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DS9: Fight Club – Folge 25 – „Pizza Ramsch mit Tomatensoße“

Im der heutigen Jubiläums-Episode findet die organisierte Kriminalität ihr wohlverdientes Ende. – Die Unorganisierte hingegen wächst und gedeiht weiterhin mit gewohnter Schlagkraft…

Ramsch kroch unter dem zerbrochenen Tisch hervor und blieb nach einigen Sekunden reglos liegen… Da die Proleten so etwas wie Schwerkraft nicht kannten, geschweige denn sich für so einen Quatsch interessierten, war er an der Decke des Promenadendecks materialisiert…

Mondamin sprang erschrocken auf und stierte ungläubig auf das Szenario… „Verflucht!! Ramsch ist tot!! Die Sturmlocharschlöcher in ihrer Scheiß-Bude mit den grellen Eidotter-Tapeten haben ihn umgebracht!!“

Flex beruhigte ihren Captain freudestrahlend, so weit dies möglich war… „Nein, Mondamin, er ist nur bewußtlos! Aber, wissen sie denn nicht, was das hier nun bedeutet??“

„Verfluchte Scheiße, jaaa! – RAMSCH, DIESER TISCH WIRD IHNEN VON IHREM GEHALT ABGEZOGEN, sobald ich entschließen sollte, ihnen welches zu geben!!“

Mondamin machte sich daran, wütend von dannen zu stapfen… Er würde sich den Gegenwert des Tisches selber von Ramsch`s Arbeitsplatz holen. – Nur einige Sekunden später war der Captain auch schon wieder da, ein Schälchen mit der Aufschrift „Auch Sie erwarten sicherlich hygienisch einwandfreie Anlagen… Bitte leisten auch sie daher einen kleinen Beitrag! DANKE!“ in den mächtigen Pranken tragend…

Kurz bevor Mondamin das schwere Teil auf dem armen Ramsch abstellen konnte stellte sich Flex vor ihn und fragte scheinheilig, während sie Ramsch mit Fußtritten wegzuschieben versuchte: „Äh, sag mal Mondi, interessiert Dich gar nicht, wie die Proleten die Erde gerettet haben? Und müssen wir denn nicht Kurs Major-Ka und Sturmloch setzen, sag mal?“

„Nö und niemals. Zufrieden, Fleckenfresse? Und jetzt geh da mal weg, ich muß da was hinstellen. Meinen Joghurt habe ich auch noch nicht aufgegessen. – Scheiße und Schweineficken!“

Die harmonische Stimmung des Momentes wurde just vom nörglerischen Gepiepe des Kommunikators an seiner zerschlissenen und stark gelittenen Uniform gestört. Mit einem heftigen und weit ausgeholtem Schwinger (unter dem sich Flex reflexhaft in Deckung warf) schmetterte Fleischkopf-Müller seine linke Hand auf das zarte und unschuldig diensteifrige Gerät. Dabei knallte der unhandliche Aschenbecher zu Boden.

„WAS!!!“ brüllte der Captain in die Welt.

„Äh Sir, hier ist die Hopps. Admiral Boss ist in der Leitung, er will sich bei Ihnen für die Rettung der Erde bedanken.“ konnte man eine eingeschüchterte Stimme wispern hören. „Ich stelle durch…“

„Hallo, mein lieber Captain Fleischkopf-Müller! – Ich weiß zwar nicht, wie Sie das angestellt haben, aber dank Ihnen sind alle wieder zufrieden. Toll, wie Sie das wieder mal gemacht haben! Die Mafia hat sich für schuldig bekannt, all die Leichen fabriziert und auf dem Planeten entsorgt zu haben! – Daraufhin wurden alle Drahtzieher festgenommen. Und das alles nur, weil SIE denen immer wieder mit Ihrem Kricketschläger eins übergebraten haben. Sagenhaft!“

Die Stimme überschlug sich nur so vor Bewunderung.

„HÄH? Kricketschläger? So was habe ich doch gar nicht. Und wozu soll ein Kricketschläger denn gut sein? Zum Kricketspielen braucht man doch gar keinen Schläger?“

Mondamin war ziemlich verwirrt. Doch Flex ahnte da etwas.

„Mondamin, zum Kricket braucht man tatsächlich einen Schl… Ach lassen wir das. Ich glaube, die Proleten haben Deinen Doppelgänger aus dem Paraboluniversum von Major-Ka auf die Erde geschickt. Und seine aufgestaute Aggressivität hat er dann an den Dons der Mafia ausgelassen, die ihm wohl die Schuld für die Probleme in Italien und Sizilien in die Schuhe schieben wollten. Na, ist das nicht ´ne tolle Erklärung?“

Flex blickte stolz um sich, um sicher zu gehen, daß jeder ihren Anfall von genialer Kombinationsgabe mitbekommen hatte. Sie wurde sofort enttäuscht, denn keinen kümmerte es. – Es war ja auch keiner da außer Ramsch, der immer noch bewußtlos war und dem Captain, der immer noch in Stasis in absoluter Reglosigkeit des Körpers und des Geistes dastand.

„Na und? Wer soll dieser Kerl nochmal sein? Und wo ist mein Löffel?“

So langsam dämmerte ihm eine Erkenntnis.

Ramsch begann sich leise stöhnend und rekelnd langsam zu erheben… In diesem Moment dämmerte es dem Captain und triumphierend hämmerte mit seiner Faust auf Ramsch`s gebückten Körper… Kein Wunder, stand doch bis vor wenigen Minuten an dieser Stelle noch ein Tisch. Alte Gewohnheiten ließen sich eben nur schwer ablegen… Während Ramsch abermals zu Boden sank, rief Mondamin triumphierend aus:

„JETZT FÄLLT ES MIR WIEDER EIN, WER DIESER KERL WAR! – WAR DAS NICHT SO EIN GUTAUSSEHENDER, INTELLIGENTER SCHWEINEPRIESTER?“

Noch immer in Gedanken versunken, setzte sich der Captain auf den nur imaginär vorhandenen Stuhl, der vorhin noch vor dem nun zertrümmerten Tisch gestanden hatte…

Während unter ihm ein leises Stöhnen hervorkroch, kam Mondamin die Idee:

„Wir sollten diesen scheißefressenden Teufelskerl zu einer Party einladen! Jaaaa, wir machen eine verflucht geile Party!“

„Ich weiß nicht, ob das eine so gute Idee, ist Mondilein… Vielleicht sollten wir lieber zurück nach Major-Ka flie…“

Mondamin hämmerte wütend auf seine fleischigen Schenkel, während er nebenbei im Schritt seines „Stuhles“ umherpopelte…

„VERDAMMT, GEHT DAS DING NICHT HÖHER? KAPUTT, WAS?? – Wie, was? Zurück? Wohin denn?“

„Na, nach Major! Äh, -KA! Zum Sturmloch!“

„Verflucht, ja! Da wollte ich immer schon mal hin! ÜBER DEN VERWICHSTEN CAPTAIN DA HÖRT MAN JA NIX GUTES! HÄTTE GROßE LUST, DEN ARSCH MAL SO RICHTIG… – ABER EINE PARTY MACHEN WIR TROTZDEM!“

Derweil auf dem kleinen, blauen Planeten Namens Erde, irgendwo in Sizilien:

Guido Horst Spackarazzi und Guido Schorsch Visageone, zwei Auftragskiller der Mafia, die kurzfristig arbeitslos geworden waren, drucksten sich in einer dunklen Ecke ihrer Stammpizza rum.

Nicht weit von ihnen an der Theke stand eine unförmig, grobschlächtige Gestalt, die mit einem Kricketschläger bewaffnet war, auf dessen verbogener Oberfläche Kerben und Blutspritzer verteilt waren.

Guido Horst und Guido Schorsch waren dem Fremden bis hierher gefolgt. Sie hatten Rache an ihm geschworen, diesem verwahrlosten Captain der Köderation. Er hatte die einst mächtige Mafia in einen vor Angst zitternden und sich in die Hose machenden Pussiverein werden lassen!

– Sie hatten sich geschworen, diesen grauenvollen, brutalen, unsensiblen Mistkerl sadistisch umzubringen. Jetzt warteten sie eigentlich nur auf den richtigen Augenblick. Denn momentan war der fette Dreckskerl damit beschäftigt den Pizzamann Antonio Giabata den Pfefferstreuer und andere Gewürzbehälter auf dem Kopf zu zerschlagen.

„WAS HEISST DAS, AUF PIZZA GEHÖRT KEIN MAGGI?! ICH WERDE DIR ZEIGEN, DASS DAS WOHL DARAUF GEHÖRT!!!“

In diesem Punkt hatte er Recht, denn im Paraboluniversum wurde zu einer guten Pizza mit extra Käse immer auch eine große Flasche Maggi gereicht. Das konnte der gute Pizzamann natürlich nicht wissen und zeigte dem leicht cholerisch veranlagten Captain einen Vogel. Das hatte Folgen.

„Da rette ich diesen ganzen blöden Planeten und kriege zum Dank nicht mal Maggi zur Pizza, Milch zum Wodka und Turnschuhe mit Klettverschluß! Ganz zu schweigen von einer Heimreise in mein geliebtes Paraboluniversum. Eben noch war ich auf dieser sinnlosen Raumstation, dann auf dieser Insel, dann bin ich hier, umgeben von lauter Spaghettifressern. Ich will endlich meine Ruhe haben!!!“

Wieder fand eine Salzhandmühle ihre Bestimmung auf dem Schädel Antonio´s. In diesem Moment erhoben sich die beiden Mafiakiller und stellten sich bedrohlich hinter Parabol-Müller auf, die Hände in den Taschen ihrer Jacketts verborgen. Sie waren kurz davor abzudrücken (was auch immer sie in den Taschen trugen, es besaß eine Abzugvorrichtung), als eine ätherische (ja, wie das Öl) Stimme aus der Espressomaschine sprach:

„AUCH DIR SEI EIN WUNSCH GEWÄHRT, PARABOLWESEN! DU HAST DIESER WELT DEN FRIEDEN ZURÜCKGEBRACHT UND SOLLST DAFÜR NUN BELOHNT WERDEN. WOHIN WILLST DU?! WIR, DIE PROLETHEN VON MAJOR BRINGEN DICH DORT HIN!“

Die Stimme verstummte erwartungsvoll.

„Hmmm, Major? Das kenne ich doch irgendwoher? Gab´s da nicht Gratisbier? He, das hieß doch Major-Ka! OK, ab dafür, ich will nach Major-Ka.“

„GUT ABER ZWEI ABGEFUCKTE KÖNNEN WIR NICHT GEBRAUCHEN, EINER IST SCHON MEHR ALS GENUG! TROTZDEM SEI DEIN WUNSCH GEWÄHRT!!“

Es gab einen kleinen Knall und Parabol-Müller war verschwunden. Ebenso die beiden Guidos nebst Pizzeria, denn die extreme Erschütterung, die durch einen kurzfristigen Raum-Zeitbruch verursacht wird, sorgte für den Zusammenbruch der Pizzabude und die totale Zerstörung des Wohnblocks.

Währenddessen auf DieÄßNein…

Mondamin hatte höchstpersönlich damit begonnen, das Promenadendeck für die anstehende Party zu schmücken… Gerade balancierte er auf seinem neu erworbenen, senkrecht stehenden Schlaginstrument, einem Piratenbein aus Holz, als Udo an ihn herantrat…

„Captain… Die Girlanden, die sie da aufhängen, die sind…“

„Verdammt geil, was, Udo?“

Mit diesen Worten hängte der Captain ein weiteres Gebilde auf, daß sich verdächtig sehnenartig zog und unappetitlich tropfte…

„Habe ich direkt unter meinem Bett gefunden! – Keine Ahnung, wo das herkommt! Lag direkt hinter den Murmeln!“

Ungeschickt, wie der Captain war, verlor er natürlich die Hälfte der Augäpfel, als er diese aus seiner Tasche zog…

„Äh… Captain…“ Unauffällig stieß Udo die umherliegenden Zeugnisse früherer Besucher in des Captains Quartier mit dem Fuß an und hoffte inständig, sie würde unter dem noch immer reglos daliegenden Körper Ramsch`s zum Stehen kommen.

„Die Band, die sie angefordert haben, die „Bonebreakers of Brock `n Proll“ werden vermutlich etwas später kommen… Es gibt da wohl noch eine kleine Unstimmigkeit wegen der Kaution…“

„Wieso? Ich habe den Gefängniswärtern doch mit meinem Schläger auf die Frisur geklopft. Das muß ja wohl reichen! Sogar das Wechselgeld durften sie behalten!“

Mondamin tolerierte keine Schwierigkeiten… Warum hätte er bei ihnen auch eine Ausnahme machen sollen?
br> Jedenfalls Jetzt, da sie in der Nähe der Erde waren, konnte er bei den bevorstehenden Feierlichkeiten auf besonderen Besuch hoffen… Neben seinem Vater und zahlreichen weiteren Verwandten hatte sich auch die „Body-Slashers“ angekündigt, die Motorradgang, der sich Mondamin im Ghetto von San Francisco vertrauensvoll angeschlossen hatte…

Als hätte Udo die Gedanken des Captains erraten, sagte er:

„Ihr Vater kommt übrigens, sobald die Tierpfleger ihn mit einigen DiÄßNein-Simulationen an die neue Umgebung gewöhnt haben…“


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Artikel

von Hoffmann am 01.01.02 in Fight Club

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