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Turbo-Prust aktiviert: „Knight Rider“ – Das Review

Kitt ist nicht nur eine nützliche Masse, die dafür sorgt, dass unsere Fenster nicht in den Hof fallen, sondern auch ein kindgerechter Einstieg in die medieninduzierte Massenverblödung. 20 Jahre nach dem dumpfbackigen Original kehrt der glutäugige Blecheimer nun also zurück, um die Bösen in Grund und Boden zu… öh… fahren. Gewaltfrei natürlich. Auf vielfachen Wunsch unserer Zuleser, die eine stellvertretende Bewältigungstherapie und Schockverarbeitung durch mich wünschten, rezensiere ich heute also die ersten beiden Folgen…

Hinweis: Versehentlich ließ ich den Pilotfilm aus und begann stattdessen mit der ersten regulären Episode. Da mein Verstand aber schon DANACH nur noch auf Felgen fuhr, habe ich das Blödbattel-Genesis auch nicht mehr nachgeholt…

Hier nun die Episoden eins und zwo:


Folge 1 („Mir doch egal, wie die heißt“)

Schon die ersten Sekunden enthüllen es wie ein nackter Exhibitionist, der sich sogar noch die Haut runterknibbelt: Die neue Serie ist auch wieder einer dieser glattgebügelten Feuchtträume für 12-jährige Kfz-Mechaniker. Eine dieser Shows, bei denen einem schon beim Einschalten der Geruch von Haarspray und Ozon entgegenweht, um sich als Chemiefabrikdunst in den Klamotten festzusetzen. Eines jener TV-Events, bei denen selbst der neben sich stehendste Nebendarsteller so (ab)geleckt aussieht, dass man unwillkürlich nach einem 100-Kilo-Bernhardiner mit langer Zunge Ausschau hält.

„Guck mal, wie giftgrün diese Flüssigkeit ist! Na, wenn DAS nicht gefährlich und spannend ist, weiß ich auch nicht weiter, mein lieber Herrrr Zuschaueeeer!“ – „Okay, aber muss das Wahrheitsserum wirklich im Dunkeln leuchten und Britzelgeräusche von sich geben?“ – Absolute Sp(r)itzengeschwindigkeit von Null auf Doof in einmal Intro: Knight Rider ist eine Serie, die noch Anspruch kennt! Zum Beispiel „Schnecke“, „Blöder Arsch“ oder gar „Doofbold“…

Die Story ist bei so einem Ekel-Event natürlich egal. Meist geht es um irgendwelche Industrielle in schicken Anzügen, die möglichst auffällig irgendwelche geheimen Koffer oder CDs zu übergeben pflegen. Darin ist dann wahlweise der Lageplan eines im Wald verbuddelten Schwermetallfasses (= böse!) oder irgendwelche Details zu einem illegalen Waffenhandel zwischen A- und B-Hörnchen. Okay, beim Original mit Hasselhoff hätte man bei der Handlung auch keine (Brust-)Haare spalten müssen, aber heutzutage – nach Serien wie LOST & Co. – will man ja doch etwas mehr geboten bekommen…

Erschreckend schon hier, wie glattgeföhnt und durchschnittsfressig der Superautoaufsitzer doch ist. Was muss man eigentlich machen, um so wenig Charisma vorzuweisen? In einer zugenagelten Wäschekiste großgezogen werden? Da hat ja selbst Kitt komplexere psychische Probleme von seiner Gymnasialzeit davongetragen! Und DER ist immerhin schon eine Parodie auf künstliche Intelligenzen: „Ich bin sehr besorgt, Michael. Sie haben nur noch 23,342 Sekunden für die Entschärfung, Michael. Ich bin wirklich, echt, total mega-besorgt, Michael. Menschen sind sooo zart und zerbrechlich, Michael. Und wissen sie was, Michael? Ich glaube, ich bin schwul.“

„Schau mal, Du böser Wachposten, ich kann einen Zaubertrick! Wenn ich die Hand ganz schnell bewege, sieht es so aus, als hätte ich ganz viele davon, Ächz!“ – „Uuui! Tatsächlich! Na guuut. Wenn Du eine geistige Behinderung hast, lassen wir Dich natürlich gehen!“ – Schar-MÜTZE-l: Die Zahl der übertölpelten Wachleute wird am Ende der Staffel wohl in die Hunderte gehen. Und da sind die OHNE Hauptschulabschluss und/oder Gehirn sogar noch nicht mal mitgezählt!

Und wenn Michael mit zwei Bösewichten hinter einer Tür verschwindet, darf man tatsächlich ein Bud-Spencer-artiges „Knuff, Paff, Zack“ vernehmen, bevor der Held frisch frisiert zurückkehrt. Waren diese Geräusche das Zurückschnellen der spontan durchgekämmten Föhnfrisur oder was? Das wäre kein Wunder, denn auch die Frauen sehen aus wie aus dem Spielzeugset „Barbies Bordellberaterin“ und sind stets geschminkt wie ein Topmodell mit einem Hartz-IV-verdächtigen Zeitüberschuss…

Die Actionszenen sind hingegen sooo albern, dass unsere eigenen Matchbox-Spielereien von Anno Dazumal fast als Reality-Programm durchegehen… Der Turboboost lässt Kitt aus dem Stand(!) 3 Meter über Bösewichte hinweg fliegen, die 3 Zentimeter vor dem Wagen stehen. Wo diese enorme Power herkommen soll (eine Atombombenexplosion in der städtischen Kanalisation?), wird natürlich durch eine gewieft-verschleihernde Deppenkamera verheimlicht. Noch doller ist die Verwandlung vom Pickup zum Rennwagen, wenn auf der Ladefläche Personen sitzen: Irgendwie werden die unbeschadet durch pixelgenau verschobene Metallteile hindurchgeschleust und fingernagelmanikürt auf den Fahrersitz gezaubert. Wie ein Klappmesser richten sich die beiden Protagonisten sogleich wieder auf und mit ihnen auch die Lachmuskeln des Zuschauers…

Alles also fürchterlich beliebig und austauschbar. Ganz zu Schweigen von dem unsäglichen Technikerteam im glitzernden Hauptquartier für Science-Fiction-Verrückte. Flippigkeit ist ja gut und schön (gerade im Bereich des weiblichen Ausschnitts), aber dass knackige Mädels um die 20 die Informatikelite darstellen sollen, ist ja doch eher unglaubwürdig. Gegen picklige Nerds und fettleibige Raubkopierer hätte ich im Gegenzug nämlich gar nichts einzuwenden. Zumindest ist es mal was anderes als diese Multikulti-Schnecken, die sich mit ihren Brüsten brüsten und ansonsten sinnfreies Technik-Blabla von sich geben.

„Duuhuu, Tanteee? Ich glaube, unser Auto brennt!“ – „Das versuche ich Dir ja schon seit 10 Minuten klar zu machen! Aber Du bist ja die ganze Zeit nur mit Deinem Gesichtsausdruck für die Authisten-Jahrestagung beschäftigt!“ – Advent, Advent, das Drehbuch brennt: Wahrscheinlich schaut Michael deshalb auch so böse. Zumindest steht „Böse guck“ auf dem Pappschild, das er in solchen Momenten immer zur Erklärung hoch hält…

Die ersten 15 Minuten handeln übrigens von einem Photonentorpedo, der in Kitt eingeschlagen ist und dafür sorgt, dass das Auto minutenlang bei voller Fahrt brennt. Mit einer Flammenschicht, dick wie Waldboden. – Endlich wurde also eine Alternative zum althergebrachten Erdöl gefunden! Wir sollten die gesamte Wirtschaft auf dieses „CGI-Feuer“ umstellen! Dolles Zeug, und dann noch so dramaturgisch begabt!

Mit einer fast schon peinlichen Freude an nackter Haut werden die Figuren dadurch gezwungen, sich bis auf die Unterwäsche zu entkleiden. Während die Figuren eigentlich vor sich hinsterben, hält die Kamera noch mal kräftig auf die schweißnassen Frauenbrüste, natürlich unter dem Vorwand, den rettenden Elektroschock per Spritze zu zeigen(?)…

Der Chef der futuristischen Vertragswerkstatt ist übrigens ein weißhaariger Opi mit Wolfgang-Petri-Gedächtnisfrisur. Dieser sieht aber so unsympathisch aus, dass man denkt, der Typ wäre eigentlich für die Gegenseite gecastet worden. Vielleicht wird er auch nur von den Guten mit schlechten Dialogen und unsäglicher Zielgruppenanbiederung gefoltert, um den Standort einer geheimen Aktenkoffer-CD… Pardon: DVD zu verraten! Oder ist es gar eine Blu-Ray? Diese Serie ist ja so manisch-modern mit ihren Touch- und Transparentscreens, dass die Datendichte eigentlich nicht groß genug sein kann. – Außer halt in der eigenen Story.

Denn die ach-so-intelligenten Figuren sind eigentlich Kindergartenbewerber mit dem Hang, ihr Fachgebiet zu erklären, statt wirklich beeindruckendes Technobabble von sich zu geben:

Er: „Ich bin Quantenmechaniker, Elektroniker und Analmasseur!“
Sie: „Und ich spreche 9 Sprachen und bin sexy, höhö!“
Er: „Und ich kann französisch! Komm, wir gehen ficken!“ (? Letzteres wird allerdings mit einem anderen blöden Spruch übersetzt)
Sie: „Nein, ich muss den Physikneutralisator an Kitt noch neu mit der Strahlung des Wassermannzeitalters synchronisieren.“

(*Klatsch auf den Po. Aufgesetzter „Comedy-Blick“ von beiden. Spöttische Blicke von allen anderen jungen Kollegen*)

„Los, Team! Ich bin der Boss! Wir müssen sie jetzt unbedingt da herausholen, sonst bekomme ich echt Probleme!“ – „Äh. Aber wir sind Computerexperten. Mit Prostata-Amputationen kennen wir uns eher schlecht aus…“ – Captain auf… äh, UNTER der Brücke: Der Chef des Vereins sieht aus wie ein Penner mit Lattenschuss-Flatrate. Da lässt sich Michael auf seiner Mission doch viel lieber mal erschießen, echt ey!

Toll auch: Einem Mann wird auf dem Beifahrersitz ein Finger abgeschnitten, bevor er aus dem fahrenden Auto geworfen wird. Da danach auf seinem weißen(!) Hemd jedoch kein/kaum Blut zu sehen ist, hat die Klinge womöglich auch nur seinen Sicherheitsgurt erwischt. – Was allerdings die Frage aufwerfen würde, ob der Kerl eine symbiotische Beziehung zu dem Plastikstreifen hatte, aufgrund deren Unterbrechung er plötzlich so schmerzverzerrt dreinblickte und herumzeterte.

Immerhin gibt es danach von Kitt eine Plastikmanschette um die verletzte Hand. Einfach das Pfötchen in den Aschenbecher und schon heißt das neue Sprichwort „A Kitt a day keeps the doctor away“. Kein Wunder, dass bei diesem Schwachsinn die mithörenden Leutedarsteller im Hauptquartier ohnmächtig(!) vom Stuhl fallen… Soll wohl eine Art Humor sein. Wobei sich diese Sequenz zu ECHTEM Humor verhält wie Methadon zu gutem Heroin.

Kitt fährt jetzt auf den Schienen der U-Bahn, hält unterirdisch im Bahnhof und… fällt überhaupt nicht auf. Alle steigen desinteressiert in ihren Zug („Scheiß Effekt, pöh. Da gucke ich mal demonstrativ weg.“), während Michael aussteigt und Kitt auf den Schienen(!) zurück lässt.

Fazit: Hier brechen wir mal ganz kräftig. Und zwar ab! Diese „Baywatch meets Need for Speed“-Parodie ist eine einzige Lachnummer für Leute mit einem Überschuss an Galgenhumor. Warum diese Folge trotzdem noch einen Punkt bekommt? – Weil es tatsächlich NOCH einen (Auspuff-)Hauch klischeehafter und sexistischer geht! Seht selbst, brömm, brrröööömm:


Folge 2 („Nein, ich schlage den Titel nicht nach, vergiss es!“)

Oh, wie hipp! Eine flippige Bar für Rockmusik-Epileptiker! Alle Statisten wippen zu den Gitarrenklängen (Genauer: Das Zersägen der Instrumente) mit ihren Köppen wie ein Heliumballon im Herbstwind… Schöön! Wo nehmen die Drehbuchautoren immer nur diese Locations her? Vermutlich aus den Hirnen ihrer 12-jährigen Kinder, Motto: „Wenn ich mal groß bin, gehe ich in Kneipen, wo den ganzen Tag alle cool sind!“ – Ja, und zwar auf ärztliche Anweisung hin!

„Toll! Tätowierte Halbaffen! Glatzköppe! Sonnenbrillenträger! Bikinischlampen! Langhaarige! Rockmusiker! Säufer! Autofahrer! Kann es überhaupt NOCH cooler als hier werden, KITT?“ – „Ja, Michael! Ich orte einen glatzköpfigen Langhaarigen mit tätowiertem Bikini direkt vor ihnen!“ – Stell Dir vor, es ist Krie… Cool und alle gehen hin: Schon hätten wir eine Serie wie den neue „Knight Rider“-Ableger. Krass, was?

Eine Fast-Schlägerei später wird es dann so richtig männlich. Ein Asiate (guckt so verkrampft wie Sulu beim Buchstabierwettbewerb) und unser Michael (bitte Deutsch aussprechen für noch mehr Provinzcharme des Darstellers) treten in einem Autorennen gegeneinander an. – Huuui! „Too fast and ganz und gar too furios“ für Zuschauer, die vor lauter eigener Männlichkeit nicht mehr die Fernbedienung halten können!

Schöne Frauen („Wo ist mein Blindenhund? Meine Augen sind schon wieder ganz zugeschminkt!“) dürfen hier natürlich genau so wenig fehlen wie ein Fehlen von Spannung und Sinnhaftigkeit. Aber schön, dass die Kids hier endlich mal lernen, dass ein seriöser Ermittler für Phantasie-Klitschen gerne mal an illegalen Straßenrennen teilnimmt, um sein Ziel zu erreichen. Fast hört man den Satz „Wir müssen uns diese verdammten Quoten holen, Kitt! Unsere Existenz könnte davon abhängen!“

Die Strafe folgt auf den eingeschlafen Fuße: Kitt ist nach einem gefährlichen Sprung defekt und unterlässt plötzlich sein uncharmantes Deppengelaber. Weniger leidensfähige Zeitgenossen könnten daher versucht sein, eine solche Störung mit den Worten „überfällige Reparatur“ zu schmücken. Warum erst nach 9(!) Minuten der Vorspann beginnt, will man sich da vor lauter Erleichterung schon gar nicht mehr fragen…

Es folgt ein weinerlicher Check-Up im Hauptquartier („Buhu! Auto putt! – Wie soll diese Episode nur dramaturgisch die 2 Minuten bis zur Reparatur überstehen?“), danach gibt es ein Gespräch zwischen Michael und dem bekannten Chinesen („Hey, was dagegen, wenn ich euer Sponsor werde? Wir kennen uns doch jetzt schon immerhin seit 5 Haarnadelkurven und einem Beinahecrash!“) und ein paar sexistische Sprüche in die Richtung von Michaels Kollegin („Kann ich einen Blick unter ihre Motorhaube werfen? Höhö, der war gut! Gleich aufschreiben!“).

„Mamaaaa! Ich will auch illegale Autorennen fahren wie der Onkel im Fernsehen!“ – „Später, mein Sohn. Mama muss erst mal Prostituierte werden wie die Tanten im Fernsehen, damit Papa sie noch lieb hat, okay?“ – Links überholen für Fortgeschrittene: Die Serie Knight Rider ist sooo doof, dass sie schon wieder… doof bleibt. Immerhin hat sie massig Action. Zumindest, wenn man sie sich zwischen die wackeligen und hektischen Schnitte einige Fotos von Seifenkistenrennen an die TV-Mattscheibe hält.

Genau so geht es ohne Erbarmen weiter: Dumpf und hochhackig betritt eine verspätete Baywatch-Granate nach der anderen die Handlung, immer in dicken Autos und mit stark vergrößerter Libido. Flotte und einfallslos-moderne Techno-Mucke an allen Ecken, Rundungen und Enden soll zusätzlich dafür sorgen, dass wir diese Clipshow für zeitgemäß und aufwühlend halten. Ein wenig klassische Filmmusik hätte dem lahmen Inhaltsersatzstoff aber gar nicht so schlecht zu dem gelifteten Gesicht gestanden. – Zum Beispiel Mozarts kleine Nachtmelodie, passend zum Abflachen des Biorhythmus beim Zuschauen?

Auf Kitts Windschutzscheibe werden außerdem derartig inflationär Grafiken, Filmchen und Texte eingeblendet, dass man sich fragt, ob man Kitt für die neue Serie nicht in ein rollendes Großraumkino hätte verwandeln sollen. Schade, dass man hier die Möglichkeit verpasste, 42 Minuten lang YouTube-Videos zu zeigen, was den Unterhaltungsfaktor enorm gesteigert hätte.

Drei Szenen später (in denen unter irgendeinem Vorwand verschiedene Bikinibabes gezeigt werden) geht es auch wieder mit der nicht-sexualisierten Handlung weiter, da Michael nun in irgendeiner Art… äh… Playboy-Mansion angekommt. – Was guckt ihr denn so? Da kann doch Michael nichts dafür, dass ihn die harte Realität immer zu illegalen Autorennen, Wüstendiscos, Rudelbums-Wettbewerben und Coolness-Conventions führt, jawohl! Trotzdem klärt der Hauptdarsteller – nur zur Sicherheit – auf, dass man ja hier nicht bei „Grand Theft Auto 4“ sei. Eine freche Lüge, wie sich eine Folge spät… früher noch herausstellen wird…

„Ich spüre es deutlich! Diese Komparsenrolle als Luxusweibchen-in-Zeitlupe-die-von-anderen-Schlampen-verdeckt-wird, bringt mich ganz groß raus!“ – „Dich doch nicht, meine Liebe! ICH gehe meine Rolle immerhin mit ‚Method Acting‘ an, jahaa!“ – Serie für Ärsche: Was Alice Schwarzer Jahrzehnte lang mit den Händen aufgebaut hat, reißt KITT mit dem Auspuff wieder ein. Derweil sabbert Michael übrigens das Handschuhfach voll…

Einige Titteneinstellungen später wird einem Bööösen dann sein Luxusauto geklaut. Und obwohl der Parkplatzwächter mit einem Maschinengewehr(!) bereit steht, wird uns in keiner Einstellung der durchlöcherte Ferrari oder der Funkenregen an Kitts Superduperpanzerung gezeigt. War wohl zu teuer, nachdem der Silicon Valley schon für die Befüllung der 45 Brustimplantate in dieser Folge zuständig war, wie?

Etwas später: Nachdem sich Michael fast so etwas wie „Gedanken“ über seine ungewisse Vergangenheit gemacht hat (oh, süße Amnesie! Umnachte auch mich nach dieser Folge!), sieht Kitt einen Western. Und auf der Witzigkeitsstufe ist die labernde Lackhalterung inzwischen immerhin auf dem Niveau von Fips Asmussen angekommen: „I understand, Michael! Being a man means being able to take a punch in more ways than one.“ – Wo ist eigentlich Data, wenn man dringend eine Lebensform braucht, die dem Sprichwort „Computermund tut Weisheit kund“ Geltung verschaffen soll?

5 Minuten später: Michael wurde niedergeschlagen und bis zum Hals im Wüstensand eingebuddelt. Eine schlecht gemachte CGI-Fliege(!) weckt unseren Helden und gleichzeitig unsere Hoffnung, dass nun eine Art Zielschießen mit untalentierten Schauspielmelonen beginnt. – Aber nein. Wir befinden uns ja bei einem Auto-Porno! Da müssen natürlich zwei Asiaten mit ihren Peniserweiterungen bedrohlich um den Eierkopp herumfahren, bis die finale Rettung zweimal klingelt. – Und aufgrund optischer Lahmarschigkeit noch vor der Haustür einpennt.

„Verdammt, ich wollte doch heute Abend ‚Planet der Affen‘ aufzeichnen! Wieso muss immer mir so etwas passieren, das… äh… ich nicht kapiere? He, Mann hinter der Kamera! Kannst Du mir bitte mal nachdenklich am Kopf kratzen?“ – Ein bisschen koppulent geworden: Auch nachdem das Testpublikum dem Michael-Darsteller eindeutig zeigte, was es von der Serie hielt, schien der Funke der Erkenntnis nur unterhalb der Wasseroberfläche zu zünden…

Fazit: Dumm, fürchterlich, klischeehaft. Definitiv der größte Mist, den ich außerhalb eines Bauernhofes sehen durfte. Nichts gegen halbnackte Frauen, sinnlose Rasereien oder untalentierte Schauspieler, denen man den Arsch bis auf Sandpegel (siehe Bild) aufreißen möchte, ABER: Sollte das Ganze nicht ein wenig Sinn besitzen? Oder zumindest ein beglaubigtes Dokument, welches besagt, dass man sich um die Beschaffung von erzählenswerten Inhalt bemüht?


Das Gesamtfazit kann somit nur lauten: Sprechende Autos gehören ins Schweigekloster, aber nicht als CGI-Effekt auf die geistige Standspur des Fernsehens. Und jetzt bleibt nur noch zu sagen:

„Michael, Sie müssen da weg! Aber ganz schnell! Ich hole sie da raus, Okay? Nehmen sie doch schon mal das Fenster im 12. Stock, jaaaa?“


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Artikel

von Klapowski am 10.11.08 in TV-Review

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Kommentare (16)

  1. Marc sagt:

    JAAAAAAAAAA!

    Endlich! :D

  2. Hiramas sagt:

    Es tut mir leid, aber mehr als zwei abschnitte konnte ich nicht lesen.
    Jeden Donnerstag, wenn ich mir die frische Folge reinziehen muss, einfach weil diese Autoserie wie ein brutaler, blutiger Autounfall daherkommt.
    Man kann vor grauen nicht wegschauen.
    Wenn Kitt sich mit den Insaßen in einen geländewagen verwandelt bekomme ich echt Magenschmerzen.
    Entgegen den häufigen Kritiken fand ich den Pilotfilm zwar nicht außergewöhnlich, aber gut.
    Kitts Transformationen hielten sich in jenen Grenzen, die man einer Nano-beschichtung zutrauen würde (ein Wenig Farbe hier, ein verdeckter Laser Scanner da) und die Charaktere wirkten halbwegs geistig gesund.

    Zwischendurch scheint aber wirklich jemand Autoren, Regieseuren und Darstellern das Hirn Operativ entfernt und durch alte Steven Segall Filme ersetzt zu haben.
    Dumpfer gehts gar nicht mehr….

    Der einzige Lichtblick ist KITT an sich, sofern er in seiner durchaus coolen Mustang-Version daherkommt.
    Die Stimme von Val Kilmer ist 1a und die kindliche Neugier, mit der er alles betrachtet ist sogar noch schöner als die des Originals.

    Aber das wars auch schon.
    Mehr bleibt nich.

  3. Kuang sagt:

    Herrlich, klasse Kritik. Habe mehrmals mein Abendessen auf die Tastatur gelacht (hat aber auch beim zweiten Mal gut geschmeckt).
    Das Foto vom Michel inner Erde sieht klasse aus, gleich mal als Desktophintergrund verwenden.

    Cheers, Kuang

  4. Flyan sagt:

    Klingt ja so, als könnte sich diese Serie in den Durchschnittsmist einreihen, der hier eigentlich ohnehin pausenlos rüberschwappt. Ich könnte mir gut vorstellen, dass die breite Masse der amerikanischen Serienlandschaft nur verschwörerisch erschaffen wurde, um Voyager posthum wie Oscar Gold aussehen zu lassen. Bald haben sie es geschafft!

  5. G.G.Hoffmann sagt:

    Endlich das langersehnte Review. Klingt für mich, als sei die Serie voll nach meinem Geschmack! Ich freu mich jetzt schon auf die Free-TV-Premiere auf RTL2. Hatte David Hasselhoff eigentlich einen Gastauftritt im Pilotfilm? Der arme Mann scheint ganz schön heruntergekommen zu sein. Einst der Star zweier Erfolgsserien (Knight Rider, Baywatch) und heute im Keller. Im wahrsten Sinne des Wortes. Vor zwei Wochen schlenderte ich durch Eisenach und entdeckte dort in einem Schaufenster ein „Plakat“ (DIN A4, s/w, Tintenstrahldrucker), auf dem ein Gastauftritt David Hasselhoffs in irgendeiner Eisenacher Untergrunddisko angekündigt wurde. War einer von den osthessischen/westthüringischen Lesern dieser Seite da? Wieviel muß man David heute noch bieten, um ihn als „Star“gast zu buchen? Schätze mal, mit 500,- Euro (inkl. Reisekosten) ist man dabei. Wahrscheinlich landet David mit einer Ryan Air Maschine in Erfurt und nimmt dann den Linienbus nach Eisenach – anschließend weiter über die grüne Grenze nach Osthessen, um eine Salatkirmes aufzuwerten. Solche Schicksale machen mich ganz traurig.

  6. CapN sagt:

    So schlecht, dass es schon wieder gut ist …oder auch nicht! :D

    Toller Verriss – hab mich schon gefreut, als ich die Überschrift gelesen hab. *g*

  7. Donald D. sagt:

    Hey Mann Klapo, was soll das??? Du kannst doch nicht unsere liebste Serie so runterputzen! Gib´s nur zu: Du hast Dir damals auch die Originalserie reingezogen und DU magst sie auch. Und auch wenn die Kritiker damals sagten, daß K.I.T.T. Hasselhoff schauspielerisch links überholt, mochte ich die Charaktere allesamt. Abgesehen davon, ist die Serie auch ultrakomisch, besonders wenn Hasselhoff den bösen Zwillingsbruder Garthe Knight spielte. Ein Brüller! Und jetzt das schönste: die Stunts waren wenigstens echt. Wie bei Colt Seavers fliegen da wirklich Autos durch die Luft und das sieht heute immer noch besser aus, als jeder CGI-Krempel.
    Zur neuen Serie kann ich noch nichts sagen, außer das nach Klapos Review AIDS und Ernst in der Serie nicht zu existieren scheinen. Der Knight Rider auf dem Bild sieht allerdings nicht schlecht aus, auch wenn man ihn nur von hinten sieht. Aber schon wieder ein rot lackierter??? Das hat doch damals schon nicht geklappt, obwohl der Knight 4000 gar nicht mal schlecht aussah. Und was ist dieser rote neue K.I.T.T. eigentlich für ein Serienfahrzeug? Sieht aus wie ein Ferrari.

  8. Hype sagt:

    Autismus kommt NICHT von authentisch!

  9. DJ Doena sagt:

    @Donald: Nu hab ich dein Posting gestern dreimal gelesen, meines zweimal editiert und dich dennoch missverstanden.

    Die Links in meinem obigen Posting zeigen natürlich auf den KITT 4000 aus dem Knight Rider 2000-Film.

    Der neue KITT ist keinesfalls rot, KITT ist nämlich der schwarze Wagen links davon, den man auf dem Bild darüber auch sieht.

    Der neue KITT ist ein Ford Mustang Shelby GT 500

    http://images.google.de/images?q=Shelby+GT+500

  10. Peter von Frosta sagt:

    Das Auto in Knight Rider 2000 ist ein 1991 Dodge Stealth mit Bodykit, kein echter Banshee.

  11. Donald D. sagt:

    @ Peter von Frosta (a.k.a. Karl Rannseier): Der Banshee ging doch meines Wissens nie so in Produktion. Das einzige, was man für den neuen Pontiac damals übernahm, war doch der Frontspoiler oder?

    @ DJ Doena: HMMMM? Der schwarze ist der neue K.I.T.T.??? Ein Mustang??? Ach herrje!! Der rote wäre mir aber lieber.

  12. Klim Dokachin sagt:

    Kampfstern Galaktika, Knight Rider… wann kommt das neue A-Team?

  13. Donald D. sagt:

    @ Klim Dokachin: Angeblich soll ein A-Team Kinofilm im Jahr 2009/10 erscheinen. Gerüchteweise soll Bruce Willis Hannibal spielen, Ice Cube B.A. Baracus und Stephen J. Cannell hat weiterhin die kreative Kontrolle. Es sind aber nun keine Vietnamveteranen mehr, sondern Veteranen des 2. Golfkrieges (1990).

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