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DS9: Fight Club – Folge 15 – „O’zoapft is!“

Aus dem neuen Urlaubsparadies „Major-ka“ meldet sich Fleischkopf-Müller als Festwirt des von ihm begründeten Oktoberfestes.

Nachdem Fleischkopf-Müller 2000 der modernen Köderationskomms durch Schlägerbearbeitung zerstört hatte, hatte ihm Flex ein altes Sternenflottenmodell aus der „guten, alten Zeit“ samt Glasvitrine gegeben.

„Verdammt noch mal, wie soll ich denn mit diesem Rasierapparat? Kontakt zu Mister Worf aufnehmen? Soll ich `ne Nachricht `dranbinden und das Teil die Atmosphäre runterwerfen, oder wie? Oder was??“

Mondamin wollte das antike Gerät gerade in die Ecke werfen, als es unter einem verirrten Wurstfingerdruck unter einem lauten „Ti-tü“ diensteifrig aufsprang.

„Fleischkopp-Müller an Torf… bitte kommen.. over.“ schrie der Captain in das unschuldige Stück Technik, das er sich fast in eigenen Zähne rammte. Zweifelsohne war er der Meinung, ansonsten kein Gehör zu finden. Der Captain vertraute keinerlei Technik, die er nicht selber einem ausgiebigen Belastungstest unterzogen hatte…

(1 Minute der Stille)

„Torf, sind sie mir immer noch böse wegen der kaputten Schädelplatten…? Das kann man doch wieder kleben! Over… Torf… over… Wo sind sie? Over!“

Mister Torf steckte unweit des Gefängnistraktes der Station in einer Müllpresse fest, nachdem er vor den behelmten Sicherheitskräften Udos‘ geflohen war. Der Überfall auf den bajoranischen Hähnchengrill würde schließlich nicht ungesühnt bleiben…

Überhaupt hatte er bereits seit einiger Zeit (seiner Geburt) den Geruch einer verwesenden Bratwurst angenommen, was diverse Tiere in der Mülldeponie anlockte.

„Ihr verdammten Mynocks! Könnt ihr euch euer Fressen nicht woanders suchen?“

Während Torf also noch immer mit der Flora und Fauna der Station zu kämpfen hatte, wartete einige Kilometer weiter auf Major Pissoir auf seine Verstärkung…

Taptaptaptaptap… Der rechte Fuß des Captains trampelte in einem steten Rhythmus auf die matschige Erde, während er nervös auf seine Uhr blickte.

„Wo bleibt denn nun die Verstärkung?“

Just in diesem Augenblick war ein komisches Geräusch zu hören und ein Licht manifestierte sich vor Cpt. Pissoir. Vor ihm materialisierte sich Mr. Torf, an dessen linkem Bein ein glupschäugiges Etwas klebte und verzweifelt versuchte, sich auch weiterhin an Torf mit all seinen Saugnäpfen festzuhalten. All dies geschah, während der klingdoofische Sicherheitsoffizier mit allen Extremitäten versuchte, das paarungsbereite Untier von sich fortzudrücken.

„Gehst Du wohl weg Du… häääh? Wo bin ich denn jetzt hier?“

„Herzlich willkommen auf Major, Mr. Torf. Ich brauche Ihre Hilfe. Cpt. Fleischkopf-Müller hat sie hierherbeamen lassen.“

Cpt. Pissoir ging mit ausgestreckter Hand auf Torf zu, zog diese jedoch diskret wieder zurück, als er Torf´s Begleitung erspäht hatte.

„Mist, Scheiße, verdammter Dreck, das hätte ich mir ja denken können. AU! Laß endlich Deine verfluchten Glibbernopfen von mir, Du Viech! – Nicht sie, Captain!“

Cpt. Pissoir kam langsam der Gedanke auf, daß dieser Sicherheitsoffizier ihm vielleicht doch keine so große Hilfe sein würde und irgendwie hatte er den Verdacht, daß sich in diesem Moment Cpt. Fleischkopf-Müller brüllend vor Lachen auf die Schenkel klopfen würde (und nebenbei Udo eins vor’s Maul haute)…

Doch genau das Gegenteil geschah zum selben Zeitpunkt auf der angedockten Plexx. Cpt. Fleischkopf-Müller war derzeit gar nicht gut gelaunt, denn die Lustsklavin hatte ständig etwas zu mosern:

„Wasch Dich erst mal, Du Schwein.“

„Stell Dich nicht so tollpatschig an, Trottel.“

„Wo ist er denn?“

„Wie, schon fertig? War das alles?“

„Werde ich denn jemals mal richtig befriedigt werden?“

All diese Litaneien und mehr regneten auf den armen Captain herab. Er war schon ganz verwirrt.

„Wie, was Bezahlung? Habe ich noch nicht erwähnt, daß es in der Köderation kein Geld gibt? Da macht man alles aus freien Stücken und um die Menschheit im Ganzen weiterzubringen, so entwicklungstechnisch. Hab‘ ich aber nie verstanden. Na ja, tschüß dann!“

Fleischkopf-Müller stiefelte aus dem recht organisch wirkenden Plüschzimmer und machte sich auf den Weg zu seinem Quartier. Er ließ eine fassungslose Lustsklavin zurück, deren extreme körperliche Erregung in extreme geistige Erregung umkippte.

„Wie, keine Bezahlung? Na warte, das büßt Du mir. Stan Blödel, jag‘ die Station in die Luft, halt, nein! Ständig hat dieser Fettarsch was von dem Planeten da gefaselt, der scheint ihm echt am Herzen zu liegen. Spreng den Planeten, Blödel!“

„A..a–aaber Hev, ww–wwarum denn nur?“ kam eine Stotterstimme aus den Lautsprechern.

„Weil ich`s Dir dann auch mal mache!“

Zwei Sekunden später hatte sich die Plexx auch schon vom Andockpylonen los- und diesen halb mitgerissen. Sofort ging sie auf direkten Kurs, Major entgegen. Keine Sekunde später leuchtete das All vor der Plexx grell auf und eine gigantische Energieentladung donnerte über den Planeten hinein. Dieser zersplitterte in Tausende von Fragmenten, die nun ein Asteroidenfeld zu bilden begannen. – Die Plexx verschwand sogleich unter großem Gestöhne in der Unendlichkeit. Nur ein leiser werdendes „Endlich!“ war noch über Funk zu vernehmen.

„Danke, Mondamin!“, sagte eine bekannte Stimme aus dem Off. Das Szenenbild wandelte sich in ein sanftes Weiß. Der Cpt stand alleine und etwas dümmlich aus der Wäsche glotzend herum. „Wo bin i…?“, hob er seine allseits beliebte Frage an, wurde aber von den Sturmlochwesen unterbrochen.

„AUFHÖREN!!! – Ganz ruhig, das wollen jetzt aber mal zum allerletzten Mal gehört haben! Eigentlich möchten dir auch nur danken. Danke dafür, dass du Major zerstört hast. Jetzt brauchen wir uns endlich nicht mehr um diesen etwas dümmlichen Planeten zu kümmern. Wir sind endlich… – FREI!“

Mit diesen Worten stand Mondamin wieder auf der Hops von DieAßNein….

Gira hastete zu einer Konsole, Flex hatte sie gerufen.

„Was ist denn los Flex? Was ist so wichtig, daß man mich davon abhält, Udos Hengstperformance zu genießen?“ fragte Gira verwirrt.

„Ah Gira, äh, es gibt da zwei Neuigkeiten, die Dich irgendwie schon interessieren dürften.“ druckste Flex verlegen herum.

„Na, und was?“

„Ja, äh, also die Morg wurden besiegt, Major ist vor ihnen sicher.“

„Juchhuuu! Jaaa, was für eine Supernachricht, ey!! – Und die zweite Nachricht?“

„Öhm, äh, tja, also, äh, Major wurde in die Luft gesprengt. Äh, Pech, halt.“

Gira´s Gesichtszüge entgleisten und sorgten auf der Strecke Mundwinkel – Ohren für erhebliche Verzögerungen, noch immer grinste sie irre in die Gegend und fragte wie beiläufig: „Was? Bitte?“

„Tja, also, kaputt, ähm, puff, rumms bums, da war´s weg, so…“

Gira fing gerade erst an das Gesagte zu rallen, als Cpt. Fleischkopf-Müller reinstampfte.

„WAS´N DAS FÜR EIN KRACH HIER?! MAN KANN JA SEIN EIGENES SCHNARCHEN NICHT MEHR HÖREN!!! Da komme ich gerade von den Proleten wieder und hier ist mal wieder alles total im Arsch. Schaut euch doch nur mal die Unordnung da draußen an. Räumt doch wenigstens mal auf, wenn ich nicht da bin!“

Er deutete platt auf das Trümmerfeld auf dem Hauptbildschirm, der bisher das Bild Majors gezeigt hatte.

In diesem Moment brachten Flex 500 Jahre alte Gedankengänge folgende Verbindung zustande: Wo war ihr Makta’hack’fak (Ehemann, Torf)?

Flex versuchte sich daraufhin an einem Klingdoofschen Todesschrei, was aber nur in einem Asthmaanfall endete.

Die Besucher auf dem Pomadendeck hatten soeben eine Explosion gesehen, die stark an die von AlterTran in einer weit, weit entfernten Galaxis erinnerte, aber das ist eine andere Geschichte und soll an dieser Stelle nicht weiter vertieft werden…

Cpt. Fleischkopp-Müller war jedenfalls mit sich zufrieden.

Die M, M & M (Mission: Major und Morg) war erfolgreich durch die heißblütige Liebessklavin von der Plexx erledigt worden.

Als einziger Verlust war der Klingdoofe Mr. Torf zu beklagen, aber Mondamin hatte die blöde Schrumpelstirn sowieso noch nie leiden können.

Außerdem hatte die Plexx Captain Pissoir und sein gesamtes Außenteam vernichtet, was Mondamin zu folgendem veranlasste:

„Alaaf! Machen wir ein Fest! Computer, welcher Monat ist heute?“

„Es ist der 7. Oktober 2373, 17 Uhr Drei…“

Der Baseballschläger brachte das Terminal zum Schweigen.
„Ich nenne es… Oktoberfest. Wir werden Blutbier, Wein und Pflaumensaft trinken. Außerdem werde ich uns Brezeln replizieren.

O‘ Schleim, wie wär’s wenn Sie uns ein Riesenrad am Pylon 4 bauen?“

Die (Restliche) Crew war von der Taktlosigkeit des Captains schockiert, jedoch nicht unbedingt überrascht. An eins hatte jedoch keiner gedacht:

Was würden die Proleten tun, jetzt, wo sie frei waren? Und was würde der Bla-Geist tun, der zuletzt als grünliche Wolke im Ventilationssystem der Station verschwunden war?

Doch nicht nur er, sondern auch alle Befürchtungen wurden von dem folgenden Ereignis weggeblasen…

„Achtung, Achtung! DieÄßNein, können Sie mich hören? Hier spricht Tui Raisen, können Sie mich hören?“

Diese Nachricht kam knackend aus den Lautsprechern. Flex schubste die total apathische Gira beiseite und antwortete:

„Yo! Wer sind Sie? Und vor allem, von wo rufen Sie uns an?“

„Ich rufe vom 83sten Bruchstück hinten links an. Wir haben genug Masse besessen, daß sich hier eine Atmosphäre halten konnte. Wir haben noch mal Glück gehabt. Ich meine im Vergleich zu allen anderen.“ kam die fröhliche Antwort.

„Aber, wie? Na, egal, brauchen Sie Hilfe? Geht´s Ihnen gut?“

„Na logisch, zufälligerweise ist dieses Bruchstück hier ein Ferienparadies gewesen, wir haben Sand, Sonne, Meer und die geilsten Bräute weit und breit. In Anbetracht der momentanen Situation haben wir diesem Bruchstück den Namen „Major-ka“ gegeben und würden uns auch über Besuch und Touristen freuen. Getränke und Knabbersachen müssen Sie aber selbst mitbringen, bis wir unsere Industrie in dieser Richtung aufgebaut haben. Wollen Sie eine Werbebroschüre, ist zur Zeit besonders günstig hier. Zwei Wochen für nur 600 in Blei gepreßtes Lateinum. Na? Interesse?“

Fassungsloses Schweigen antwortete der freundlichen Stimme aus dem Off…

Zwei Freizeitbetriebe zur selben Zeit?

Cpt. Fleischkopp-Müllers Volksfest und die Ex-Majoraner Urlaubsinsel?

Auf der Enterprise lagen zur gleichen Zeit ein paar Fähnriche herum, die bemüht waren, wenigstens einen letzten Rest von Würde zu bewahren. Die Erschütterung hatte sie glatt von den Füßen geholt. Mehrere explodierende Konsolen hatten soeben ein Multiplayer-Rennspielmatch zwischen den Bar-Angestellten von 10vorne unterbrochen. Auch das Sicherheitskraftfeld zur Zelle, in der Fleischkopf-Müllers Doppelgänger mit Kreidestrichen die Minuten seiner Haft abzählte, war ausgefallen.

„Verdammt“ rief einer.

„Alle Führungsoffiziere sind tot und Major gibt es nicht mehr! Wer ist denn nun der Ranghöchste hier, Finger hoch??“

Ein feistes, siegessicheres Lächeln umspielte die grobschlächtigen Gesichtszüge von Parabol-Fleischkopf-Müller…

Derweil auf DieÄßNein:

„Eine weitere Transmission, Captain!“

„Hier spricht Cool Dugat, erster Legat von Bar Blasia. Wo ist denn Major? Wen soll ich denn jetzt unterdrücken?

Obwohl… Oh, wie praktisch. Da brauche ich ja gar nicht loszufliegen. Nachher dem Sonderausschuß für Kriegsverbrecher zu erklären, warum es nötig war, Major-ka plattzuhauen! Das kann ich mir also ersparen!“

Auf dem Bildschirm war ein ziemlich großes Raumschiff aufgetaucht, nicht so riesig, wie die Plexx, aber immerhin größer, als der durchschnittliche Asteroid im Major-Trümmerfeld.

„He! Sie! Blasiertianerarsch! Ich habe da eine tolle Neuigkeit für Sie!“ brüllte der Captain in das Mikro, er schrie nur so laut, weil er davon ausging man könne ihn auf die Distanz nicht so gut verstehen. Deshalb auch die verärgerte Antwort.

„AU! Häh? Was haben Sie damit gemeint? Wer sind Sie überhaupt?“

„Ich bin Captain Fleischkopf-Müller, Commander von DieÄßNein und Abgefuckter von Major…äh, Ex-Abgefuckter von äh Ex-Major. Da gibt es noch ein Stück, das können sie gerne haben! Es heißt Major-ka, das 83ste Bruchstück hinten links. Können Sie gar nicht verfehlen, da leben nämlich noch welche. Viel Spaß!“

Damit schaltete Mondamin ab und beobachtete triumphierend, wie das fremde Schiff auf das Trümmerfeld umschwenkte…

Dummerweise hatte Cool Dugat anderes vor, als Major-Ka zu einer weiteren Staubwolke im Trümmerfeld zu machen.

Dieser stand dämonisch grinsend auf der Brücke seines Schlachtschiffes, auf dem Bildschirm Major-Ka betrachtend.

„Mit der letzten Beute von der Köderationskolonie New-Bayern, 3000 Fässer Weißbier, werde ich mich zum Bierkönig von Major-Ka aufschwingen. Endlich werden mir die Majoraner die Verehrung entgegenbringen, die ich verdient habe. Nur wie werde ich das Establishment nennen?“

In diesem Moment kroch Dama aus seiner Ecke.

„Äh Sir.. sie könnten ihr Lokal „Zum Stangelwirt“ oder „Dugat’s Pschor-Bräu“ nennen.“

„Halten sie den Mund Damar, oder sie werden meinen Ballermann zu spüren bekommen… Moment mal… Das ist es!“


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Artikel

von Sparkiller am 01.01.02 in Fight Club

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