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DS9: Fight Club – Folge 02 – „Das Basketballmatch II“

Fleischkopf-Müller blieb abrupt stehen. Das heißt, er verweilte in einer Position, in der er das hilflose Opfer seiner Wünsche mit einer Hand gepackt und am Kragen hochgehoben hatte.

Der kleine Wallnußkopfianer zappelte in wilder Panik, doch Fleischkopf-Müller ließ nicht locker. Nachdenklich betrachtete der Captain den potentiellen Mitspieler von allen Seiten. Doch dieser angelte bereits nach einer Flasche an einem der Tische des Aussichtsdecks und flüchtete mit einem 8-fachen Neutronenhagel (ein sehr starkes alkoholisches Getränk mit Lösungsmittel) in den Tod. Fleischkopf-Müller wandten sich mit einem Schulterzucken um und erspähte einen seiner engsten Offiziere.

„Torf – Sie altes Weltraum-Brötchen!“ Mit einem freundschaftlichem Rülpser in das Ohr des Klingdoofen machte Captain Fleischkopf-Müller auf sich aufmerksam. „Sie sind mein Mann!“

Torf hegte schon seit längerem den Verdacht, daß der Captain… na ja… von der „anderen Seite des Quadranten war“. Abwehrend wich er zurück – Als Klingdoofer, dieser stolzen Kriegerrasse, stand Torf Homosexualität reserviert gegenüber. „Captain?“

„Torf – was sagt Ihnen dieser Schläger?“

Torf griff sich instinktiv an die noch immer schmerzende Narbe an seinem Hinterkopf. „Captain – das ist Jahre her, wir sollten die Sache….“

„Torf – ich habe Ihnen längst vergeben. Deshalb sind Sie heute Abend mein Torhüter!“.

„Torhüter?“ „Ja, Torf – heute Abend findet ein Basketballmatch gegen Mitglieder der majoranischen Regierung auf dem Holowrack statt.“

„Aber Captain! Beim Basketball gibt es keinen Torhüter…“

Das war wohl ein Fehler.

Während die majoranische Putze das Blut literweise aus der Bar wischte, alarmierte Barinhaber Kwork den Stationsarzt.

„Mondamin!“ – Der Thrill Flex war die einzige, die Captain Fleischkopf-Müller mit Vornamen anreden durfte – „Was hast Du da wieder angerichtet?“ Durch Flex`s Ruf aus kurzer geistiger Umnachtung herausgerissen, half Captain Fleischkopf-Müller nun Dr.Bleibhier dabei, Torf`s Schädelplatten wieder zusammenzufügen. Der Captain stellte sich dabei gar nicht ungeschickt an. Dasselbe hatte er bereits – leider jedoch erfolglos – bei seiner verstorbenen Frau nach der Schlacht von Golf 359 tun müssen. Aber nein, rief Fleischkopf-Müller sich aus seinen Erinnerungen zurück… – Wozu alte Wunden aufreißen, wenn es hier doch genügend frische gab? Nach weiteren 3 Minuten ließ er dann doch von Torfs zerschundenen Schädel ab. Ihm wurden die 3 Armpaare der anderen, die ihn vom Ziehen abhielten, langsam lästig.

„Was ist Leute? Wollt ihr nicht meinem Team beitreten? Oder hat etwa einer keine Lust dazu??“ fragte er in die angsterfüllte Runde und ließ den schweren Schläger auf seine tellergroße Hand fallen. Und fallen. Und fallen…“

Er merkte: Der Verstand zwar nicht, jedoch die Loyalität war auf seiner Seite… Die anwesende Crew begann nun, heftigst zu nicken, denn der Gedanke, bei einem Basketballspiel teilzunehmen, schien plötzlich gar nicht mehr so übel zu sein! „Gut, alle einverstanden? Gut, wir treffen uns dann 20.00 Uhr beim Holowrack! – Und vergesst bloß eure Schläger nicht!“

Wenig später…

Man versammelte sich zum ersten Training auf dem Holowrack und startete missmutig das Basketball-Programm.

„HALT, es fehlt noch was!“ rief Captain Fleischkopf-Müller und richtete eine Anfrage an den Computer: „Hey, Rechenknecht! Wo ist der nächste Repli-so-wie-so?“

`Beffel nech regestrt. Wedrer hollen!`, kam es vom Stationsgehirn zurück.

„Chief O`Schleim, was ist denn nun wieder mit dem Blecheimer los?“, brüllte der Captain. Im nächsten Augenblick hatte er dann auch schon den Chefingenieur in der Zielvorrichtung des Schlägers.

„Replikator auf 6 Uhr! Äh, hinter ihnen!“ beeilte sich O` Schleim zu sagen.

Fleischkopf-Müller registrierte die Antwort, und wandte sich direkt an den Replikator: „Ich hätte gerne für alle Anwesenden … na, wie heißt das noch gleich? Also ich hätte gern für alle Anwesenden Kaulatschen mit Pils-Geschmack aus dem 20. Jahrhundert“

Sekunden darauf waren die Kaulatschen repliziert und er hielt die Dinger triumphierend den Anwesenden entgegen. „Eine alte Terraner-Tradition!“

Derweil auf Major: Slate Mean McHammer kämpfte sich durch eine grüne Hölle. Überall waren Schlingpflanzen und die gesamte Umgebung wurde durch dichtes Grün dominiert. Insekten umschwirrten seine Ohren und die Luft war drückend heiß. Doch Slate Mean McHammer war kein Mann, den so etwas aufhalten konnte. Er war ein harter Kerl, abenteuerlustig und draufgängerisch. Er war hier, nur mit seiner Machete und den khakifarbenen Klamotten bewaffnet. Und er schlug sich durch das Dickicht. Er hatte schon Schlimmeres erlebt, als die schweißtreibende Schwüle dieses Busches. Er war durch den Eisstrom von J`ac Dan`iels geschwommen, hatte den Aufenthalt in der Höhle des Ronaldo McDonaldos nur schwer angeschlagen überlebt und seine Oma zwei Mal im Halma geschlagen. Er war schon oft dem Tod von der Schippe gesprungen. Kein Problem.

Slate Mean McHammer schlug eine besonders widerspenstige Schlingpflanze entzwei, als die Kugel auf ihn zuraste. Sie war so schnell, daß er nur einen weißen Blitz sehen konnte. Dann traf das Geschoß die Stirn McHammers, durchschlug diese mühelos und trat am Hinterkopf wieder aus. Zuckend brach er zusammen. „Ein hervorragender Schlag, Botschafter, ihr werdet immer besser.“

„Danke, Gnurps, ich habe auch in den letzten Wochen daran gearbeitet mein Handycap zu verbessern.“

„Mit Erfolg, wenn ich das so sagen darf, Botschafter.“

„Ich weiß, Gnurps. Haben Sie gesehen, wo der Ball gelandet ist?

Die Stimmen drangen von dem großen Rasengelände ins Dickicht des Waldstreifens und näherten sich. Nun konnte man die dazugehörigen Gestalten sehen. Die eine zog einen kleinen Handwagen hinter sich her und versuchte verzweifelt und unterwürfig zugleich einer anderen Person zu folgen, die sportlich einen länglichen Metallstab um sich schwang. Sie trug eine weiße Mütze und einen weißen Sportanzug auf dessen Rückseite in roten Buchstaben „Ja, ich bin fett aber Du bist häßlich und ich bin der Botschafter“ stand. Der Mann wollte jedem mitteilen, wer er war und was das bedeutete. Er war der Herausforderer von Cpt. Fleischkopf-Müller, der majoranische Botschafter. Der Botschafter war ein Mann, den man als gewissenhaft bezeichnen konnte, dabei aber äußerst „effizient“ war. Das führte Probleme mit sich.

Er hätte einen ganzen Wald gefällt und dann anschließend die Kettensäge mit bleifreiem Benzin aufgetankt. Nun machte er sich fit für das bevorstehende Spiel gegen Fleischkopf-Müllers Mannschaft…

Derweil auf Dieb Space Nein:

Die gesamte Mannschaft hatte sich bereits um Fleischkopf-Müller versammelt. Der Anblick unserer Helden war jedoch nur als stark gewöhnungsbedürftig zu bezeichnen. Schließlich hatte man die Crew vorher nie in Basketballkleidung gesehen… Möglicherweise störten auch die nach klingonischer Tradition zerfurchten Stirnpartien der Anwesenden das Bild. Zweifellos war zaghafter Protest aufgebrandet, während wir die Vorbereitungen auf Major verfolgten…

Wie dem auch sei: Während Fleischkopf-Müller mit einer speziell aus Alpha-Pottenhausen VI eingeflogenen Politur seinen Schläger auf Hochglanz brachte, trainierte die versammelte Mannschaft mit einem Bas(k)e(t)ballschläger die richtige Schlaghaltung. Trotz des vorgebrachten Einwurfs des Hechselbalgs Udo, beim Basketball seien diese Schläger doch gar nicht zugelassen, bestand der Captain auf diese Trainingseinheit… Auch die sonst verbissen kämpfende Gira hatte mit den Worten: „Ja, Abgefuckter! Wie Ihr wünscht!“ nachgegeben…

Unter vereinzelten Ausrufen, die Schmerz vermuten ließen, prügelten sich nun abwechselnd die Mitglieder eines zusammengestellten Zweier-Teams gegenseitig auf die Plauze. Der am Spielfeldrand stehende Captain kommentierte dabei die Leistung der Trainierenden mit fachkundigem Blick: „Macht, mein lieber Udo… Pure Macht ist die Butter auf dem Cholesterin des Lebens!“

Doch was war das? Etwas fiel Fleischkopf-Müller unangenehm auf. Etwas störte sein simples, wenn auch ungesundes Weltbild. „HE! UDO! Was soll das denn werden?!“

Udo, versuchte mit aller Kraft zwei der Spieler, die mittlerweile aneinadergeraten waren, da sie sich die ewigen Schläge übel nahmen, auseinanderzutreiben. „Sie stören das Training! Wollen Sie etwa meine Strategie sabotieren, Sie Schleimbeule?!“ Wutentbrannt stampfte Cpt. Mondamin Fleischkopf-Müller auf das bebende Spielfeld. Während um ihn herum die Holografie des total zu einem Schlachtfeld verkommenen Spielfeldes zu flackern anfing. Hier und da polterten Metallstreben und andere Teile zu Boden. Trotz dieser Störung brüllte er den unliebsamen Friedensstifter an:

„Wie sollen wir denn das bevorstehende Spiel gewinnen?! Häh?! Wenn meine Leute nicht den richtigen Kampfgeist entwickeln, geht das doch voll in die Hose!“ Angesichts des akustischen wie auch physikalischen Orkans aus Fleischkopf-Müllers Hals, wackelte das Gesicht Udos wie Götterspeise. Hin und wieder klatschte etwas von seiner Gestalt mit dem Wind davon.

„Sir, wir haben eine Notsituation. Ist Ihnen denn nicht aufgefallen, daß die Station offensichtlich auseinanderfällt? Da! Sehen Sie doch…“ in dem Moment wurde Udo von einem Querbalken erschlagen und in eine Pfütze zerdrückt.

„Na, also! Das nenne ich eine schnelle Konfliktlösung. So, das Training geht weiter!“

„Aber Sir, die Station scheint angegriffen zu werden…“ stammelte O`Schleim.

„Na und?! WEN soll das interessieren? MICH?! Oder SIE?! Wir werden dieses Spiel gegen diesen aufgeblasenen Schweinehund von Botschafter gewinnen, koste es was es wolle…“

Ein Kabelstrang viel funkensprühend von der Decke, schwang in hohem Bogen herum und traf den unglücklichen Schief am Kopf. Mit qualmenden Haaren, Schaum vor dem Mund und weißen Augäpfeln ging er nieder.

Unterdessen griff draußen im All die Flotte des Dominos weiter an…

78.438 Jim Trara Schiffe wurden von dem sich nicht mehr schließen wollenden Wurmloch ausgespuckt und gingen in Kampfformation über. An Pylon 3 überlegte Captain Bratwurst, Commander der U.S.S. Wolff, welche Verteidigungstaktik die versammelte Köderations-Flotte – also er – gegen die anstürmende Domino-Armada wählen sollte. Nach reichlicher Überlegung, die die U.S.S. Wolff beide Warpgondeln kostete, entschied sich Captain Wolff für den Feuerbefehl.

Mit einem kleinen Hüsteln spuckte die nur noch zu 3% erhaltene Phaser-Phalanx der Wolff einen Phaser-Schuß in Richtung der Jim Trara-Schiffe, verfehlte aber bedauerlicherweise die 78.438 Kreuzer um Haaresbreite.

„DieÄßNein – wir haben ein Problem“, richtete Captain Wolff einen verzweifelten Appell an die Station…

„Bitte haben Sie etwas Geduld, die Kommandocrew befindet sich zur Zeit nicht auf der Brücke, bitte kontaktieren Sie uns später noch einmal. Schönen Tag noch.“ sagte die Computerstimme der Station in angenehm klingender, freundlicher und beruhigender Weise.

„Cpt. es gibt da ein Problem mit der Kommunikation zwischen uns und der Station.“ schrie der Kommunikationsoffizier pflichtbewußt Cpt. Bratwurst zu. Cpt. Bratwurst schlug sich die Hand überfordert vor die Augen…

Nicht der kleinste Gedanke, nicht die kleinste spontane Idee wollte sich regen. Von Zeit zu Zeit war eben ein Rückfall nicht wegzuleugnen. Alte Schädelverletzung. Vor einem Jahr hatte er an der Akademie mit Mondamin Fleischkopf-Müller ein Schachturnier austragen wollen. Bis heute rätselte Cpt. Bratwurst, wieso zum Henker der Captain damals einen Baseballschläger dabeigehabt hatte…

Bratwurst verstand kein Wort der aufgebrachten Offiziere um sich herum, die ihn hilfesuchend anblickten. Was jedoch auch mit dem Lärm zusammenhing, der immer dann entsteht, wenn ein Warpkern bricht…


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Artikel

von Sparkiller am 01.01.02 in Fight Club

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Kommentare (3)

  1. Gast sagt:

    Erster.
    "störten auch die nach klingonischer Tradition zerfurchten "… was sind denn klingonianer oder klingonischen oder so ähnlich für welche, also ich kenn` nur Klingdoffe(n)…
    Wie zum Geier seit ihr eigentlich auf den Namen Mondamin Fleischkopf-Müller gekommen… .

    Hype. .

  2. Gast sagt:

    Parodie in Reinform. GEIL!
    Selten so gelacht…

  3. Gast sagt:

    Am anfang hieß er noch captain bratwurst der USS Wolff.
    Danach heißt er auf einmal Cpt. Wolff.

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