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DS9: Fight Club – Folge 19 – „Das Wettsaufen“

Heute geht es hoch im her im Brauhaus zur fröhlichen Warpspule.

Der Weg war weit und beschwerlich, dennoch stand Parabol-Müller schon bald mit glänzenden Augen vor der riesigen, glänzenden Brauerei, die optisch stark an einen Bierkrug erinnerte…

„Es lebe die Revolution!“ grölte die versammelte Entenscheiß-Belegschaft mit erhobenen Baseballschlägern und Sonnenschirmen auf das schillernde Glas ein. Nur Parabol-Müller war wieder einmal nicht ganz auf dem Laufenden und machte mit Rufen wie „Haut die Schlampe kaputt! Ich mach‘ sie fertig, diese Revolution!“ und „Nicht lang schnacken, Kopf in`Nacken!“ auf sich aufmerksam…

Alle Anwesenden verstanden dies nach einer halben Gedenksekunde als Aufruf zur Stürmung des irgendwie erotisch geformten Gebildes… Nachdem etliche Fähnriche den Bierkrug durch ein offenstehendes Toilettenfenster gestürmt hatten, begann dieser auch sogleich, ruckartig hin und her zu schwanken.

Unter einem satten Klirren flogen nun Stühle, Toaster, Bierfässer und ganze Majoraner (bereits von den Bar-Blasianern angeworben) nacheinander durch die Glasverkleidung…

Für einen Moment herrschte dann Ruhe und nur das Kreischen einer ganz und gar nicht außerirdisch wirkenden Möwe untermalte den Anblick der Bierfabrik, die schon einige Risse zog.

Doch sogleich vernahm der Zuleser ein panisches:

„Nein SIR, Captain!! Nicht diese Pipeline !!! Nein!! VORSICHT MIT DEM SCHLÄGER!!!“

Eine Sekunde später schossen daraufhin gigantische Schwälle aus schäumenden Göbels durch die zahlreichen Löcher in der Außenfassade, zusammen mit sporadisch mitgerissenen Crew-Mitgliedern… Der riesige Glashenkel stürzte auf mehrere Liegeplätze und ganze Glasflächen gaben dem Druck der süßen Last kampflos nach…

Auf einer besonders schaumigen Welle surfte nun Parabol-Müller, auf seinem Baseballschläger stehend, aus dem Gebäude. Im Gesicht nicht nur den frisch gebackenen Sieg, sondern auch eine endcoole Sonnenbrille tragend.

Dieses ganze, leicht seltsam anmutende Schauspiel wurde in einger Entfernung interessiert von einem Trupp Bar-Blasianer verfolgt, die sich soeben mit Original-Müller (alias Cool Dugat) heruntergebeamt hatten… Die beiden Dama`s zuckten nur erschrocken zusammen, gestikulierten wild mit den Armen und warfen sich, ob der dauernd schwelenden Kompetenzstreitigkeiten, argwöhnische Blicke zu.

„SIR, IHR BRAUHAUS!! – DAS SCHREIT NACH RACHE!! LASSEN SIE UNS DIESE KÖDERATIONSHUNDE ERLEDIGEN!!“

Original-Müller schaute dumm aus der Wäsche und überlegte krampfhaft, ob er seine Maskerade unten diesen Umständen noch aufrechterhalten sollte… Sein Herz und sein Instinkt entschieden diesen Zwiespalt mit einem Befehl, mit dem er bisher nur selten falsch gelegen und ihm schon viel Freude bereitet hatte:

„JA! TÖTET SIE ALLE, DIESE SAUBANDE!! UND BRINGT MIR DIESEN RIESENHUMPEN DORT, EUREN HERRN PLAGT GAR GÖTTLICHER DURST!!“

In der darauffolgenden Prügelei starben einige Mitglieder der Entenscheißbesatzung und natürlich auch ein paar BarBlasianer einen kurzen, aber sinnlosen Tod.

Inmitten von Asterix-artigen Rauchwolken stehend, aus denen zahlreiche „Knuffs“ und „Uffs“ gekrochen kamen, kam Fleischkopf-Dugat jedoch die rettende Idee.

„Machen wir ein Wettsaufen! Chef gegen Chef. Oder vertragen Sie kein Bier Köderationsweichei?“

Schlagartig wurde es totenstill in der Szenerie. Einige verirrte Strohballen wehten durchs Bild, und im Hintergrund ertönte eine klassische Italowesternmelodie von Sergio Leone.

Parabol-Müller, der mürrisch dreinblickend auf einem Holzspan kaute, murmelte ein „Gehn‘ wir s‘ an“ aus den Mundwinkeln, und wie zur Bestätigung flogen noch ein letzter Majoraner durch die einzig noch intakte Scheibe von Dugats‘ Saloon…

Während einige Badegäste sich in den Sand flätzten und neben scheppernder Dumpfmusik Flüssigkeiten aus Eimern per Strohhalm zu sich nahmen, näherten sich die beiden Kontrahent bedrohlich und wurden von den Umherliegenden angefeuert.

„Hey, boah ey, die kloppen sich gleich, Mann.“

„Ey, höhö, voll krass, ey.“

„Böööhrrrugsssrgllllaaarglllhhh…“

„Iiiiih, mein Handtuch! Du Sau!“

„Komm wir geh´n ficken.“

„Wo ist eigentlich Äl Ariall?“

Kurz: Niemand schien die beiden Titanen aufhalten oder gar wahrnehmen zu wollen. Stattdessen wurde um die beiden Fleischkopf-Müllers herum gezecht und GV betrieben, als sei´s morgen verboten. Schließlich trafen sich ihre Blicke.

„Dieser Klumpen ist zu klein für uns beide, Quarkfresse!“ rief Fleischkopf-Müller aus.

„Warte nur, ich zieh Dich zum Rand und schmeiß Dich runter, da hast Du dann genug Platz!“ antwortete Parabol-Müller gekonnt.

Beide knurrten sich an, es klang so, als hätte man einen Hundezwinger geöffnet und nach Wochen ohne Fressen eine Katze reingeworfen. Die Situation begann kritisch zu werden. Fleischkopf-Müller in Cool Dugat´s Chief O´Schleim-Kostüm äugte glubschig in die Gegend. Was sollte er tun? Parabol-Müller stampfte mit den Füßen auf, wie ein Stier in der Arena, kurz bevor er den Matador zerreißt und mit seinen Innereien Lasso spielt.

Er wußte, gegen einen BarBlasianer konnte er im Nahkampf nur schwerlich gewinnen. – Aber da stand ja noch immer Idee mit dem Wettsaufen im Raum, welche inzwischen wohl schon von einer Sitzgelegenheit träumte.

„Hey Dugat, alter Kumpel. Ja, lass uns doch einfach das Komatrinken veranstalten. Danach können wir uns immer noch die Köpfe einschlagen. Außerdem macht mich die Hitze hier durstig!“

„Nun gut! – Aber nur, weil ich auch Durst habe!“

Sogleich wurde ein Tisch leergeräumt, indem man einfach ein Ende anhob. Mit einem lauten klirren flogen die sich darauf befindlichen Gläser, der Schwerkraft folgend, auf den unter dem Tisch liegenden Majoraner. Es blieb nicht aus, das der so Geschädigte ein paar trantütige Luschenlaute von sich gab.

„Bring den beiden Chefs mal ordentlich was zu trinken!“

Von diesen Worten eines BarBlasianers begleitet, setzten sich die beiden Müllers an den Tisch.

„Kann ich überhaupt gegen mich selber im Wetttrinken gewinnen?“, fragte sich Fleischkopf-Dugat, als die ersten Bierkrüge auf den Tisch gestellt wurden…

Drei Stunden und 39 Bierhumpen später:

Cpt. Fleischkopf-Müller versuchte erneut, das vor ihm herumspringende Bierglas mit beiden Händen einzufangen, aber er griff immer wieder daneben. Ein kehliger Fluch kam aus seinem feucht glitzernden Hund, der von hängenden und triefenden Lippen eingerahmt war.

Parabol-Müller hockte währenddessen nur stumm da und starrte stumpfsinnig in den halbleeren Behälter vor sich. Er war kurz davor, aufzugeben… Und in Anbetracht des merkwürdigen Gefühls in seiner Magengegend, schloß er nicht aus, den Krug wieder bis zum Überlaufen füllen zu können.

Doch kurz bevor dieses aber geschehen konnte, ertönte eine gräßliche Folge von Lauten.

„Ein Bett im Kornfeld, ja das ist immer frei, denn es ist Sommer und was ist schon dabei, die Vögel singen und es duftet nach Heu, wenn wir vögeln, yeah…“

Cpt. Fleischkopf-Müller ließ vor Schreck das Bierglas fallen. Er hatte es gerade erst mit Mühe eingefangen und versucht einen weiteren Schluck zu nehmen. Instinktiv griff er nach seinem Schläger, doch aufgrund der Tarnung, die er immer noch trug, griff er ins Leere. Er und Parabol-Müller blickten sich um und erhaschten auch bald die Quelle dieser Folter.

Ein uralter Greis in einem Antigravitationsstuhl war aus dem Bierhaus geschwebt und sang mit krächziger Stimme in ein vor ihm angebrachtes Mikrophon. Dabei wischte er sich ein paar graue Haarsträhnen aus den Augen (die einzigen Haare, die er überhaupt besaß) und versuchte erfolglos sein Gebiß da zu behalten, wo es hingehörte. Doch dieser Schlingel war sehr unternehmungslustig und schlitterte ihm so manches Mal aus dem Mund, um die Welt zu betrachten.

Der Greis trug ein T-Shirt auf dem in knallrosa Schrift stand: „Ich habe 1.000.000 Frauen und 500.000 Außerirdische gepoppt und bin ein echt geiler Hecht“.

Auf dem Hoverstuhl blinkten sogar überall Neonschilder auf, die verkündeten: „Mit Viagra in ein neues Leben“, „Stone Old, bringt Sie durch“ und „Drews ist ein geiles Tier deswegen ist er hier“.

Die beiden Fleischkopf-Müllers blickten sich erneut an, sie waren hellwach und mit einem Schlag nüchtern.

Dann schrien sie.

Das erste Mal in ihrem Leben, aus purem Horror. Sie fassten sich aber schnell wieder und starrten ihren neuen Feind an. Dieser versuchte gerade die braungebrannten Arschbacken einiger fliehender Strandbienen zu begrabbeln und sang mit rauchiger Stimme:

„Himbeereis zum Frühstück, Rock ´n Roll im Fahrstuhl, Du und ich wir beide, auf dem Weg in´n Puff…“


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Artikel

von Sparkiller am 01.01.02 in Fight Club

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