindrucken und darf demnächst das Impressum verfassen). Daher reden wir auch hier nicht über die besten Folgen, sondern über jene, die man unter KEINEN UMSTÄNDEN verpassen darf! Sagt unverzüglich Besuche beim Personalchef und auf Beerdigungen ab, sobald eine dieser KULT-Folgen eure Programmzeitschrift erhellt.

“Bloß nicht verpassen!“ – Bernd S., Schaffner

– Doch aufgepasst: Inkompetente Programmzeitschriften, die ihr ganzes Augenmerk auf retuschierte Ludercover und seltsame „Schnellfinder“ (Toll! Nach Montag kommt jetzt Dienstag!) richten, vergessen schon mal, die entsprechenden Folgen mit dem „Tagestipp“ zu markieren…

Platz 10:

Die Traumanalyse (7. Staffel)

Wenn Doktor Freud Data`s frühkindliche Beschneidung durch Dr. Soong (“Verdammt! Ohne das Rohr stänkert mich der Ofen zu!“) für seine Emotionsblockade verantwortlich macht, Troi als belehrender Streuselkuchen jeden Fährenausflug in eine Rederei verwandelt und das Handy der Zukunft gleich in die Milz getackert wird, DANN ist das ein selten leidenschaftliches Plädoyer für die Psychoanalyse. – Oder für die Erfahrungswelt eines Kindes, das nach der Love-Parade auf Smarties-Suche ging…

Herrlich bekloppte Vorstellung: Picard hampelt in seiner freien Zeit durch die Phantasie eines Androiden, dessen Unterbewusstseins-Prothese nicht nur durch Penisneid gepeinigt wird. Hauptproblem ist vielmehr der Neid auf das richtige Unterbewusstsein anderer Leute.

“Joe! Guck mal schnell, was ich hier gefunden habe!“ – „Lass dich von der Farbe nicht täuschen! Das ist Katzengold!“ – Wenn Data träumt, rollen Köpfe…

Zusammengehalten von einem Alibi-Plot um unsichtbare Blutegel sorgt diese Folge für infantilen Spaß (es sei denn, man ist als Kind geschlagen worden) und lässt uns sogar etwas über die Psychoanalyse lernen: „Manchmal ist eine Zigarre einfach nur eine Zigarre“.

Stimmt! – Auch wenn die Dinger schon eine verflixte Ähnlichkeit mit Brüsten haben…

Platz 9:

Gefangen in einem temporären Fragment. (6. Staffel)

Alleine der Titel reißt mit!

Ziemlich kurz und leicht verständlich, wie es sich gehört! – Während Sonderschüler noch über die Bedeutung von „Fragment“ grübeln, heben sich in der Hauptschule die ersten Finger im Deutsch-LeistDungskurs, deren Träger „temporär“ erklären zu können glauben…

Liebhaber erinnern sich auch sofort an Titel wie „Freiheitsraub eines anamorphen Signals“, oder, noch besser und für wahre Feinschmecker: „Fahrlässige Körperverletzung einer multiplen Lokalität“. Dagegen stinkt die uncoole englische Bezeichnung dieser Episode („Timescape“) natürlich gehörig ab…

Doch zum Inhalt: Die Enterprise und ein romulanisches Schiff sind allesamt im Zeitstrom erstarrt. – Alle? Nein, denn ein tapferes Quartett aus Captain, Troi, Geordie und Data leisten den Einfrierenden erbitterten Widerstand…

Eine Episode, genau richtig für uns zeitreiseliebenden SF-Spinner, die wir uns schon in unserer frühesten Kindheit an Omas großem Standuhr-Pendel gerieben haben… Wenn alle Schauspieler erstarren (Wie bei Kirk wird natürlich unauffällig geschunkelt, um „Das kleine Trekfehler-Booklet“ über die 5.000-Käufer-Marke zu heben), verfalle ich in`s Gegenteil und kenne kein Halten mehr! Auch wenn ich bei solchen Geschichten immer das Gefühl habe, dass sich Berman&Co. mit einem gigantischen Hirnsauger an meinen kindlichen „Was-wäre-wenn“-Phantasien vergriffen haben…

Erstarrt… Durchhalten… Durchhalten… Durchhalten… – Wenn Klapowski diesen beiden Herren jetzt einen kecken Spruch in den Mund legt, ist die Illusion im Eimer!

Überhaupt liebe ich diese „Alle sind so seltsam und nur ich bin normal“-Plots! Eine Geschmacksrichtung, für die ich auch meine Mitmenschen im wirklichen Leben begeistern kann („Jajaaa. Hast ja Recht!“). Vorausgesetzt, ich wummere lang genug gegen die Tür der Redaktions-Gummizelle. Daher werden viele der nachfolgenden Episoden in das selbe Horn blasen… Oder es in mich. Je nach aktueller Logikverwirbelung im Subraum.

*Wetter.de aufruf*

Platz 8:

Ich bin Hugh (5. Staffel)

Nein, liebe Voyager-Generation! Hier stellt Chakotay nicht seinen zweiten Vornamen vor (was war doch gleich der erste?), auch wenn der Titel recht Indianisch klingt…

Als Haustierliebhaber, der das lärmende und chronisch inkontinente Viehzeug nur im Haus von anderen Leuten liebhabert, hat diese Folge für mich ihren ganz speziellen Reiz! – Wer könnte sich nicht einen liebevollen Borg in seiner Wohnung vorstellen? Sobald unsere Freundin ihm beigebracht hat, den Ölwechsel fachmännisch vorzunehmen („Hiiiinsääätzääään!“), steht einer wunderbaren Freundschaft schließlich nichts mehr im Wege!

Scheu dreht sich dann das implantierte Buttermesser über die Margarine am Abendbrottisch, während der Borg schüchtern aus seiner Fetischwäsche herauslugt…

„Ich weiß nicht genau… Der Linke guckt so komisch“ – Polizeiliche Gegenüberstellung: Einer von beiden beging ein Verbrechen an der Natur…

Wenn man dann noch Zoff (Codewort bei ST: „moralische Dilemmas“) sucht, lädt man sich einfach den Jean-Luc ein. Der Jean-Luc öffnet dann seine Tasche, voll mit gebrauchten Mundschutz-Tüchern aus abtrünnigen SARS-Kolonie New China und steckt damit alle Borg an. Oder gibt ersatzweise Tabakwerbung für Litfasskuben frei…

– Oder tut er es gar doch nicht, um Tante Kathie gut 10 Jahre später den Vortritt zu lassen?

Jedenfalls gibt es hier nervenzerfetzende, klassisch moralisaure TNG-Spannung bis zum allerletzten „Ich bin DU“ in der deutschen Version (später doch noch in „Hugh“ umsynchronisiert). Was habe ich damals gelacht! – Der sieht ja gar nicht aus wie ich!

Jedenfalls nicht aus den meisten Perspektiven…

*Sonnenstrahl auf Haut bemerk und schnell Redaktionsfenster zuzieh*

Platz 7:

So nah und doch so fern (5. Staffel)

Ein Klassiker! Wer jemals mit dem Kopf durch die Wand wollte (ST-E.de grüßt das humorvolle Team von „Pleiten, Pech und Pannen“), dem muss ich nicht von den Vorzügen dieser Episode berichten!

Wie schon bei „Gefangen in einem temporären Fragment“ (*lufthol*) werden auch hier die üblichen Zivilisationsprobleme (Zeit, Geld, Platz) einer entfremdenden Drehbuchkur unterzogen, ohne dass die deutliche Gesellschaftskritik dabei untergeht…

Habe ich übrigens schon mal erwähnt, dass ich früher mit Vergnügen Gedichte analysiert habe? Ich hatte ein Händchen dafür, genau das herauszukitzeln, was nie dort war. Deutschlehrer nannten mich ehrfürchtig „Pionier der Wahrheit“, was mir wenige Jahre später immerhin einen Posten im irakischen Informationsministerium einbrachte…

“Hey! Ein Schlupfloch! Ich glaub`, sie können uns riechen!“ – „Hör endlich auf mit den Tricks! Auch wenn du der letzte Mann in meiner Phasenverschiebung wärst: Die Hose bleibt an!“ – Fähnrich roh?

Aber zurück zur Folge:

Geordie und eine Schauspielerin, die von Zeit zu Zeit die echten Gastdarsteller am Set besuchte, sind unsicht-, unhör- und schier unfassbar. Statt mit diesen Fähigkeiten in`s nächste Kino zu marschieren, gibt`s Wattwanderungen durchs ganze Schiff. – Die Story war mir dabei Wurscht, die Idee war nur einfach so nnn… so n-n… Nachricht von Sam, äh, NEU.

Platz 6:

Phantasie oder Wahrheit (6. Staffel)

Riker irre, wir betroffen, Creutzfeld hat in`s Mark getroffen…

Vergesst, wie bei fast allen hier vorgestellten Folgen, die Story! Wer seinen Hund 45 Minuten über der Fernbedienung herumführt, wird zusammenhängendere Schnipsel erhalten.

Hier erfreuen wir uns einfach nur an Realitäten-Hopping in Vollendung:

War das Gespräch jetzt echt? Nein, da lief ein Tonband parallel. Aber wieso verschwimmt es jetzt? Oh, es war nur ein Traum! Riker liegt im Bett. Auf einer Theaterbühne. Hat nur gespielt, dass er einen Traum hatte. „Computer? – Programm `Theateraufführung` beenden!“ – Ach sooo! – Hä? Was macht denn jetzt Q dort? Ach, der hat das Ganze nur in einer Rückblende erzählt…

Könnte ich mir stun-den-lang ansehen, so was! Realitäteneintopf mit dicken Eiern war schon immer mein Leibgericht!

“Was ich sehe? Außerirdische! Überall sind Außerirdische! – Die Erde ist in Gefahr! Nur ich kann sie retten!“ – In der fernen Zukunft wird es schwer, außergewöhnliche Bekloppte von stinknormalen Serienhelden zu unterschieden…

Wenn auch der Zuschauer irgendwann oben mit unten und rechts mit Löwenzahn verwechselt, kommen klar Buddhistische Züge hoch. In dieser Religion grübelt man noch über berühmte Rätsel wie „Wie hört es sich an, wenn nur eine Hand klatscht?“, um den heilsamen Klatschenschaden voranzutreiben. WIR haben hingegen Folgen wie diese, um uns in andere Bewusstseinszustände zu flüchten. Oder man wartet schlicht auf die Werbepause (Episode egal)…

Platz 5:

Datas Nachkomme (3. Staffel)

Lal heißt nicht nur wie ein Teletubbie, dem ein „a“ amputiert werden musste, sie ist auch geistig etwas schlicht. Gebaut wurde dieser Android von Data, der es entgültig Leid war, dass seine einzigen „Nachkommen“ die Leute waren, die in der Kantinenschlange hinter ihm standen. – An dieser Stelle unterlässt es natürlich kein Halbintellektueller, auf Pinoccio zu verweisen: Denn diese berühmte Holzpuppe, die so gerne ein Bettkasten wäre, hat ebenfalls… (ect., blabla…)

“Hervorragende Arbeit! Es fehlt nur noch der Hauch des Lebendigen…“ – Vor Lal übte sich Data bereits erfolgreich an der Konstruktion von Brückenstatisten.

Wirklich: Bei dieser Folge heule ich immer wie ein Schlosshund! – Dieses arme Geschöpf! Von anderen Kindern verstoßen und mit Rostschutzmittel in den Haaren steht sie da!

Stets wirkt sie deplaziert und überfordert. Wie eine gute Schauspielerin, die eine schlechte spielt… Und als ihr dann am Ende (SPOILER!) das Lebenslicht, bzw. die LED`s ausgepustet werden, ist man schon ein bisschen verschnupft. Ich hatte am Anfang von Nemesis daher die leise Hoffnung, dass die Androidenteile ein überraschendes „Vater? Ich – bin – anders. Keiner hat mich lieb.“ von sich geben würden…

Das arme, verstoßene Geschöpf…

Da zeigt es sich wohl, dass ich im Kindergarten nie wirklich mit meinen visualisierten Satiren (ihr glaubt nicht, was man aus Duplosteinen alles machen kann) aufzutrumpfen vermochte, während andere Kinder sich einfach mit dem freihändigem Pinkeln in Handpuppen beliebt machen konnten…

Warum mir ein Toaster mit Pottschnitt mehr zu Herzen geht als ein noch vor dem Vorspann frittierter Fähnrich, kann ich wohl nur meiner kranken Seele zuschreiben.

Platz 4

Das Experiment (4. Staffel)

An der niedrigen Haltwertzeit von ST-Realitäten kann sich Plutonium eine ganze Scheibe abschneiden… Diesmal entdeckt Crusher ihre Blase. Ihre ganz persönliche Warpblase.

Knoblauchesser kennen das: Kaum geht der Karfreitagsausflug in eine alternative Realität, schon ist die Liegewiese wie leergefegt. Auch bei Dr. Crusher verschwinden alte Bekannte spurlos. Und keiner erinnert sich daran, dass es sie je gegeben hat. In unserer Realität passiert so etwas meist nur dann, wenn Einladungen für Klassentreffen verschickt werden…

„Nur keine Angst, Wesley. Ich werde alles tun, um deine Mutter wiederzufinden!“ – „Das ist es ja, was mir solche Angst macht!“

Es kommt mir heute noch so vor, als wäre es erst Anfang der 90er gewesen: Den Blick an den Bildschirm geheftet, verfolgte ich fasziniert, wie Dr. Crusher unserem Barcley die Stelle streitig machte. „Lass ihn nicht hinter der Säule hergehen“ rief ich entsetzt, wann immer einer ihrer Freunde sich kichernd und mit Trippelschritten auf einen Stahlträger, eine Straßenlaterne oder schlichtweg auf eine inaktive Kamera zubewegte.

Schwupps: Kaum aus dem Bild, war er schon weg! Und was habe ich mir die Hand auf die Stirn geschlagen, als Beverly ihre Augenlider nicht unter Kontrolle bekam! Einsamkeit durch Zwinkern! War doch klar, dass der Captain in dem Augenblick verschwindet, in dem sie ihre Butterbrotsdose `rauskramt!

Realitäteneintopf auf sehr hohem Niveau! – Und hochwissenschaftlich – wie immer bei Star Trek – sowieso!

*Zulesern zuzwinker und plötzlich auf unbesuchter Webseite hock*

Platz 3:

Geheime Mission auf Celtris drei, 2. Teil (Staffel 6)

Zweiteiler fand ich bei Star Trek eigentlich schon immer doof.

Ungeachtet dessen, dass ich mich unbelehrbar auf jeden einzelnen (zweinzelnen?) weiterhin wie ein Schneekönig freue. Aber selbst, wenn ich zwischen den beiden Teilen durchaus mal eine Woche joggen konnte: Ich kann einfach nicht so lange sitzen… Außerdem ist immer einer der beiden Teile stinklangweilig, sichtlich vor dem anderen geschrieben worden oder gar eine Voyager-Folge.

Aber Picard im cadassianischer Psychofolter sehe ich – im Gegensatz zu ihm – immer wieder gern. Hat so was meditativ-familiäres: Eieressen, bzw. Zugucken, wie jemand anderes meine Eier isst („Aaaaauuhaaa!“), Lichterzählen mit und ohne Tannenbaum, plauschen über Familienmitglieder und nackt am Kleiderständer hängen. Was für besoffene Prolls gut genug ist, muss für Star Trek ja nicht schlecht sein…

„Nanuuu? Was haben sie denn da in ihrem Ooohr?“ – Das Ding mit der Münze aus dem Latexärmel ist alt, aber wirksam. Mit Zaubertricks von 1860 wird Picard schnell mürbe…

Bei Folgen wie diesen verwendet man immer gern das Wort „Kammerspiel“. Normalerweise bedeutet das ja, dass wegen der teuren Effekte in der Vorwoche (3 Sicherheitskraftfelder plus 1 deaktiviertes Holodeck) ein Guter mit einem Bösen im Fahrstuhl stecken bleibt und beide über alte Zeiten philosophieren… „Sie sind der Schlächter von Celtris III!“ – „Nein. Der Schlächter von Celtris III sitzt im Nachbarfahrstuhl fest. Ich bin der Kriegsverbrecher von Runa Teta IV!“

Diesmal kam der Folterknecht aber sogar richtig sympathisch `rüber. Warum auch nicht? Aus den menschenschlachtenden Brutalo-Nazis sind ja auch unsere treusorgenden Opas geworden. Nur manchmal wird das österliche Schoko-Ei noch entsichert und schwungvoll in die Botanik geworfen. Doch das fällt kaum auf und gehört – vermeintlich – zum Suchen…

Kurz: Eine großartige und gehaltvolle Folge, die solch abschweifendes Gefasel meinerseits gar nicht nötig hat, um läppische 4 Spalten zu füllen!

Platz 2:

Wem gehört Data? (Staffel 2)

„Von Allen ausgestoßen, vor den Augen der Menschen in Ungnade gefallen, beweine ich einsam mein Unglück“

Das ist nicht nur der Zugangscode für die Tiefgarage unseres Redaktionsgebäudes, sondern auch – und mit diesem Wissen kommt man auf Familienfeiern immer tierisch an – ein Satz aus dieser TNG-Folge…

Wem gehört Data? – Eine Frage, die so dermaßen wichtig ist, dass einem die Antwort glatt am Arsch vorbei geht. Und unter der Richterkanzel reibt sich Isaac Asimov schon freudig die Hände… Dass diese Frage in TNG so früh geklärt worden ist, beweißt, dass auch ST so etwas wie Weitsicht besitzt.

Wie unerträglich war doch später das ewige hin und her mit dem Holodoc… Nicht so bei Data: Zack! Amtlicher Stempel („Lebewesen auf Probe“) auf seine Fahrzeugpapiere und schon durfte er den Personennahverkehr benutzen so sich bei Menschenaufläufen stolz dazustellen…

„ …Jawohl, er stinkt sogar, deshalb muss er dort drüben sitzen!!“ – Picard kehrt Datas menschlichsten Seiten heraus. Dabei wollte Jean-Luc`s unfreiwilliger Zuhörer in diesem Cafè nur ein Stück Käsekuchen bestellen…

Eine großartige, philosophische Folge, die uns ganz ST-like auch etwas für unseren Alltag lehrt: Wenn Androiden… nein… Blasse Menschen, die… nein… In 500 Jahren, wenn vielleicht… – Was soll`s: Lernen kann man hier rein gar nichts für den Alltag. Aber faszinierend ist`s schon, wenn um Datas Status gerangelt wird. Ganz ehrlich. So ganz satirebereinigt jetzt. – Wie? Ja, ich weiß auch, dass das dann nicht wirklich lustig ist.

PLATZ 1:

Die schwarze Seele (1. Staffel)

Der Klassiker! Ein absolutes Highlight! Diese Folge kann man gar nicht oft genug sehen!

Hier stimmt einfach alles: Teerwesen erbost sich über die Einsparungen in der Straßenunterhaltung (weil dann niemand mehr mit ihm redet – Wortspiel) und fließt unter einem atemberaubenden Effekt umher, der völlig zurecht später von „Terminator 2“ kopiert wurde! Während Troi`s Augenbrauen sich gegenseitig verkniffen von der Nasenwurzel zu schubsen versuchen („Oooh! Ich leide ja sooo mi-hiiit!“), geht Riker im 2 cm(!) hoch stehenden Kaffeesatz der wohl deswegen leicht überkandidelten Autoren auf mehrminütige Tauchstation…

Währenddessen grabbelt Armus, der eine Art Antithese zum Weißen Riesen darstellt, mit seinen Zauberkräften an Schnürsenkeln, Sehhilfen und Sicherheitsoffizieren herum. Statt sich aber clevererweise zu verdünnisieren, beamt sich sogar der Captain dazu, um seine kindliche Freude am Pfützenspringen auszuleben und den fiesen Möpp in`s Delirium zu moralisieren.

“WER ist hier die Matschbirne?“ – Tasha hatte nie an den Schwarzen Mann geglaubt und daher ihren Teller früher nicht ordnungsgemäß aufgegessen. Ein tödlicher Irrtum!

Trotz (oder gerade wegen) des bematschten Aussehens und der Stimme aus der Tonstudiogießkanne ist dieses Wesen eines der kultigsten überhaupt. Und früher fand ich das direkt noch ein bisschen unheimlich, obwohl ich da schon nicht mehr besonders jung war. – Gegen diesen Formwandler kann unsere sterile Sagrotan-Pfütze Odo doch nicht anstinken!

Da hat Star Trek noch Spaß gemacht! Kein Wunder, dass mir die erste Staffel insgesamt so gut gefiel! Warum kann Archer denn nicht so sein? Beschissen alleine reicht halt nicht, wenn man dabei nicht auch so (wie Armus – Gott schütze den Weg, auf dem er fließt) aussieht…

1+ mit Sternchen!


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Artikel

von Klapowski am 18.04.03 in Star Trek

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Kommentare (11)

  1. Gast sagt:

    Nunja Sinn und Zweck dieses Artikels bleiben wohl im Dunkeln.
    Tiefgaragen, Blubberwesen Androiden, Dreamcatcher und viele viele Wundertüten mehr. Bald kommen dann noch geschminkte Männer in Latexkleidern wie in TOS und dann… Ja, was dann?

  2. Gast sagt:

    Der Daumen erinnert mich neckischerweise aber an das rote Zeugs in "Dreamcatcher".

  3. Gast sagt:

    Sinn udn zweck?

    Na, Klapowski wollte uns einfach mal an seinem kranken geschmack teil haben lassen! :)

    Ich find`s sehr lustig. Ist schon richtig: Ähnlich subjectiv sind wohl auch unsere lieblingsfolgen!

  4. Sparkiller sagt:

    Der Daumen! DER DAUMEN!! WAAAAH!!

    Kinder, das kommt vom vielen Nasebohren!

    Natürlich wurde auch wieder meine Lieblings-TNG-Folge vergessen… "Die neutrale Zone".

    Die hatte einfach alles. Fliegende Rostschleuder, die im Gegensatz zu ENT auch wirklich MIR-mäßig betagt aussieht, beherbigt tiefgekühlte Putz-Mutti, alten Schlagereumel (ohne Sonnenbrille) und vermufften Steuerprüfer, den wahrscheinlich sogar die Kollegen vom Finanzamt Bielefeld selbst in den Orbit geschossen haben.

    Dazu noch richtig mysteriöse Romulaner (im Gegensatz zu den Kollegen aus Nemesis, die aus Scham teilweise sogar wirklich im Boden versinken, bzw. zerbröseln), spannende Mucke und jede Menge Humor.

    DAS waren noch Folgen.

  5. Gast sagt:

    manchmal weiss ich echt nicht,ob platz 1 nun gut oder schlecht ist…vielleicht ist es ein"gut"im sinne von schlecht?!?dani

  6. Gast sagt:

    LOL „ …Jawohl, er stinkt sogar, deshalb muss er dort drüben sitzen!!“ Das passt zu dem Bild wie Ike zu Tina. Eben wie die Faust auf's Auge

  7. Gast sagt:

    Also die "Cardassianer-foltern-Picard-während-er-auf-einer-Sinn-und-Zweck-Freien-Mission-ist-Folge hat man doch aus den Trümmern von DS9 zusammengekratzt. Die Masken und die Story waren irgendwie über, und wir machen eine Folge daraus. Vielleicht stand auch gerade irgendein Jahrestag aus dem II.Weltkrieg an, und deshald durften Nazis in dieser Laienaufführung mal wieder einen Franzosen foltern.

  8. Gast sagt:

    also qualitativ waren diese episoden alle gar nicht sooo schlecht… Ich find die Ro Laren (???) Folgen viel gräßlicher, nicht zuletzt wegen der Stimme

  9. Sparkiller sagt:

    Da ist was dran.
    Ich mag selber die Picard-Folgen kein bisschen, vor allem wegen der Glatze.

    Und die Riker-Episoden erst! Die haben SO einen Bart!

  10. DJ Doena sagt:

    a) War die "Wem gehört Data"-Folge von Grund auf unlogisch, da sich Data freiwillig der Starfleet angeschlossen hat, wieso muss er jetzt drum kämpfen, wieder raus zu dürfen? Und welcher andere Computer hat sich denn freiwillig rekrutieren lassen, geschweige denn die Akademie besucht?

    b) IMHO fehlt in dieser Auflistung die Folge "Das Standgericht".

  11. Gast sagt:

    Endlich wird " Die neutrale Zone " mal genannt ( wenn auch nur im Kommentar ) Verdient hätte sie m/m Platz 1

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